Venezuela: SOS-Kinderdörfer warnen vor Kollaps des Gesundheitssystems

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Regierung will die Armut und den Hunger unsichtbar machen (Foto: TVScreen)
Datum: 12. April 2017
Uhrzeit: 07:17 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Keine Medikamente, kein Verbandsmaterial, keine Desinfektionsmittel: Während auf den Straßen von Caracas die politische Krise eskaliert, sterben in den Krankenhäusern der venezolanischen Hauptstadt Kinder. Schon jetzt ist die Kindersterblichkeit mit Abstand die höchste in der Region. Angesichts dieser dramatischen Situation warnen die SOS-Kinderdörfer weltweit vor einem Kollaps des Gesundheitssystems.

„Die medizinische Versorgung der Kinder ist nicht mehr gewährleistet“, sagt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit. Es fehle an allem: „Nicht einmal Latexhandschuhe gibt es, um die Wunden der Patienten steril zu behandeln“, so Yassin weiter.

Der Zustand der Krankenhäuser in Venezuela ist katastrophal: Arzneimittel sind nicht zu bekommen, Operationssäle nicht zu gebrauchen und Ärzte nicht mehr da, weil sie das Land verlassen haben. „Es darf nicht sein, dass Kinder sterben, weil sie ohne medizinische Versorgung bleiben“, sagt Yassin.

Venezuela befindet sich in einem Notstand. Die Wirtschaft in dem Staat, der eines der reichsten Ölvorkommen auf der ganzen Welt besitzt, kollabiert. Weil wegen des niedrigen Ölpreises kaum Devisen zur Verfügung stehen, fehlt es an Lebensmitteln, Dingen des täglichen Bedarfs und inzwischen auch an lebensrettenden Medikamenten.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Miguelito

    Was soll denn da noch kollabieren? Es ist doch eh schon alles am Boden! Leider trifft es wie üblich hauptsächlich die Schwachen und Kinder! Die Politik der restlichen Welt ist standesgemäß, wie nicht anders zu erwarten war, zu spät wach geworden!!! Jetzt, nachdem das Volk endlich richtig aktiv wird , sollte sich vielleicht auch mal eine Fremdregierung um die drogenhaendler aus dem Miraflores kümmern! Erste Massnahmen wären das Erlassen von Einreiseverboten und das Einfrieren von Auslandskonten! Regierungen, die diese Verbrecher unterstützen,gehören ebenso vor den Internationalen Gerichtshof!!!

  2. 2
    thor

    was heißt hier kaum Devisen? Wenn man 90% davon monatlich auf ausländische Konten umleitet oder Landeswährung per Speditionsunternehmen ins (noch) befreundete Ausland schickt, um dort die Kohle zu waschen… Klar, das für so was profanes wie Medikamente und Lebensmittel nichts mehr übrig bleibt. Aber wer hat den 15 Jahre lang Chavez gewählt? Eben…., dann lasst sie noch ein paar Jahre darben damit wenigstens die Generation 15+ niemals mehr Militärs oder Linke wählt…!