Chile: Grundsteinlegungszeremonie für das Extremely Large Telescope

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Künstlerische Darstellung des ELT in Betrieb (Foto: ESO)
Datum: 29. Mai 2017
Uhrzeit: 11:33 Uhr
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Autor: Redaktion
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Michelle Bachelet Jeria, die Präsidentin der Republik Chile, hat an einer Zeremonie zur Grundsteinlegung des Extremely Large Telescope (ELT) der ESO teilgenommen, die am Paranal-Observatorium im Norden Chiles in der Nähe des Standorts des zukünftigen Riesenteleskops stattgefunden hat. Dieser Meilenstein ist der Startschuss für die Bauphase von Kuppel und Teleskopstruktur des weltgrößten Teleskops für das sichtbare Licht und leitet eine neue Ära in der Astronomie ein. Gleichzeitig wurde das Obseravtorium an das nationale chilenische Elektrizitätsnetz angeschlossen.

Tim de Zeeuw, der Generaldirektor der ESO, Roberto Tamai, der ELT-Programmmanager und Andreas Kaufer, der Direktor des La Silla-Paranal-Observatoriums empfingen Präsidentin Bachelet. Ebenfalls anwesend waren Aurora Williams, die Ministerin für Bergbau, Wirtschaftsminister Luis Felipe Céspedes und Andrés Rebolledo, der Energieminister. An der Zeremonie nahmen zusätzlich viele angesehene internationale und chilenische Gäste aus Politik und Industrie teil, dazu ESO-Wissenschaftler und Ingenieure sowie Vertreter lokaler und internationaler Medien.

Höhepunkt der Zeremonie war das Versiegeln einer Zeitkapsel, die die ESO vorbereitet hatte. Sie enthält ein Poster mit Fotografien derzeitiger ESO-Mitarbeiter und ein Exemplar des des Buchs, das die wissenschaftliche Zielsetzung des Teleskops beschreibt. Die Abdeckung der Zeitkapsel besteht aus einem gravierten Sechseck aus Zerodur®, das einem Modell eines der Hauptspiegelsegmente des ELT im Maßstab 1:5 entspricht.

In ihrer Rede betonte die Präsidentin: “Mit dem symbolischen Beginn dieser Bauarbeiten errichten wir mehr als nur ein Teleskop: Es stellt in beispielloser Art und Weise unsere wissenschaftlichen und technologischen Möglichkeiten dar und demonstriert das gewaltige Potential internationaler Zusammenarbeit.”

Tim de Zeeuw bedankte sich bei der Präsidentin und ihrer Regierung für ihre kontinuierliche Unterstützung der ESO in Chile und den Schutz der beispiellosen Nachthimmelsqualität im Land: “Das ELT wird Entdeckungen machen, die wir heute noch gar nicht vorhersehen können, und es wird mit Sicherheit unzählige Menschen auf der ganzen Welt dazu inspirieren, über Wissenschaft, Technologie und unseren Platz im Universum nachzudenken. All das zum Wohle der ESO-Mitgliedsländer, für Chile und den Rest der Welt.”

Patrick Roche, der Präsident des ESO-Rats, fügt hinzu: „Dies ist ein Meilenstein in der Geschichte der ESO, das ELT wird das leistungsfähigste und ehrgeizigste Teleskop seiner Art sein. An diesem Punkt sind wir nur dank der langjährigen Anstrengungen unzähliger Menschen in den ESO-Mitgliedsländern, in Chile und anderswo angelangt. Ich möchte mich bei all diesen Leuten bedanken und freue mich sehr, viele von ihnen heute hier zu sehen, um diesen Augenblick zu feiern.“

Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 39 Metern wird das Extremely Large Telescope (ELT) das größte optisch-nahinfrarote Teleskop der Welt sein und den Teleskopbau in eine neue Welt führen. Das Teleskop wird von einem gewaltigen drehbaren Kuppelbau mit 85 Metern Durchmesser geschützt – vergleichbar mit der Fläche eines Fußballfelds.

Vor einem Jahr hat die ESO mit dem ACe-Konsortium bestehend aus Astaldi, Cimolai und der EIE Group als nominiertem Subkontraktor einen Vertrag über den Bau von Kuppel und Teleskopstruktur geschlossen (eso1617). Dabei handelte es sich um den Vertrag mit dem größten finanziellen Volumen , den die ESO jemals abgeschlossen hat, und gleichzeitig auch um den größten in der bodengebundenen Astronomie überhaupt. Mit der Grundsteinlegung hat der Bau von ELT-Kuppel und Teleskopstruktur nun auch offiziell begonnen.

Die Zeremonie markiert gleichzeitig die Anbindung der ESO-Standorte Cerro Paranal und Cerro Armazones an das nationale chilenische Elektrizitätsnetz. Die Anbindung wurde durch die Unterstützung der chilenischen Regierung möglich gemacht und wird von der chilenischen Grupo SAESA verwaltet. Durch die Anbindung werden Kosten reduziert und gleichzeitig Verlässlichkeit und Stabilität der Stromversorgung erhöht. Außerdem bessert sich dadurch die CO2-Bilanz des Observatoriums.

Das ELT ist nur das jüngste der vielen Projekte der ESO über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg, das von der kontinuierlichen Unterstützung der Regierung des Gastlands Chile profitiert. Der starke Rückhalt des Außenministeriums, des Energieministeriums (Minenenergia) und der Nationalen Energiekommission (CNE) hat sich bei der erfolgreichen Anbindung des Standorts an das Elektrizitätsnetz als äußerst wertvoll erwiesen.

Das Gelände, auf dem das ELT errichtet werden wird, wurde von der chilenischen Regierung gestiftet und ist außerdem durch eine große Konzession für die umgebenden Ländereien geschützt, die den ungestörten Betrieb des Teleskops in der Zukunft erst möglich machen – und damit dazu beiträgt, des Status Chiles als führender astronomischer Standort zu sichern.

Das ELT wird das größte „Auge“ sein, das man bis dato an den Himmel richten wird und vermutlich unsere Wahrnehmung des Universums revolutionieren. Es wird sich einigen der größten astronomischen Herausforderungen unserer Zeit annehmen, darunter Tests von erdähnlichen Exoplaneten auf Spuren von Leben, die Beobachtung der frühen Stadien des Universums, um unsere Ursprünge zu erforschen, und die Natur der Dunklen Materie und der Dunklen Energie zu verstehen. Es wird neue Fragen aufwerfen, an die heutzutage noch gar nicht gedacht wird und dank neu entwickelter Technologien und ingenieurtechnischer Durchbrüche auch die Lebensqualität auf der Erde verbessern.

Sein „Erstes Licht“ soll das ELT im Jahr 2024 einfangen. Die Grundsteinlegung markiert den Beginn einer neuen Ära in der Astronomie.

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