Proteste in Venezuela: Zwei weitere Todesopfer in Táchira

landesweit

In San Cristobal, der Hauptstadt des Bundesstaates Táchira, wurden am Mittwoch (17.) zahlreiche Läden geplündert und staatliche Verteilerzentren in Brand gesetzt (Fotos: Twitter/Capriles)
Datum: 18. Mai 2017
Uhrzeit: 10:31 Uhr
Leserecho: 10 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im südamerikanischen Land Venezuela spitzt sich die Lage weiter zu. In San Cristobal, der Hauptstadt des Bundesstaates Táchira, wurden am Mittwoch (17.) zahlreiche Läden geplündert und staatliche Verteilerzentren in Brand gesetzt. Inzwischen gibt es zwei weitere Todesopfer zu beklagen. José Francisco Guerrero (15) und Manuel Castellano (30) wurden mit Schüssen in Bauch und Kopf getötet, laut Augenzeugen waren Soldaten der Nationalgarde für die Tat verantwortlich.

Um sich den landesweiten Protesten entgegenzustellen, will das Verteidigungsministerium rund 2.600 Nationalgardisten in die Region an der Grenze zu Kolumbien entsenden. Die Opposition spricht von einer „endgültigen Militarisierung“ der Gesellschaft. In der Nacht auf Donnerstag haben Zehntausende Menschen in Caracas mit einer friedlichen Demonstration ein Ende der Gewalt gefordert. Die venezolanische Hauptstadt glich einem Lichtermeer, Soldaten und Sicherheitskräfte griffen nicht ein.

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Kommentarbereich

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  1. Die Demonstration in Caracas war deshalb friedlich,weil sie zum Massaker nach Tachira aufgebrochen sind.

  2. Die Menschen aus Caracas, Maracaibo und anderen Metropolen sollten sich für eine Weile in Tachira einquartieren!

  3. 3
    Miguel-Ito

    Meinen Sie nicht, dass die Menschen aus den genannten Metropolen „ihren Arsch genauso hingehalten“ haben, wie die Bürger Tachiras??????

    • Sie verstehen mich falsch. Die Menschen anderer Metropolen sollten eben NICHT ihren Hintern hinhalten, sondern vorübergehend denen in Tachira helfen, die dorthin abkommandierten Soldaten zur Hölle zu jagen. – Egal ob in der Wirtschaft oder im Krieg, im Kampf erzielt man Forstschritte dort, wo man seine Kräfte konzentriert einsetzt. Das geht immer nur zeitlich begrenzt, da man sich gleichzeitig andernorts schwächt, was vorbei sein sollte, bevor der Gegner sich darauf einstellt. Die Regierung praktiziert das, die Bevölkerung nicht.

  4. Es ist eine Frage der Taktik und der Nummern.Die Taktik müsste sein gleichzeitig auf die Strasse gehen.D.h wenn Aktionen koordiniert werden im ganzen Land abstimmen,viele Unruheherde am selben Tag sind schwieriger zu unterdrücken .(die Zahl der Repressoren ist begrenzt). Zweifelsohne ist die Menge der Repressiven Kräfte pro Kopf in Tachira und auch Merida am höchsten.Das heisst Caracas mit seinen grossen Menschenmengen könnten mehr Druck ausüben als zum Beispiel ein kleines Dorf in den Anden.

    • „Die Taktik müsste sein gleichzeitig auf die Strasse gehen.“ Schon richtig, als generelle Basis. Aber dann muss man auf die Aktionen des Gegners flexibel reagieren. Wenn er Kräfte an auf einen Ort konzentriert, könnte man diese auf der Reise behindern, am Zielort noch stärkere Kräfte zusammenziehen, was Risiken in sich birgt, oder den Zielort verlassen und andernorts schwächere Einheiten vertreiben. Dann wäre die „Truppenverlegung“ des Gegners sinnlos vergeudete Energie und sie müssten eiligst dorthin eilen, wo ihre Kollegen in Bedrängnis sind. So kann man sie langsam aufreiben, bis sie völlig die Kontrolle verlieren. – Dann kämen wohl Militär und/oder die Kubaner zum Einsatz. Die nächste Stufe der Eskalation, die im Ausland Beachtung finden würde.
      Wichtig sind Koordination und Flexibilität. Kämpfe vermeiden, die man nicht gewinnen kann, aktiv Stärke zeigen, wo man kann.

  5. Theoretisch betrachtet ok. Aber in Tachira wird Mobilität und Flexibilität unterbunden.Die Leute haben quasi kein Benzin mehr.Die Tankstellen bedienen nur noch offizielle Fahrzeuge.Ein abgelegenes Dorf in den Anden haben sie 3 Tage angegriffen(GNB und Colectivos) ,denen Strom und Internet sowie Telefonlinien gesperrt.Trotzdem konnten die sich wehren und die Angreifer zur Aufgabe bewegen.Ein anderer Aspekt ist auch die emotionale Seite,wenn die eine Kleinstadt/Dorf überfallen viele Einwohner teils schwer verletzten und 2 Jugendliche töten, ist keine durchdachte Aktion mehr möglich.Klar weissen viele Aktionen Organisationsmängel auf,aber in Venezuela ist man allgemein nicht gerade ein Organisationstalent.Manche können das mit bewundernswertem Mut ausgleichen.Besser wäre natürlich mit möglichst wenig Opfern das Maximum zu erreichen.

    • „..wenn die eine Kleinstadt/Dorf überfallen viele Einwohner teils schwer verletzten und 2 Jugendliche töten, ist keine durchdachte Aktion mehr möglich“ genau dies, und einiges andere, das Sie beschreiben, ist ja die Strategie der Regierungskräfte. Der Fehler des Wiederstandes liegt darin, dass sie mehr reagieren, als agieren. Man muss den Gegner in die Defensive zwingen, aber das Gegenteil passiert. – Hier fehlen Fachleute zur Führung und Koordinierung. Wie und wo die zu finden sind, möchte ich hier nicht erläutern. Zur Zeit will auch niemand eine solche Rolle übernehmen, da man sonst vom SEBIN zuerst auf’s Korn genommen werden. Das geht nur aus der Anonymität heraus.

      • 5.1.1
        annaconda

        Das ist ja das Problem,Zivilisten ohne strategische Ambitionen/Ausbildung ausgerüstet nur mit dem Willen der Freiheit stehen Militärs gegenüber, ausgerüstet mit der Böshaftigkeit und bewaffnet bis an die Zähne.Ein ungleicher Kampf aber steter Tropfen höhlt den Stein.1700 Chavistas an der Macht 500000 aktive Chavistas = 29.498.300 Tropfen……einfach ausgedrückt

      • 5.1.2
        Martin Bauer

        Aus unseren Betrachtungen folgt der Schluss, dass man dem Gegner die Mittel zur Kommunikation nachhaltig nehmen muss. Das lässt sich ja gewaltlos wunderbar bewerkstelligen, wenn man Experte auf dem Gebiet ist. Allerdings muß man die Kubaner da voll mit einbeziehen.