Kolumbien: Zwanzig junge Sportlerinnen und Sportler zu Besuch in der Schweiz

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Lebensperspektiven abseits von Kriminalität und Gewalt (Foto: Ministério do Esporte)
Datum: 02. September 2017
Uhrzeit: 11:43 Uhr
Ressorts: Kolumbien, Sport
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Autor: Redaktion
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Im Rahmen einer vom Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und dem kolumbianischen Außenministerium organisierten Reise weilen zurzeit zwanzig junge Kolumbianerinnen und Kolumbianer in der Schweiz. Ziel des Besuchs ist es, den Jugendlichen, die aus einer konfliktgeprägten Region stammen, Wissen zu verschiedenen Trainingstechniken zu vermitteln und ihnen hierzulande beliebte Sportarten näherzubringen. Außerdem sollen ihnen über den Sport Lebensperspektiven abseits von Kriminalität und Gewalt aufgezeigt werden.

Die zwanzig Jugendlichen im Alter von 16 bis 17 Jahren weilen vom 1. bis 15. September 2017 im Nationalen Jugendsportzentrum in Tenero. Sie stammen aus dem Departement Nariño im Südwesten Kolumbiens, einer vom bewaffneten Konflikt besonders stark betroffenen Region, in der die Schweiz mit Kooperationsprogrammen präsent ist. Während ihres Besuchs treffen die kolumbianischen Jugendlichen Sportlerinnen und Sportler sowie andere Gleichaltrige und lernen populäre Sportarten kennen. Ausserdem stehen Einführungen in weitere Sportarten wie Badminton, Klettern, Bogenschiessen, Unihockey und Handball auf dem Programm. Der Nationalliga-A-Basketballclub Lugano Tigers wird im Rahmen eines Trainings am Programm teilnehmen. Im Rahmen von Workshops und Brainstormings werden die Jugendlichen Sportprojekte entwickeln, die sie nach ihrer Rückkehr nach Kolumbien gestützt auf das Schweizer Modell «Jugend und Sport» umsetzen können. Schliesslich ist auch ein Tourismusprogramm vorgesehen, bei dem sie den Kanton Tessin kennenlernen.

Ziel dieser Reise für Jugendliche aus konfliktbetroffenen Gebieten ist es, über den Sport Lebensperspektiven aufzuzeigen. Die Jugendlichen sollen Zugang zu Kultur und Sport erhalten, damit sie nicht in Versuchung geraten, sich kriminellen oder illegalen Gruppen anzuschliessen. Die aufgrund ihrer sportlichen Motivation und ihrer schulischen Leistungen ausgewählten Jugendlichen können ins Ausland reisen, um in einem sportlichen Rahmen andere Jugendliche kennenzulernen. Die Reise erfolgt im Rahmen eines 2011 vom kolumbianischen Aussenministerium lancierten Programms namens «Diplomacia Deportiva» (Sportdiplomatie), an dem rund vierzig Länder teilnehmen. Ende 2013 führte das EDA in Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Aussenministerium erstmals das Projekt «Jeunes sportifs sans frontières» durch. Zwischen 2013 und 2016 besuchten 86 Jugendliche die Schweiz.

Mit der Unterstützung dieses Projekts unterstreicht die Schweiz ihr Engagement zum Schutz von Minderjährigen in bewaffneten Konflikten und gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Eine Evaluation der drei ersten Ausgaben des Projekts vor Ort hat gezeigt, dass Jugendliche, die an einer Reise in die Schweiz teilgenommen haben, andere an ihren Erfahrungen teilhaben liessen und sich zu führenden Persönlichkeiten in ihren Gemeinschaften, Sportclubs und Schulen entwickelten. Weiter konnte nachgewiesen werden, dass sich das Projekt positiv auf die akademische Laufbahn der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auswirkt, von denen 90 Prozent ihr Studium fortgesetzt haben.

Organisiert wird der Besuch vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Zusammenarbeit mit dem Aussenministerium von Kolumbien, dem Bundesamt für Sport (BASPO), Präsenz Schweiz und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Die Schweiz setzt sich seit Langem für die Verbesserung der Lebensverhältnisse der kolumbianischen Bevölkerung und insbesondere der Opfer des bewaffneten Konflikts ein und engagiert sich für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Im Fokus des Engagements der DEZA stehen die Katastrophenhilfe und die Unterstützung in der Wiederaufbauphase nach dem Konflikt, der Schutz der Zivilbevölkerung sowie der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Die DEZA unterstützt in mehreren Gemeinden des Departements Nariño Projekte zugunsten der Opfer von Antipersonenminen sowie zum Schutz der von gewaltsamer Vertreibung bedrohten Bevölkerung. Über ihre Partner unterstützt die DEZA zudem Kinder und Jugendliche durch die Einrichtung von gemeinschaftlichen Schutzmechanismen. Die Abteilung Menschliche Sicherheit des EDA (AMS) engagiert sich in den Bereichen Friedensförderung, Menschenrechtsschutz und Vergangenheitsarbeit.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat im Rahmen seiner wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit mit Kolumbien die Produktion und den Export von hochwertigem Kakao aus dem Departement Nariño unterstützt, der auch von Schweizer Schokoladenproduzenten verwendet wird. Dieses vor kurzem abgeschlossene Projekt zielte darauf ab, Alternativen zur Migration in die Städte zu schaffen, die Armut in den Gemeinden zu verringern und somit insgesamt zu einer Stabilisierung der Region beizutragen.

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