Adveniat zeichnet dunkles Bild der Situation in Lateinamerika

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Die Bischöfliche Aktion Adveniat e.V. ist das Lateinamerika-Hilfswerk der Katholiken in Deutschland (Foto: Adveniat)
Datum: 02. Mai 2017
Uhrzeit: 18:31 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Mauern verfestigen Chancenungleichheit. Nationalismus und Protektionismus gehen zu Lasten der Armen.“ Das hat Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz SVD im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz des Lateinamerika-Hilfswerks am 2. Mai in Essen betont. Da es für viele junge Menschen in Süd- und Mittelamerika keine Lebens- und Arbeitsperspektiven in ihren Heimatländern gebe, reiße der Strom junger Migranten trotz der Abschottungs-Politik der USA nicht ab. Zudem sei das Vertrauen in die Politik angesichts von Korruption und Straffreiheit in vielen Ländern Lateinamerikas und der Karibik auf dem Tiefpunkt, sagte Pater Heinz. Adveniat unterstütze das Engagement der katholischen Kirche für Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit. Entsprechend habe das Lateinamerika-Hilfswerk im vergangenen Geschäftsjahr etwa 2.500 Projekte mit mehr als 40 Millionen Euro gefördert. „Adveniat geht es um jeden einzelnen Armen und Benachteiligten in Lateinamerika und der Karibik“, sagte Pater Heinz. „Jeder Mensch hat das Recht auf ein würdevolles Leben. Dafür setze ich mich als neuer Hauptgeschäftsführer ein.“ Dass die Hilfe von Adveniat und die Solidarität der Spenderinnen und Spender in Deutschland dringend notwendig sind, habe Pater Heinz während seiner 20 Jahre als Steyler Missionar in Ecuador, Nicaragua und Bolivien immer wieder erfahren.

Massenproteste gegen die Regierung in Venezuela, steigende Mordraten in Mittelamerika, weiterhin bittere Armut in Haiti – Adveniat-Bischof Dr. Franz Josef Overbeck zeichnete im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz ein dunkles Bild der Situation in Lateinamerika und der Karibik. Die Menschen litten zudem unter den Folgen des globalisierten Wirtschaftssystems. Krieg und Hunger trieben sie aus ihren Ländern. Es könne keine Lösung sein, sich gegen diese Not mit einer Mauer abzuschotten, wie es US-Präsident Trump an der Südgrenze plane, unterstrich auch Bischof Overbeck. Die Unterstützung für den Subkontinent sei weiterhin dringend notwendig. „Adveniat lebt die unbedingte Solidarität mit den Menschen, die Gerechtigkeit verlangen. Adveniat trägt in Deutschland dazu bei, dass der Schrei der Ausgeschlossenen gehört wird“, sagte Overbeck.

Mit seinen Partnern in Lateinamerika setze Adveniat in den gemeinsamen Projekten zentrale Forderungen der Enzyklika Laudato sí‘ von Papst Franziskus um, sagte Bischof Overbeck. „Ich denke dabei an die bolivianischen Migranten, die unter sklavenähnlichen Verhältnissen in Nähereien in São Paulo arbeiten. An die Bauern in Guatemala, die aufgrund der Freihandelsverträge ihres Landes mit den USA ihren Mais nicht mehr verkauft bekommen. Oder an die Indigenen in Ecuador, die unter der Zerstörung des Regenwaldes aufgrund der Ölförderung leiden.“

Unter dem Motto „Faire Arbeit. Würde. Helfen.“ wird Adveniat das Recht auf menschenwürdige Arbeit in den Mittelpunkt der Weihnachtsaktion 2017 stellen, kündigte Pater Heinz an. Denn in Lateinamerika und der Karibik sei vielen Menschen der Zugang zu gerecht bezahlter Arbeit verwehrt. „Durch die Förderung von Bildungs- und Ausbildungsprojekten sowie die Unterstützung von Menschenrechtsarbeit und den Schutz der Umwelt tritt Adveniat entschieden für gerecht bezahlte, nachhaltige und inklusive Arbeitsbedingungen ein“, sagte der neue Hauptgeschäftsführer.

Auf 47,8 Millionen Euro hätten sich im vergangenen Geschäftsjahr 2015/2016 die Einnahmen aus Kollekten, Spenden und weiteren Erträgen belaufen, sagte Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Einnahmen damit relativ konstant geblieben. Die Weihnachtskollekte sei 2015 zwar aufgrund des demographischen Wandels auf 25,6 Millionen Euro (2014: 27,4 Millionen Euro) gesunken, die Einzelspenden konnten hingegen auf 11,6 Millionen Euro (2014: 10,9 Millionen Euro, 2013: 8,8 Millionen Euro) gesteigert werden. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) habe Adveniat erneut das Spenden-Siegel zuerkannt. Weniger als zehn Prozent der Einnahmen verwende das Hilfswerk für Werbung und Verwaltung – das sei nach DZI-Kriterien niedrig, betonte Jentgens. Im deutschlandweiten Vergleich gehöre das Lateinamerika-Hilfswerk nach wie vor zu den effizientesten und kostengünstigsten Hilfsorganisationen.

Pressemitteilung

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  1. 1
    Miguel-Ito

    Ach, da meldet sich die katholische Kirche! Und was tut sie??? NICHTS ! Ihr müsst dort sein, wo es brennt!!! Nicht „Schäfchen“ zählen und ordentlich Kollekten sammeln!!!! In VE gehört die Kirche an die FRONT!!!!!! Sonst habt ihr bald keine „Schäfchen“ mehr, die ihr a) zählen oder b) abkassieren könnt!

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