Brasilien: Regierung diskutiert Embargo für Waffenexporte nach Venezuela

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Massiver Einsatz von Tränengas in Venezuela (Foto: Juan Pablo Guanipa)
Datum: 20. Juni 2017
Uhrzeit: 11:31 Uhr
Leserecho: 7 Kommentare
Autor: Redaktion
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Nach Angaben der venezolanischen Nationalversammlung hat das Maduro-Regime 77.860 Kartuschen Tränengas von der brasilianischen Firma „Condor S.A Indústria Química“ erworben. Der Abgeordnete Jorge Millán machte den Kauf öffentlich und brachte die brasilianische Fluggesellschaft „Avianca Brazil“ in Erklärungsnot. Am Montag (19.) berichteten brasilianische Nachrichtensender, dass die brasilianische Regierung den Export von Tränengas nach Venezuela gestoppt hat.

Nach offiziell nicht bestätigten Angaben wird Brasília in den kommenden Tagen über ein Embargo für Waffenexporte (tödlich und nicht-tödlich) nach Venezuela diskutieren. Oppositionsführer Henrique Capriles hat die Entscheidung Brasiliens begrüßte und hofft nach eigenen Worten, dass andere Länder die gleiche harte Linie verfolgen.

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Kommentarbereich

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  1. Unbegreiflich, dass das erst jetzt geschieht!

  2. 2
    masburro

    Diese kriminelle Bande kriegt es sowie so von China und Russland!!

    • Schon, aber es wäre für das zukünftige Verhältnis der Nachbarländer, Brasilien und Venezuela, nicht gerade hilfreich, wenn das eine Volk das andere hasst, weil dessen Regierung Waffen zu seiner Unterdrückung geliefert hat. Nicht wenige Venezolaner sind jetzt schon stocksauer auf Brasilien, denn in 2014 war Brasilien auf den Tränengasbomben noch als Herstellerland ausgewiesen. Inzwischen fehlt jede Beschriftung.
      Übrigens: Seit etwa 5 Wochen werden uns von nationalen Polizisten Tränengasbomben und Pertigones wie saueres Bier zum Kauf angeboten, für lausige 15.000 Bolivares das Stück. Die Jungs wollen ihr Taschengeld aufbessern…

      • 2.1.1
        gringo

        Ist doch gut so. Jede verkaufte Tränengasbombe wird
        nicht auf die Demonstranten abgeschossen.

      • 2.1.2
        Martin Bauer

        Ja, aber ich konnte mich dennoch nicht zum Kauf entschliessen. Das sind ja nicht gerade die Dinge, die ich im Alltag brauche, und eine Waffe, um sie zu verschiessen, habe ich auch nicht. Die verkaufen sie nämlich nicht.

  3. 3
    Jens Wulf

    Die Führung eines jedweden Landes auf der Welt, die unbedingt Waffen kaufen will, zu welchem Zweck auch immer, Angriff oder Verteidigung, Unterdrückung oder Befreiung etc. wird diese Waffen irgendwo auf dem Waffen-Weltmarkt bekommen.Die Frage ist also nicht ob, sondern von wem. Deutsche Firmen sind führend, beispielsweise Heckler und Koch und ähnliche, weil wir nun mal technologisch auch auf diesem Gebiet weit vor Papua-Neuguinea und vielen technisch unbedarften anderen Ländern rangieren, die zwar auf Auslöse-Knöpfe drücken können, sonst aber nichts zuwege bringen. Das tägliche Gekreische unserer LINKEN, GRÜNEN etc. ist fehl am Platze. Verbrecher und auch verbrecherische Staaten werden, siehe oben, immer Waffen kriegen. Wenn unsere Waffenindustrie und die anderer „gesitteter Staaten“ also Geld verdienen, können diese Staaten am Ende mit Teilen dieses Geldes Betroffenen helfen, anstatt dass Aggressoren sich austoben und zusätzlich alles Geld für sich und ihre Familien einstecken. Ich wünsche mir an manchen Tagen von unseren „schlauen westlichen Regierungen“ mehr Pragmatismus und möglichst auch noch Realismus. Waffen können übrigen auch abschreckend sein und dadurch, so verrückt das scheint, Mord- und Totschlag und kriegerische Angriffe verhindern. Eine Waffe, richtig eingesetzt, kann ein sehr gutes Hilfsmittel sein, Unglück und Tragödien zu verhindern. Ich würde gerne eine Pistole haben, denn die mich ggf. überfallen wollen, haben meist eine. Aber die das entscheiden (Politiker) sind meist sehr gut von Waffen tragenden Sicherheitsleuten umgeben. Und somit ist das für diese „Eliten“ kein Thema. Für den „kleinen Mann“ und die „kleine Frau“ schon.

    • Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Ergänzend möchte ich anmerken, daß die individuelle Wahrnehmung von Waffenlieferanten sehr stark von der eigenen Position abhängt. So sehe ich es lieber, ein potentieller zukünftiger Gegner kauft sich Waffen, deren Stärken und Schwächen wir besser kennen als er, die wir in bestimmten Fällen sogar unbrauchbar machen können, als er kauft sich fremde. Lese ich jedoch zwischen um ihr Leben rennenden Menschen leere oder manchmal auch volle Tränengasbehälter von der Strasse auf und muss sehen, das die unsere lieben, demokratischen, freiheitsliebenden Nachbarn aus Brasilien geschickt haben, überfällt mich eine kalte Wut auf Brasilien, ein Land das ich eigentlich sehr liebe. Und das sehe nicht nur ich so. Da wäre es mir schon lieber, sie kämen aus China oder Russland. Den deren Regierungen sind genauso dreckige Diktaturen wie die in Venezuela. – Schon allein aus diesem Gesichtspunkt heraus sollte die brasilianische Regierung das nicht zulassen.

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