Lateinamerika: Zika-Virus verringert Fruchtbarkeit und Testosteron bei männlichen Mäusen

verzweifelt

Schädelfehlbildungen bei Babys (Mikrozephalie) werden mit dem Zika-Virus in Verbindung gebracht (Foto: Reprodução / TV Mirante)
Datum: 31. Oktober 2016
Uhrzeit: 18:08 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
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Infektionen mit dem Zika-Virus und neu beobachtete Schädigungen von Föten bei Schwangeren treten sei 2015 gehäuft in Lateinamerika auf. Am 1. Februar 2016 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den „Öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes“ ausgerufen. Bekannt ist, dass die Viren vor allem durch Stechmücken der Art „Aedes aegypti“ übertragen werden. Aufgrund der epidemiologischen Daten gibt es seit Ende 2015 den dringenden Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen Infektionen mit dem Zika-Virus bei Schwangeren während des ersten Drittels der Schwangerschaft und Mikrozephalien (Schädelfehlbildungen bei Föten beziehungsweise bei Neugeborenen. Bisher existieren weder eine Impfung noch Medikamente zur Krankheitsprävention. Eine neue Studie mit männlichen Mäusen zeigt, dass eine Zika-Infektion Konsequenzen für die männlichen Nager hat und ihre Fortpflanzungsfähigkeit stark einschränkt. Die Ergebnisse dieser Studie wurden am Montag (31.) in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Forschungsergebnisse zeigen demnach, dass das Virus auf das männliche Fortpflanzungssystem zielt. Drei Wochen, nachdem den Mäusen der Erreger in den Körper injiziert wurde, schrumpften die Hoden des Mausbocks auf ein Zehntel der normalen Größe. Ebenfalls fiel der Hormonspiegel und die Paarungslust ging zurück. „Wir haben diese Studie durchgeführt, um die Folgen der Infektion bei Männern zu verstehen“, so Michael Diamond, Co-Autor der Studie. „Da unsere Forschung bisher nur an Mäusen durchgeführt wurde wissen wir noch nicht, ob das Zika-Virus die gleiche Wirkung auf Männer hat. Es liegt allerdings nahe, dass Männer nach Infektion einen niedrigeren Testosteronspiegel aufweisen und sich die Zahl der Spermien reduziert. Dies würde auch die Fruchtbarkeit beeinflussen“, fügt Diamond hinzu.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Das klingt ja fast wie ein Hoffnungsschimmer am Horizont, im Hinblick auf die Geburtenrate in Lateinamerika. Ich hoffe, das bestätigt sich nicht nur bei Ratten. – Klingt makaber, aber aus eigenem Antrieb passiert da absolut nichts. Man vermehrt sich weiter wie die Meerschweinchen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wo man morgen Nahrung und Lebensnotwendiges für die Kinder herkriegt, ohne Sinn, Verstand und Verantwortung.

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