Studie klärt Verwandtschaft längst ausgestorbener Säugetiere

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Künstlerische Darstellung von Macrauchenia patachonica (Foto: UniPotsdam/Jorge Blanco)
Datum: 29. Juni 2017
Uhrzeit: 10:46 Uhr
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Autor: Redaktion
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Ein Tier, das aussieht wie ein höckerloses Kamel mit kurzem Rüssel würde man vermutlich eher in einer Fantasiegeschichte als in der Vergangenheit real existierend vermuten. Doch solche Tiere, Macrauchenia patachonica genannt, streiften bis vor etwa 10.000 Jahren durch die Weiten Südamerikas. Charles Darwin entdeckte sie auf seiner Forschungsreise im Jahr 1834. Einem internationalen Forscherteam um Prof. Dr. Michael Hofreiter von der Universität Potsdam und Prof. Dr. Ross MacPhee vom American Museum of Natural History ist es zum ersten Mal gelungen, DNA aus einem Knochen von Macrauchenia patachonica zu isolieren. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler jetzt in der open access Zeitschrift „Nature Communications“.

Macrauchenia patachonica gehörten zu einer Gruppe lediglich in Südamerika vorkommender Säugetiere, die lange Zeit die Säugetierfauna dieses Kontinents prägte. Mit Macrauchenia patachonica starb der letzte ihrer Vertreter aus. Bis vor kurzem war unklar, wie sie mit anderen Gruppen innerhalb der Säugetiere verwandt waren. Den Wissenschaftlern ist es nun gelungen, fast das komplette mitochondriale Genom zu rekonstruieren. Das ist ein etwa 17.000 Bausteine langer Teil des Genoms, der sich in den Mitochondrien, den sogenannten Zellkraftwerken, befindet. Der Vergleich mit anderen Säugetierarten zeigte, dass Macrauchenia patachonica am engsten mit den Unpaarhufern, Pferden, Nashörnern und Tapiren, verwandt ist. Damit bestätigen die Forscher eine Studie, die mithilfe von Proteinsequenzen des Kollagens, des wesentlichen Knochenproteins, vor zwei Jahren zu ähnlichen Ergebnissen kam.

„Die neue Studie zeigt, dass die Linie, die zu Macrauchenia führte, sich bereits vor etwa 66 Millionen Jahren, also kurz vor dem Aussterben der Dinosaurier, von der Linie der Unpaarhufer trennte. Aufgrund dieser entfernten Verwandtschaft war es besonders schwierig, die DNA-Sequenz zu rekonstruieren“, so Michael Hofreiter.

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