In Ungnade gefallen: Asien-Tour von Gustavo Dudamel abgesagt

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Das Orquesta Sinfónica Simón Bolívar unter der Leitung von Gustavo Dudamel vom 19. bis 23. März in der Elbphilharmonie (Foto: elbphilharmonie/Luis Cobelo)
Datum: 13. Oktober 2017
Uhrzeit: 13:26 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
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Gustavo Adolfo Dudamel Ramírez ist ein venezolanischer Dirigent und Violinist und gilt als Symbolfigur einer einzigartigen Klassikbegeisterung in seinem Land. Er gehört zu den gefragtesten Dirigenten weltweit, bekannt wurde er vor allem mit „seinem“ Symphony Orchestra Simón Bolívar. Viele Musiker haben das Orchester und sein Heimatland allerdings aufgrund der schwierigen Situation mittlerweile verlassen, Dudamel selbst war in der Vergangenheit immer mehr Ziel heftiger Kritik. Der Maestro schwieg langer Zeit zu den chaotischen Zuständen in seinem Heimatland und hatte sich erst nach dem Tod von Armando Cañizales, Mitglied des Symphonieorchesters von Venezuela, klar positioniert. In einem öffentlichen Brief „Ich erhebe meine Stimme“ forderte Dudamel Staatsoberhaupt Maduro auf, endlich auf den Willen des Volkes zu hören. „Es reicht, nichts kann dieses Blutvergießen rechtfertigen“, so der Stardirigent. Der längst überfällige Schritt ist dem einstigen Günstling des Systems nicht gut bekommen, seine geplante US-Tour wurde vom Büro des Präsidenten abgesagt. Am Donnerstag (12.) wurde bekannt, dass das Maduro-Regime auch die für Anfang November dieses Jahres geplante Asien-Tour „storniert“ hat.

„Ich werde weiterhin die Meinungsfreiheit und die Werte einer gerechten Gesellschaft verteidigen“, so der „Maestro“ in einer ersten Stellungnahme. „Es erfüllt mich mit absoluter Traurigkeit, dass die venezolanische Regierung erneut eine Tournee mit dem Orchester von El Sistema abgesagt hat. Wir danken unseren Freunden in Taiwán, Cantón und Hong Kong für ihr Verständnis“, so Dudamel auf seinen Twitter-Account.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Gast

    Da hat sichs wohl ausgeFIEDELt ?
    Der Führer erwartet nur gute Musiker hinter sich na so jehts nicht von wegen
    eigene Meinung.

  2. 2
    thor

    das muss ja ein richtiger Drahtseilakt gewesen sein! Genau den richtigen Moment abzuwarten, nicht zu früh (man will ja schließlich nicht sein Dollarkonto darben lassen) und nicht zu spät um einer evtl. gesellschaftlichen Ächtung in seinen Kreisen zuvorzukommen. Da die venezolaner eh nur ein 3s Gedächtnis für solche Angelegenheite haben, kann es ihm im Prinzip schnurzegal sein. Ausgesorgt hat er… Aber er kann einem schon Leid tun, keine Auslandsreisen mehr… Ekelhaft dieser Kerl.

    • Meines Wissens ist er seit 2009 noch immer als Leiter und musikalischer Direktor des Philharmonie Orchesters Los Angeles unter Vertrag bis 2021. Seine Aktivitäten in und für Venezuela sind seit langer Zeit eher sporadische Imagepflege und Gefälligkeitsaktionen. Nötig hat er die nicht.

  3. 3
    FRAMICO

    Wer nicht dass Macht was die kaputte Regierung Venezuelas verlangt der wird kaputt gemacht.