Castros verstecktes Rebellen-Camp – Im Nationalpark Sierra Maestra

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Sierra Maestra: Viel Zeitgeschichte inmitten viel Natur (Foto: fotolia©robyelo357 (#131894494))
Datum: 24. März 2017
Uhrzeit: 17:56 Uhr
Ressorts: Kuba, Welt & Reisen
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Wachsender Fremdenverkehr hat den Kubanern ein Tor zur Welt beschert, das sich seit wenigen Jahren zunehmend öffnet. Es gewährt gerade den älteren Einheimischen neuartige Einblicke in eine ehemals fremde Welt, die viele Jahre hinter dem Eisernen Vorhang verboten geblieben war. Und der wachsenden Zahl an Besuchern und Gästen aus aller Welt wiederum gelingt ein anachronistisch anmutender Einblick in die Lebenswirklichkeiten eines Kuba, das jahrzehntelang vom Rest der Welt nahezu vergessen schien.

Die „Commandancia de la Plata“

So vergessen wie einst die im Natur-Dickicht sorgsam versteckte Schalt- und Kommandozentrale inmitten grünen Tropen-Dschungels, die der Wanderer auf den Spuren Fidel Castros auf der Karibik-Insel entdecken kann. Das gebirgige Terrain um den höchsten Berg Kubas, den Pico Turquino, ist dicht bewachsen vom tropischen Urwald, mit einigen kleinen Dörfern mittendrin.

Das Gebiet gilt neben dem bekannten Vinales Tal als die schönste Landschaft Kubas und repräsentiert ein Stück Zeitgeschichte inmitten nahezu unberührter Natur, abseits der ausgetrampelten Pfade der Insel.

So ist Santo Domingo Ausgangspunkt einer Exkursion in die Vergangenheit, in die 50er Jahre, als Castro und seine Guerilla-Mitstreiter einst inmitten eines nahezu undurchdringlich erscheinenden Dschungels Zuflucht vor den staatlichen Militär-Schergen des Diktators Fulgencio Batista suchte.

Der Weg dahin führt durch eine dicht bewachsene grüne Naturoase, die schnell verstehen lässt, warum das Rebellen-Quartier seinerzeit unentdeckt geblieben war. Auf dem Gelände stehen auch heute noch viele gepflegte Gebäude, wie etwa die Hütte des Comandante, ausgestattet mit Doppelbett, Kühlschrank und Wohnzimmer.

Zu sehen sind auch unter anderem das Lazarett Che Guevaras, die Radiostation Radio Rebelde sowie Vorrats- und Waffenkammern.

Die Erkundung der Commandancia de la Plata – wie die versteckte Kommandozentrale inmitten der Sierra Maestra von Einheimischen genannt wird – kann auch in Form einer geführten Wanderung im nahe gelegenen Santo Domingo gebucht werden. Für Geschichtsinteressierte wie Naturliebhaber ist die circa dreistündige Wandertour gleichermaßen mehr als empfehlenswert.

Bevor die Tour starten kann, geht es die angeblich steilste Straße Kubas hinauf bis zum Startpunkt der Wanderung, dem Parkplatz Alto Naranjo. Von hier aus geht es zu Fuß weiter. Zur Besteigung des Pica Turquino sind es von hier aus 13 Kilometer. Der einzige Ort „La Platica“ ist rund ein Kilometer entfernt. Auf halber Strecke erreichen Wanderer erste Wachposten, dann das Lazarett bevor es zum eigentlichen Museum geht – 16 Hütten, die über das ganze Areal verteilt sind wie etwa das Justizgebäude, Frauenhaus, Kochhütte, Besucherhaus und natürlich die Casa Fidel.

Grünes Gold

Geführte Wanderungen durch die wilde Fauna an der Seite eines lokalen Guides gibt es auch von anderen Ausgangspunkten ringsum, wie etwa von El Saltón als Startpunkt. Im östlichen Teil der Sierra, nur rund 75 km von Santiago de Cuba entfernt gelegen, bietet sich der Ort als idealer Ausgangspunkt für die Erkundung der dicht bewaldeten Berge und von Wasserfällen durchzogenen Täler mehr als an.

Die wilde Natur der mächtigen Gebirgskette Sierra Maestra im Nationalpark Turquino erstreckt sich bis an das türkisfarbene Meer im Osten des Landes. Die Topographie hat hügeligen Mittelgebirgscharakter mit zahllosen Tälern und Schluchten, umgeben von einer vielfältigen und üppigen Regenwald-Vegetation. Sie ist von Baumfarnen, Lianen, Bromelien und zahlreichen Orchideen-Arten gekennzeichnet.

Vor allem letztere haben den Park bekannt und berühmt unter Naturliebhabern gemacht. Die riesigen Berge des Parks bieten beeindruckende Aussichten, allen voran der Pico Turquino, der mit 1974 m höchste Berg Kubas. Bei klarer Sicht öffnet sich vom Gipfel ein weiter Rundblick über die Berge der Sierra bis hin zum Karibischen Meer. Vom Ausgangsort Las Cuevas im Süden gelangt man in einem Tag auf den Gipfel und wieder hinunter, öffentliche Verkehrsmittel allerdings fehlen.

Nebel und Wolken wabern ab 1500 Metern, bis dahin bietet eine Wanderung immer wieder wunderbare Panoramen mit Dörfern, Buchten und azurblauer Karibik. Hier ist auch das Wahrzeichen Kubas zu Hause, der Tocororo, der Nationalvogel Kubas. Das gelbschnabelige Tier ist für sein schwarzes Gefieder, eine weiße Brust und dunkelrotem Unterleibsring charakteristisch.

Der Nationalpark Turquino

Rund drei- bis fünftausend Wandertouristen pro Jahr stellen sich dem beschwerlichen, zweitägigen Aufstieg zum Gipfel, bei dampfend schwüler Witterung und hoher Luftfeuchtigkeit. Bemooste Hohlwege und Pfade voller Geröll gleichen nach Niederschlägen einer glitschigen Rutschbahn und stellen höchste Anforderungen an Geschick, Kondition und Fitness. Für Wanderungen unbedingt zu empfehlen ist daher robustes Wander-Schuhwerk mit starker Profilsohle.

Der Aufstieg ist dabei nicht linear, sondern erfolgt über den Pico Joaquin und Pico Cuba. Der Abstieg vom Gipfel des Turquino nach „Las Cuevas“ ist recht steil, wobei ein Höhenunterschied von über 1.000 Höhenmetern pro Tag durchmessen werden muss.

Als Herzstück der Bergkette Sierra Maestra ist der Nationalpark Turquino 1991 unter Bewahrung der ursprünglichen Stützpunkte und Guerilla-Lager offiziell zum geschützten Naturreservat ernannt worden. Verschiedene Wanderrouten durchziehen das weitgehend von Menschenhand unberührte, wilde Natur-Areal, das durch undurchdringlich anmutendes Dickicht, hügelige Landschaft und blühende Wildnis gekennzeichnet ist.

Auf den überwiegend von einheimischen Sherpas geführten Touren – buchbar vorzugsweise im nahe gelegenen Santo Domingo – lässt sich eine Vielzahl an Vögeln und einheimischen Tieren im Park beobachten – für jeden Naturliebhaber ein Muss, wenn für den nächsten Urlaub eine Reise nach Kuba geplant ist.

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