Ecuador: Hai-Schutz mit Hindernissen

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Der WWF Ecuador klärt darüber auf, welche Arten besonders geschützt werden müssen und wie versehentlich gefangene Haie aus den Netzen befreit werden können (Foto: WWF Ecuador)
Datum: 17. Juni 2017
Uhrzeit: 11:16 Uhr
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Autor: Redaktion
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365 Tage im Jahr müssten Ecuadors Meeres-Ranger eigentlich auf See sein. Denn Haie kennen keine Feiertage – und Wilderer auch nicht. In verschiedenen Schichten überwachen Patrouillen aus zwei bis vier Männern und Frauen die Meeresschutzgebiete vor Ecuador, abhängig von Ebbe und Flut, Mondphasen, dem Schwarmverhalten der Fische und den Hauptfangzeiten der Fischer. Die Ranger schützen hier eine unglaublich reichhaltige Unterwasserwelt. Sie haben Erfahrung darin, Ecuador gilt als unangefochtener Meister des Hai-Schutzes in Südamerika. Trotzdem sind die Haie nicht einmal hier wirklich sicher. Und Ecuadors Meeres-Ranger stoßen an ihre Grenzen.

Zerbrechliches Paradies

Schildkröten, Wale und Delfine, unzählige Fische, Rochen, Korallen und Krebse: Der Ostpazifik vor Ecuador beherbergt eine bemerkenswerte Vielfalt an Arten. Dazu gehört das weltweit größte Hai-Vorkommen. Auch die gefährdeten Hammerhaie mit ihrem außergewöhnlich breiten Kopf finden hier einen wichtigen Lebensraum und die zu Ecuador gehörenden Galapagos-Inseln sind berühmt für ihre riesigen Hammerhai-Schulen: Gruppen von Hunderten Tieren, die gemeinsam durch das Meer ziehen.

Schützenswert: Ecuadors Seeberge

Neben den Galapagos-Schutzgebieten soll eine ganze Reihe weiterer Meeresschutzgebiete die Artenvielfalt vor Ecuadors Küste bewahren. Ein Augenmerk liegt dabei auf dem Erhalt der faszinierenden Megafauna, also der großen Arten. Rund um Inseln und Seeberge, wo die Aufwärtsströmungen aus den tiefen Gewässern reichlich Nährstoffe für Plankton und Fische nach oben spült, finden sich besonders viele der großen Raubfische. Doch das wissen auch die Fischer und ohne strengste Kontrollen besteht hier Schutz nur auf dem Papier.

Die Ranger tun, was sie können

Wenn sie sich in den Schutzgebieten aufhalten, sind die Ranger oft tagelang von ihren Familien getrennt. Außerdem wissen sie sich und ihre Kollegen in ständiger Gefahr, während sie auf dem Meer Kontrolle fahren. In besonders schweren Fällen rufen die Meeres-Ranger sogar die Marine zur Hilfe, um sich selbst zu schützen. Die Männer und Frauen auf den Patrouillenbooten brauchen eine extrem gute Beobachtungsgabe für die Natur, um Veränderungen sofort wahrzunehmen und Vergehen schnell zu erkennen. An guten Tagen überprüfen sie bis zu zehn Schiffe – lokale, kleine Fischer genauso wie die großen Fangflotten der Fischindustrie. Doch das ist nicht genug, um die Haie zu retten.

Hammerhaie und ihre Jungen in Gefahr

Gerade in den neu eingerichteten Schutzgebieten reichen Kontrolle und Überwachung längst nicht aus, um die illegale Fischerei von bedrohten Arten wie dem Hammerhai wirklich zu verhindern. Den Patrouillen mangelt es an wichtiger Ausrüstung wie GPS- und Funkgeräten – und sie sind völlig unterbesetzt. So sehr sie es wollen, die Ranger können nicht einmal jedes Schutzgebiet an allen Tagen im Jahr abfahren. Ein Seeberg beispielsweise, der besonders bedeutend für Hammerhaie und die Aufzucht ihrer Jungen ist, heißt El Copé. Er gehört zu den ganz neuen Schutzgebieten – hier finden noch überhaupt keine Kontrollen und Maßnahmen zum Schutz der Haie statt.

Wunsch der Ranger: Das Bewusstsein bei den Fischern erhöhen

Nicht immer ist Ecuadors Fischern überhaupt bewusst, wie schutzbedürftig die Haie sind. Um nicht nur die gezielte Wilderei auf Haie zu stoppen, sondern auch ungewollte Fälle, die aus Unwissenheit geschehen, müssen Ecuadors Fischer dringend besser über die geschützten Arten aufgeklärt werden und lernen, wie sie bedrohte Haie wieder aus ihren Netzen befreien können. Die Meeres-Ranger wissen genau, welche Haie unter Schutz stehen und diesen auch dringend benötigen. Neben aller Überwachung ist für sie deshalb vor allem eines wichtig: Ihr Wissen weiterzugeben.

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