In Ungnade gefallen: US-Tour von Gustavo Dudamel abgesagt

dudamel

Das Orquesta Sinfónica Simón Bolívar unter der Leitung von Gustavo Dudamel vom 19. bis 23. März in der Elbphilharmonie (Foto: elbphilharmonie/Luis Cobelo)
Datum: 21. August 2017
Uhrzeit: 10:57 Uhr
Leserecho: 11 Kommentare
Autor: Redaktion
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Gustavo Adolfo Dudamel Ramírez ist ein venezolanischer Dirigent und Violinist und gilt als Symbolfigur einer einzigartigen Klassikbegeisterung in seinem Land. Er gehört zu den gefragtesten Dirigenten weltweit, bekannt wurde er vor allem mit „seinem“ Symphony Orchestra Simón Bolívar. Viele Musiker haben das Orchester und sein Heimatland allerdings aufgrund der schwierigen Situation mittlerweile verlassen, Dudamel selbst war immer mehr Ziel heftiger Kritik. Der Maestro schwieg in der Vergangenheit zu den chaotischen Zuständen in Venezuela und hatte sich erst nach dem Tod von Armando Cañizales, Mitglied des Symphonieorchesters von Venezuela, klar positioniert. Cañizales war während einer Protestkundgebung gegen das Regime von einer Kugel getroffen worden, mit ihm starben in den letzten Wochen über 120 Menschen. In einem öffentlichen Brief „Ich erhebe meine Stimme“ forderte Dudamel Staatsoberhaupt Maduro auf, endlich auf den Willen des Volkes zu hören. „Es reicht, nichts kann dieses Blutvergießen rechtfertigen“, so der Stardirigent. Der längst überfällige Schritt ist dem einstigen Günstling des Systems nicht gut bekommen, seine geplante US-Tour wurde vom Büro des Präsidenten abgesagt.

Nach Angaben aus Caracas finden die für den „9., 14., 17. und 21. September geplanten Auftritte des Orquesta Sinfónica Nacional Juvenil de Venezuela unter Leitung von Gustavo Dudamel in den USA nicht statt“. Für Kenner der Szene ist klar, dass es sich um einen Akt der Vergeltung handelt. „Gustavo Dudamel versteht uns nicht. Möge Gott ihm verzeihen, dass er sich hat täuschen lassen“, so Maduro.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Gast

    Irgend wann wird Er ihm schon was geigen

  2. 2
    thor

    15 Jahre lang nur kassiert und gebückbeutelt, genau wie die Ortega… Ekelhaft diese Wendehälse! Da sind mir selbst die 100%igen Chavistas noch zehnmal lieber!

    • 2.1
      Reisender

      Ich nehme nicht an dass sie in Venezuela leben. Von aussen ist es einfach „aufrecht“ zu sein. Künstler sind meist nicht Politiker, sondern leben oft vor allem in der Kunst.
      Traurig ist dass es anscheinend (noch) keine Möglichkeit gibt diesen Irrsinn zu stoppen, aber es gibt ja auch Russland, Türkei und andere Länder mit solchen Despoten.

  3. 3
    Miguel

    Was heißt hier Wendehälse??
    Wir wollen mal festhalten, dass es auch ehrliche Menschen gibt, die nicht permanent gegen geltende Gesetze verstoßen.

    • Und es gibt sehr, sehr viele Venezolaner, die den Teufel in Chávez bereits erkannt haben, noch bevor der Putschist von 1992 an die Macht kam. Diese Leute müssen ihre Hälse nicht wenden.

  4. 4
    thor

    Miguel: Wo? In Venezuela? hahahahahahahahahahahahahahahahaha – nach 20 Jahren habe ich noch keinen getroffen, welcher auf deine Beschreibung passen würde….
    Martin: Das stimmt, sagt aber nichts über ihren Charakter aus…

    • Dein Kommentar sagt aber etwas über deinen Umgang aus. Ich wäre nicht mit einer Venezolanerin verheiratet, hätte dort weder Familie noch Freunde, wenn deine Sichweise zuträfe.

    • 4.2
      noesfacil57

      Ich verstehe eines nicht, was haben Sie in Venezuela zu suchen, wenn Ihnen dort nur offenbar üble Penner begegnen?
      Ändern Sie Ihren Umgang oder fahren Sie nach Hause und umgegeben sich mit Leuten Ihres Schlages.
      Dem Kommentar des werten Hr. Bauer, sh. Nachstehendes, kann ich nur zustimmen, weil dies nämlich bei realistischer Betrachtung eben genau so ist.
      Gruß vom letzten Dreck.

  5. 5
    Matthias Gysin

    Über alle die hier über Chavez herfahren und Maduro (ich bin der letzte Freund von ihnen), unter Meister Abreu (el sistema) galt eisern, dass man sich nicht in die politische Etage bewegt. El Sistema wurde sowohl von den Regierungen Caldera, Velasquez aber auch Chavez gefördert und unterstützt. Es war quasi der kleinste gemeinsame Nenner der Interessen. Ich war selbst in einem Konzert von Dudamel in Barquisimeto und zuforderst in der VIP Loge war Henry Falcon (Gouverneuer von Lara, PSUV in der Zwischenzeit nicht mehr im Amt). Die Kunst verträgt keine Politik aber auch kein Völkermord. Es ist ein Zeichen für mich dass eine (weitere) Schranke überschritten wurde. Kunst muss nachdem sich die Lage in Venezuela hoffentlich bald beruhigt hat auch wieder auf ihre kreative Seite konzentrieren können, sonst geht diese kaputt. Es ist aber hier 200% richtig, dass Dudamel das verurteilt. Eigentlich sollte el Sistema aus Protest gegen das Regime alle Tätigkeiten aussetzen. (das ist aber wieder Politik mit Kunst vermischt …)

    • 5.1
      noesfacil57

      Herr Gysin, vielen dank für Ihren zutreffenden und objektiven Beitrag, welchem ich nur 100% zustimmen kann. Wer das Orchester einmal erlebt hat und gesehen hat mit welcher Begeisterung und Hingabe die Jugend Venezuelas sich dort aufführt, der wird nachvollziehen können, dass es auch eine anderes Venezuela gibt, ein solches nicht mit dieser leider sehr hässlichen Seite, sondern ein Venezuela mit Zukunft und einem besseren Menschen. Besser ein Jugendlicher weg von der Straße mit einem Musikinstrument, als mit einer 9mm Pistole auf Raub- und Mordzug in der Hand.
      Die anderen hier mögen gerne weiter wüten, hetzen und pöbeln, Sie sollten alle eines nicht vergessen,… Leute wie Chavez, Maduro & Co sind erst durch die völlig unerträglichen Zustände im Land erschaffen worden. Jeder der daran etwas -zu recht zu kritisieren hat- sollte seine Energie darauf verwenden, sich Gedanken über die Missstände und deren Beseitigung zu machen, dann wird weltweit, miesen Typen, welche ihr Gangstersüppchen mit Populismus kochen, in der Art wie kritisiert, jedweder Boden entzogen. Und genau das sollte das Ziel sein.

  6. 6
    colibri

    Wo? In Venezuela? hahahahahahahahahahahahahahahahaha – nach 20 Jahren habe ich noch keinen getroffen, welcher auf deine Beschreibung passen würde…. (thor)

    Es gibt „Exil-Deutsche“ bei uns, die nach 20 Jahren noch nicht angekommen sind.

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