Venezuela: Politischer Gefangener Leopoldo López aus dem Gefängnis entlassen – Update

leopoldo-preso

Leopoldo López, zu 13 Jahren, 9 Monaten und 7 Tagen Gefängnis verurteilt (Foto: MUD)
Datum: 08. Juli 2017
Uhrzeit: 13:52 Uhr
Leserecho: 8 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Nach drei Jahren, vier Monate und neunzehn Tage Gefängnis ist in Venezuela der politische Gefangene Leopoldo López aus der Haft entlassen und unter Hausarrest gestellt worden. Die Information stammt von seinem spanischen Anwalt Javier Cremades. „Er ist immer noch nicht frei, aber jetzt zu Hause mit seiner Frau und den Kindern“, so der Anwalt am Samstag (8.). Ehefrau Lilian Tintori hatte in den letzten Wochen täglich vor der Haftanstalt protestiert, seit 32 Tagen war ihr das Besuchsrecht verweigert worden. Venezuelas Außenminister Samuel Moncada hatte López am Freitagabend (7.) Ortszeit in seiner Zelle im Militärgefängnis „Ramo Verde“ in Caracas besucht, kurz darauf erfolgte die Überstellung in seine Wohnung (ebenfalls Caracas). Laut dem Obersten Gerichtshof erfolgte der Hausarrest „aufgrund gesundheitlicher Probleme“.

Leopoldo López Mendoza ist ein venezolanischer Politiker. Er war von 2000 bis 2008 Bürgermeister des Municipios Chacao, eine der fünf Gemeinden von Groß-Caracas und ist seit 2009 Vorsitzender der Oppositionspartei Voluntad Popular. Er spielte eine führende Rolle bei den regierungskritischen Protesten 2014. Seither ist er inhaftiert. Menschenrechtsorganisationen bezeichnen ihn als politischen Gefangenen. Die neue Maßnahme, genannt „Hausarrest“, erfolgt nach über drei Monaten Proteste gegen das Militärregime von Nicolás Maduro (mehr als 100 Todesopfer). Als erster Vertreter des Auslands zeigte sich der spanische Premierminister Mariano Rajoy über die Entlassung erfreut.

„Ich bin glücklich, weil mein Freund @Leopoldolopez heute zu Hause bei Lilian und seinen Kindern ist. Alle Venezolaner begleiten uns in dieser Stunde. Jetzt muss das Regime alle politischen Gefangenen freilassen. Die Kraft und der internationale Druck haben für die Freilassung von Leopoldo gesorgt. Das Regime bricht zusammen. Jetzt ist der Zeitpunkt für noch mehr Kraft auf der Straße – bis zum Ende“, twittert Oppositionspolitikerin María Corina Machado.

Update

„Ich bin nicht bereit, meinen Kampf gegen das Regime aufzugeben – selbst wenn es bedeutet, dass ich wieder in eine Zelle in Ramo Verde eingesperrt werde. Ich bin bereit, es zu tun“, so López in einem Brief an den Vizepräsidenten des Parlaments.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2017 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Alexandro

    Ich freue mich für Ihn und Seine Familie und hoffe das Ihm nichts passiert.

    • 1.1
      traga nikel

      Ich freue mich auch für ihn aber ich traue dem Braten nicht !!! Für mich ist Leopoldo sehr sehr Krank
      die rote Bande hat ihn nicht umsonst aus dem Gefängnis entlassen. Dehnen ist es zu heiß wenn Leopoldo im Gefängnis z.B. stirbt , es ist besser wenn so was in seiner Wohnung passiert somit könnten sie alle Schuld von sich weisen. Ich hoffe ich denke falsch aber mittlerweile traue ich dieser roten Brut alles zu.

      • 1.1.1
        t Alexandro

        Ich leider auch!

      • 1.1.2
        colibri

        „Für mich ist Leopoldo sehr sehr Krank“ (traga nikel)

        Wie kommen Sie denn zu dieser Vermutung? Auf den Bildern, die aktuell von López zu sehen sind, sieht er überraschend fit und gesund aus. Nur die Haare sind etwas grauer als früher.

  2. 2
    Der Bettler

    Alles Gute,und pass auf Dich auf !!!

  3. 3
    Masburro

    Jetzt kann ihn ein Killertrupp besser ausschalten

  4. 4
    Miguel

    Gut, dann soll das Parlament gleich mal Präsidentenwahlen einberaumen.
    Ob das gegen die Verfassung ist, spielt in diesem Land doch im Moment keine Rolle.

  5. Weder aus gesundheitlichen/humanitären Gründen haben sie Lopez Gefängniss durch Hausarrest angeordnet.Rein politische Motive : 1. um von dem Desaster des Überfalls aufs Parlaments abzulenken 2. gegebenenfalls Plebiszit gegen die illegal einberufene Verfassungsänderung einzutauschen.3. die Proteste einzuschläfern.Die politischen Gefangenen sind Geiseln des organisierten Verbrechens des Regimes.Ihre Freilassung oder Kondition der Haftbedingungen wird immer genutzt um irgendetwas zu erreichen,also an Bedingungen geknüpft . Bisher ist ihr Kalkuül nicht aufgegangen.Im Gegenteil es ist eine weitere Spaltung der Maduristas zu beobachten.Diosdado Cabello war nicht informiert,das war ein Schlag unter die Gürtellinie für den Möchtegernboss von Venezuela.Zweifellos ist Leopoldo Lopez zuhause mehr gefährdet Opfer eines Anschlags zu werden.Denn man hat ja vor Tagen gesehen ,wie „Sicherheitskräfte“ gemeinsame Sache mit den bewaffneten regierungstreuen Banden machen.Wenn ihre Rechnung nicht aufgeht, wird Lopez schnell wieder ins Gefängniss zurück befördert.

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!