Krise in Venezuela: Dringend humanitäre Hilfe erforderlich

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Maduro-Regime geht brutal gegen Demonstranten vor (Foto: Primero Justicia Zulia)
Datum: 11. Mai 2017
Uhrzeit: 18:52 Uhr
Leserecho: 18 Kommentare
Autor: Redaktion
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Angesichts der schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise in Venezuela fordern MISEREOR und erlassjahr.de, möglichst bald ein faires Entschuldungsverfahren auf den Weg zu bringen, das den Menschen im Land zugutekommt. „Wir appellieren an die Internationale Gemeinschaft, die Augen nicht länger vor der sich anbahnenden Hungerkrise in Venezuela zu verschließen“ mahnt Almute Heider, Länderreferentin für Venezuela beim Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR. „Sie muss auf Präsident Maduro einwirken, endlich den humanitären Notstand auszurufen, um Hilfe aus dem Ausland und von internationalen Organisationen zu ermöglichen.“ Dieser Schritt sei dringend notwendig, um die täglich wachsende Zahl von Bedürftigen versorgen zu können. „Präsident Maduro weigert sich jedoch bislang, dieser Aufforderung nachzukommen und verschlimmert damit die Situation“, kritisiert Heider.

MISEREOR-Partner berichten von katastrophalen Zuständen im Land: „In Folge des politischen und wirtschaftlichen Niedergangs in den vergangenen drei Jahren sind die Menschen verarmt“, erklärt Heider. „Unterernährung und Hunger in großen Teilen der Bevölkerung sind die Folge. Güter des täglichen Gebrauchs sind knapp, es fehlen 85 Prozent aller Medikamente, und die Sicherheitslage ist extrem prekär.“ Kinder und chronisch Kranke treffe die Krise besonders hart. Dazu kämen immer häufiger Menschenrechtsverstöße: „Nichtregierungsorganisationen, darunter auch MISEREOR-Partner, die auf die Missstände aufmerksam machen, sehen sich mehr und mehr Repressalien und Bedrohungen ausgesetzt.“

Venezuela ist eines der führenden Ölexportländer, steckt aber in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise, die auch zu einer hohen Verschuldung beigetragen hat. Dem Ölstaat fehlt sogar das Geld, Grundnahrungsmittel zu importieren. „Die 10 Milliarden US-Dollar, die das Land jährlich an Schuldendienst leistet, würden ausreichen, um die gravierenden Versorgungslücken beim Import von Lebensmitteln und Medikamenten zu schließen“, erklärt Jürgen Kaiser, Politischer Koordinator beim deutschen Entschuldungsbündnis erlassjahr.de. „Eine Einstellung der Zahlungen wäre daher ein wichtiger Schritt, um einen weitere Verschärfung der sozialen Krise zu verhindern.“

MISEREOR und erlassjahr.de fordern die Gläubiger Venezuelas auf, sich an einem fairen Verfahren zur Lösung der Schuldenkrise zu beteiligen, wie es die so genannte „Roadmap for a Sovereign Debt Workout“ der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung vorschlägt.

Ein solches Verfahren würde sicherstellen, dass durch eine unabhängige Instanz geprüft wird, wie viel erlassen werden muss, damit die Schuldenlast ein tragfähiges Niveau erreicht. Außerdem würde die Zivilgesellschaft in den Prozess mit einbezogen, um so für alle Beteiligten eine faire Lösung zu finden und dafür zu sorgen, dass die Entschuldung tatsächlich den Menschen im Land zugutekommt.

MISEREOR unterstützt in Venezuela derzeit 11 Projekte maßgeblich in den Bereichen Menschenrechte und Bürgerbeteiligung mit einem Fördervolumen von mehr als 1,8 Millionen Euro. Die MISEREOR-Partner engagieren sich vor allem in der Förderung der Rechtssicherheit und der Einforderung der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte.

erlassjahr.de setzt sich dafür ein, dass den Lebensbedingungen der Menschen in den verschuldeten Ländern mehr Bedeutung beigemessen wird als der Rückzahlung von Schulden. Das Bündnis mit über 600 Mitträgerorganisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft ist eingebunden in ein weltweites Netzwerk nationaler und regionaler Entschuldungsinitiativen.

erlassjahr.de und MISEREOR geben gemeinsam den Schuldenreport heraus. Der Report bietet eine Übersicht über die Situation verschuldeter Entwicklungs- und Schwellenländer und bewertet die Rolle Deutschlands gegenüber diesen Ländern.

Pressemitteilung

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  1. >>>„Die 10 Milliarden US-Dollar, die das Land jährlich an Schuldendienst leistet, würden ausreichen, um die gravierenden Versorgungslücken beim Import von Lebensmitteln und Medikamenten zu schließen“, erklärt Jürgen Kaiser, Politischer Koordinator beim deutschen Entschuldungsbündnis erlassjahr.de. „Eine Einstellung der Zahlungen wäre daher ein wichtiger Schritt, um einen weitere Verschärfung der sozialen Krise zu verhindern.“<<<
    Das ist eine so unverschämte Lüge, dass man sich unwillkürlich fragt, auf welcher Seite diese Leute eigentlich stehen. Tatsache ist, das Regime hat dem venezolanischen Volk in 18 Jahren Tausende von Milliarden geraubt. Geld genug ist vorhanden, um die Bevölkerung bestens mit allem Notwendigen zu versorgen. Die Verbrecher der PSUV rücken es nur nicht raus sondern behalten es für sich privat. Wer dazu aufruft, denen Schulden zu erlassen, stellt sich damit an deren Seite.

  2. 2
    Werner J. Scholz

    Oh mein Gott, vom welchen Stern ist dieser Mann? Hier kann man nicht von einem gesunden Menschenverstand ausgehen. Mit dieser Regierung funktioniert nichts, ueberhaupt nichts. Also sollte man andere Loesungen suchen, da gibt es doch weltweit Spezialisten dafuer!!!!! IRONIEENDE!!!!

  3. 3
    Tom Brisky

    Richtig Herr Bauer !! Diese Forderung ist der blanke Hohn für jeden hart arbeitenden Venozuelaner, dessen Ersparnisse sich durch die Staatskassen-Plünderung dieses korrupteN Narco-Regimes in den letzten paar Jahren in Luft aufgelöst haben.
    MEINE HERREN! Wenn diese Schulden erlassen werden so schnappt sich das freiwerdende Geld sofort ein gieriger General oder ein gewiffter Beamter der am Honigtopf sitzt.
    Dieses Land braucht eine neue Führung in der Armee. Eine Führung welche Moral und Ethik hat, in ihren eigenen Reihen aufräumt, endlich für mehr Sicherheit sorgt und neutrale Wahlen auf allen Ebenen organisiert.
    Ob dies friedvoll zu erreichen ist? Leider Nein, denn die Herren Diosdado, Padrino, El Aissami etc. wollen nicht für den Rest ihrer Tage im Knast für ihre Untaten büssen.
    Doch wer hat die Macht um diese Herren mit Waffengewalt entfernen? Das unorganisierte Volk leider nicht aus eigener Kraft. Wie weiter?

  4. 4
    fideldödeldumm

    Dieser Herr Kaiser ist genau einer von diesen sogenannten Gutmenschen, wo ich mich dann immer frage, ob diese Person einfach nur so naiv ist, total verblödet oder total korrupt ist. Da laufen in Deutschland auf jeden Fall eine Menge von rum.

    • 4.1
      Colonel

      Der Autor dieses Artikels hat nicht das Geringste verstanden, um was es hier wirklich geht. Die Regierung unter Maduro ist seit Jahren auf Raubzug und hat sämtliche Einnahmen verzockt, die sie aus den besseren Tagen der Ölförderung erzielen konnten. Dennoch ging es den Menschen noch etwas besser, als es heute der Fall ist. Man stelle sich nur mal den Irrsinn vor: Man kann für den Preis eines einzigen Liter Trinkwassers 250 Liter Benzin kaufen, so fern es noch an einigen Tankstellen Benzin zu kaufen gibt. Die eigene Produktion von raffinierten Kraftstoffen ist auf fast „0“ abgesackt, weil keine einzige Raffinerie mehr richtig funktioniert. Ich habe diese maroden Anlagen mit eigenen Augen gesehen, als ich nur über Umwege (über Brasilien) einreisen konnte. Der Raub geht weiter, in dem man die wertlose venezulanische Bolivar doch tatsächlich bei der Bank frech für den Kurs 1:10 verkauft, wo man an (fast) jeder Straßenecke den Kurs bereits schon für 1:1000 bekommt.. Keine einzige Fluggesellschaft mehr aus dem westlichen Ausland fliegt direkt nach Venezuela, weil sie enorme Verluste im Wechselgeschäft hinnehmen mussten.Nur Tickets, die im Ausland valutierbar verkauft wurden, ermöglichen noch den indirekten flug nach Caracas und anderen venezulanischen Flughäfen. Diese Areale sind mittlerweile dermaßen runtergekommen, weil kaum noch Fluggäste in Venezuela landen wollen. Beim Zoll nehmen sie Dich solange auseinander, bis Du entweder einige hundert Dollar oder Euro auf den Tisch gelegt hast um Dich „frei zu kaufen“. Danach geht die Odyssey weiter, weil die nächsten Raubritter von „Taxifahrern“ ihre Beute riechen. Nicht selten passiert es in Venezuela, dass der Tourist gar nicht an seinem Wunschort ankommt, weil er von diesen Bluthunden in ein einsames Viertel gefahren und dann ausgeraubt wurde. Ich lebe zur Zeit in Brasilien, wo diese Machenschaften auch nicht gerade selten passieren, aber hier kann man sich besser schützen, in dem man direkt am Flughafen in einem Büro ein offizielles Taxi bestellen kann. Hier wird die Tour vorher angegeben und der Name des Taxifahrers registriert. Das Geld zahlt man dann direkt im Voraus in dem Büro, man hat also keine Geldgeschäfte im Taxi abzuwickeln.

      Kurzum: Venezuela ist ein sehr gefährliches Land geworden, weil Armut und mittlerweile Hunger auf der Tagesordnung steht. Täglich sterben dort viele hundert Menschen an nicht behandelten Krankheiten, weil es keine Medikamente mehr gibt. Die Krankenhäuser müssen ihre Patienten sterben lassen und schauen dabei noch hilflos zu. Auf den Schwarzmärkten kann man 1 Kg Reis für sage und schreibe 250 Dollar kaufen, was für einen durch Inflation ausgebluteten Venezulaner nicht mehr erschwinglich ist. Will er diesen Reis in einem Supermarkt kaufen, steht er manchmal tagelang an, ohne zu wissen, ob er überhaupt noch Reis bekommt, wenn er dran ist. Klopapier und Damenhygiene ist in ganz Venezuela so gut wie gar nicht mehr zu bekommen und wenn, dann für horrende Preise auf dem Schwarzmarkt. Und genau diese Schwarzmarkthändler haben Verbindungen zur Regierung und werden als „normale“ Aufkäufer in den Supermärkten bevorzugt, weil sie heimlich höhere Einkaufspreise bezahlen, als die staatlichen Preise es vorsehen. Der kümmerliche Rest wird an die restliche Bevölkerung verkauft, so fern noch was übrig geblieben ist. So habe ich Venezuela kennengelernt. Ein wunderschönes Land kollabiert unter der Herrschaft Maduros und versinkt im Chaos. Wer diesem Land jetzt einen Schuldenerlass zugesteht, unterstützt diesen barbarischen Kurs der Regierung noch mehr, weil dieses „frei“ gewordene Geld garantiert nicht bei der Bevölkerung ankommt, sondern in den Taschen der Korrupten für immer verschwinden wird. Warum sollte sich etwas ändern, wenn es schon viele Jahre so geht? Hier müssen politischer Druck aufgebaut, zivile Hilfsorganisationen vor Ort direkte Hilfe am Menschen leisten und Sonderflüge für dringend benötigte medizinische Geräte und Medikamente organisiert werden. Und das SOFORT !!! Wer jetzt wegschaut, macht sich am Untergang dieses wunderschönen Landes mitschuldig und begünstigt das weitere Sterben vieler tausend Menschen. Von unendlich vielen Toten aus dem kriminellen Millieu durch Schusswaffen will ich gar nicht erst berichten, das würde mir ohnehin keiner glauben.

      • 4.1.1
        Miguel-Ito

        Danke für diesen Kommentar !!! Er spricht mir aus der Seele!

  5. 5
    Der Bettler

    Ich weiß auch nicht,was den gestochen hat.Schuldenschnitt…für Waffen für die Miliz und Gasbomben
    für das Volk, der hat ja überhaupt keine Ahnung was in Venezuela abläuft.Humanitäre Hilfe wären von vielen Ländern umsonst,wenn der Regierungsverbrecher es zulassen würde.Unglaublich was für Trotteln auch in Deutschland rumlaufen.

  6. 6
    gringo

    Zuerst müssen die Ursachen beseitigt werden!!!!

  7. 7
    Der Bettler

    @ Colonel,die Aire France fliegt noch direkt Paris Caracas.Bin erst vor kurzen zurückgeflogen,und fliege September wieder nach Venezuela,falls bis dahin überhaupt noch was geht.

  8. 8
    Robert

    Etwas habe ich nicht verstanden: Venezuela ist meines Wissens, ein Land das durch seinen geographische und klimatische Lage durchaus erlaubt mehrere Ernten pro Jahr einzufahren um zumindest den Bedarf an Grundnahrungsmitteln zu sichern. Soweit ich weiß wird selbst durch das Maduro System der Anbau für den Eigenbedarf nicht behindert. Warum ist die Situation soweit zugespitzt, daß selbst indegene Venezuelaner aus dem Orinoca-Delta, die eigentlich immer noch Selbstversorger sind,vor dem Hunger nach Brasilien fliehen müssen? Oder handelt es sich hier vielmehr um eine Krise bei der städtischen Bevölkerung?

    • Bereits unter Chávez wurden landwirtschaftliche Flächen in grossem Umfang enteignet und zumeist an „Freunde der Revolution“ verschenkt, die an deren Bewirtschaftung nicht das geringste Interesse hatten und auch nicht über die nötigen Grundkenntnisse verfügten. Öl- und Getreidemühlen wurden enteignet, ebenso Anlagen zur Aufbereitung von Reis und anderen Lebensmitteln. Zu den Bewohnern des Orinoco Deltas kann ich nicht sagen. Aber das sind ja nicht die Indios, die nach Manaus geflüchtet sind. Auch in den abgelegenen Gebieten kann sich nicht mehr jedes Dorf komplett selbst versorgen.

      Solange Devisen und Importlizenzen noch einigermassen zugänglich waren, ließ sich vieles durch Importe kompensieren. Doch das ist lange vorbei. Die PSUV-Bande betrachtet jeden Dollar als ihr persönliches Eigentum und weigert sich, zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft und der Versorgung der Bevölkerung Devisen bereitzustellen. Die könnten dann ja nicht im eigenen Geldbeutel landen. Das allein ist die Ursache des Elends, keine sozialistische Misswirtschaft, keine Wirtschaftskrise und kein Verfall des Ölpreises, wie ignorante Dummschwätzer ständig behaupten.

  9. 9
    Miguel-Ito

    Die Kohle ist da! Leider hat sich Brut um Maduro privat damit eingedeckt! Daher erneut mein Aufruf: Sperrung / Einfrierung sämtlicher Auslandskonten der Regierung und seiner Mitglieder / Familien!

    • 9.1
      gringo

      Sehr guter Vorschlag.

      • 9.1.1
        Miguel-Ito

        Danke! Ich hätte noch einen weiteren Vorschlag: Einreiseverbote weltweit für das o.g. Klientel!!!!!

      • 9.1.2
        Martin Bauer

        Ganz im Gegenteil! Ein guter Wachhund lässt Einbrecher REIN, aber nicht mehr RAUS!

      • 9.1.3
        Miguel-Ito

        Da kann ich nur den „Rottweiler“ empfehlen!!! Familientreu, kinderlieb (je nach Erziehung natürlich), macht allein vom Erscheinungsbild was her und ist eine echte Kampfsau!! Er enspricht auch der Anforderung >>>Reinlassen! aber nicht wieder raus!!!!!! Phantastische Rasse!!!!!

      • 9.1.4
        Miguel-Ito

        Herr Bauer, ich glaube,wir uns ein wenig missverstanden; Was ich meinte, ist, zu verhindern, dass die Verbrecher das Land (mit oder ohne „Beute“) verlassen können!

      • 9.1.5
        Martin Bauer

        Miguel-Ito, ich hatte Sie schon richtig verstanden. Mein Gedanke ging dahin, daß man sie im Ausland, samt Beute, sofort ergreifen kann, was hier in Venezuela z.Zt. noch nicht möglich ist.