Semana Santa: Ostern in Zentralamerika

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Als Wiege der Tradition der Blumenteppiche gilt die Kolonialstadt Antigua in Guatemala (Foto: CATA)
Datum: 14. Februar 2017
Uhrzeit: 17:42 Uhr
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Autor: Redaktion
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Ein Besuch der zentralamerikanischen Länder zur „Semana Santa“ ist besonders empfehlenswert: Viele der katholisch geprägten Länder führen ihre indigenen Traditionen fort und machen die Karwoche zu einem farbenfrohen Fest mit althergebrachten Bräuchen. Charakteristisch für die Osterzeit sind die spektakulären Blumenteppiche, die ein fester Bestandteil der Prozessionen in Zentralamerika sind. Die farbenfrohen Prozessionsteppiche werden in den Straßen aus verschiedenen natürlichen Materialien wie Sägemehl, Salz, Sand, Textilfarben, Blumen und Früchten hergerichtet. Die mit viel Mühe angefertigten Kunstwerke stellen in der Regel religiöse Motive dar.

Als Wiege der Tradition der Blumenteppiche gilt die Kolonialstadt Antigua in Guatemala, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. In der Stadt wurde der erste Blumenteppich der Region hergestellt und auch die erste Prozession fand in Guatemala am 10. März 1543 in Santiago de los Caballores statt. In den Prozessionen „Nuestra Señora de la Merced“ oder „Jesus Nazareno de Santa Catalina de Bobadilla“ lassen sich beeindruckende Teppich-Kunsthandwerke bewundern. Die Karwoche in Antigua in Guatemala startet am Palmsonntag und endet am Ostersonntag. Die Prozessionen ziehen in diesen Tagen durch das Stadtzentrum und trotz der Ähnlichkeit zu den spanischen Festlichkeiten, werden typische Elemente der Maya-Kultur in die Feierlichkeiten integriert, wie zum Beispiel die Motiveinbindung des Schmetterlings in den Prozessionsteppichen, der in der Maya-Kultur ein Sonnen-Symbol ist, eine der wichtigsten Maya-Gottheiten darstellt.

In der Stadt Léon in Nicaragua können Besucher am Karfreitag in den frühen Morgenstünden in der „Calle de las alfombras“ (dt.: Straße der Teppiche) lokalen Kunsthandwerkern bei der Herstellung von rund 40 Prozessionsteppichen über die Schulter schauen. In den Städten Chalchuapa, Sonsonate und Izalco in El Salvador hat die indigene Bevölkerung einige Bräuche bis heute beibehalten. Besucher können bei den Prozessionen indigene Schamanen beobachten und auch die traditionell mitlaufenden Bruderschaften tragen in diesen Tagen indigene Trachten. In der Gemeinde Texistepeque findet man verkleidete Talcigüines oder Dämonen, die die Leiden Jesus nachstellen.

In Panama wird zu dieser Zeit der Baum “Granadillo” in der Gemeinde La Trinidad im Westen der Hauptstadt verehrt und zählt zu den beliebtesten Wallfahrtsorten der Karwoche. Man glaubt, dass der Baum, der nur am Karfreitag blüht, eine heilende Wirkung hat. Die Blätter werden gesammelt und daraus Tee und Salben hergestellt. Auch werden die Blüten für die Teppiche der Prozessionen verwendet.

Ostern kulinarisch

Neben den zahlreichen Traditionen und Bräuchen wird während der Osterzeit auch auf gutes Essen Wert gelegt: Traditionell wird kein Fleisch gegessen, Fisch und Meeresfrüchte spielen die Hauptrolle bei den zu Ostern typischen Gerichten wie Kabeljausuppe, Reis mit getrocknetem Fisch oder traditionelle Maispasteten. Auch die süßen Nachspeisen werden nicht vernachlässigt: Besonders beliebt sind die „Torrejas“, vergleichbar mit der hiesigen “Arme Ritter“-Speise, von denen es drei verschiedene Arten gibt: mit Brot, mit Reis oder mit Pinol (gerösteter oder gemahlener Mais). In Costa Rica werden kleine Empanadas de Chiverre, eine Art Kürbisfrucht im Teigmantel, Kokoshonig, Milchreis oder Kabeljausuppe serviert.

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