Kolumbien: Hoffnung auf einen Frieden, der auf sozialer Gerechtigkeit basiert

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Nach mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg haben die kolumbianische Regierung und die FARC-Rebellen einen Friedensvertrag unterzeichnet (Foto: presidencia)
Datum: 07. März 2017
Uhrzeit: 13:57 Uhr
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Autor: Redaktion
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Kardinal Rubén Dario Salazar Gómez blickt hoffnungsvoll auf den Friedensprozess in seinem Heimatland Kolumbien. Der Präsident des Rates der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik CELAM sprach am 6. März vor der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Bensberg. Kürzlich seien auch Verhandlungen mit der linken Guerilla ELN eingeleitet worden, die sich zwar als komplex abzeichneten, „uns aber Grund zur Hoffnung geben, dass wir endlich einen Frieden schaffen können, der auf sozialer Gerechtigkeit basiert und es uns ermöglicht, die großen Probleme unseres Landes anzugehen“, sagte Salazar Gómez. Die Kirche im Nachbarland von Venezuela habe den gesamten Friedensprozess unterstützt und begleite nun die Demobilisierung, Entwaffnung und Wiedereingliederung der ehemaligen Guerillakämpfer ins zivile Leben.

Der Erzbischof von Bogotá wurde vom neuen Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz zur Vollversammlung der deutschen Bischöfe begleitet. „Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat wird mit seiner Kampagne ‚Frieden jetzt!‘ die Friedensarbeit der kolumbianischen Kirche weiter tatkräftig unterstützen“, betonte Pater Heinz. Nach mehr als 50 Jahren Krieg und Gewalt sei der Frieden in Kolumbien jetzt endlich möglich. In den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs wurden in Kolumbien in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 220.000 Menschen getötet und Millionen aus ihren Heimatdörfern vertrieben.

Als größte kontinentale Herausforderung nannte der CELAM-Präsident die soziale Lage: Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Lateinamerikas und der Karibik sich als Christen bezeichnet, „herrscht auf unserem Subkontinent die größte wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ungerechtigkeit und Ungleichheit“. Als Antwort auf die dringenden sozialen Fragen habe der Lateinamerikanische Bischofsrat deshalb eine Escuela Social (Soziale Schule) eingerichtet. Ziel sei eine ständige Analyse der Realität auf Grundlage des Evangeliums und der katholischen Soziallehre, um so den sozialen Fragen als Kirche angemessen begegnen zu können.

Als zweite große Herausforderung nannte Salazar Gómez die ökologische Frage: „Amazonien, die große Lunge der Erde, ist bedroht.“ Die lateinamerikanischen Bischöfe hätten dies bei ihrer V. Generalversammlung in Aparecida bereits klar erkannt und Papst Franziskus habe ihnen mit seiner Enzyklika „Laudato sí“ ein sehr wertvolles Instrument an die Hand gegeben. So sei der Lateinamerikanische Bischofsrat auch an der Einrichtung des kirchlichen panamazonischen Netzwerkes REPAM (Red Eclesial PanAmazónica) beteiligt gewesen. Die Kirchen der neun Amazonasstaaten setzen sich darin gemeinsam mit vielen kirchlichen Organisationen – unter ihnen auch Adveniat – gegen die fortschreitende Umweltzerstörung und für das Überleben der indigenen Völker ein.

Im Namen der Kirche in Lateinamerika und der Karibik und insbesondere im Namen der Kirche in Kolumbien dankte Kardinal Salazar Gómez der Kirche in Deutschland für die Freundschaft, Unterstützung und Solidarität: „Sie ist für uns immer eine Quelle der Hoffnung und Ermutigung gewesen.“

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