Ehrenamtlicher Caritas-Mitarbeiter in Kolumbien getötet

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Das Machtvakuum, das durch den Rückzug der größten Rebellengruppe FARC entstanden ist, wird vielerorts durch bewaffnete Banden ausgefüllt (Foto: Archiv)
Datum: 20. Oktober 2017
Uhrzeit: 14:35 Uhr
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Autor: Redaktion
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In Kolumbien ist ein Mitarbeiter der Caritas in der Nähe der Stadt Tumaco im Südwesten des Landes erschossen worden. Der 41-jährige war als Gemeinderatsvertreter und Menschenrechtsaktivist eine lokale Führungspersönlichkeit. Für die Caritas Kolumbien hat er die Menschen in seiner Region über die Gefahren von Minen aufgeklärt. Dafür ist er mit vielen anderen in einem speziellen Programm geschult worden. Caritas international, das Hilfswerk der Deutschen Caritas, finanziert dieses Projekt mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes. Der Getötete hatte die Gewalt und Übergriffe der verschiedenen bewaffneten Gruppen in der Region mehrfach angezeigt.

Kolumbien kommt auch mehr als ein Jahr nach dem historischen Friedensvertrag nicht zur Ruhe. Das Machtvakuum, das durch den Rückzug der größten Rebellengruppe FARC entstanden ist, wird vielerorts durch bewaffnete Banden ausgefüllt. Die Staatsgewalt ist in vielen Teilen des Landes oft nicht präsent oder trägt selbst zur Gewalt bei. Anfang Oktober sind in der Region um die Stadt Tumaco sechs Bauern von der Polizei erschossen worden. Eine daraufhin eingesetzte Aufklärungsmission mit Vertretern von Caritas, Bischofskonferenz, UN und anderen Hilfsorganisationen ist ebenfalls von der Polizei beschossen worden. Die Gewalt gründet auch im Konflikt um den Kokaanbau. Die kolumbianische Regierung versucht, die Kokafelder in der Region, die zu den Hauptanbaugebieten gehört, zu vernichten. Die Bauern, die jahrzehntelang vom Kokaanbau gelebt haben, verlangen von der Regierung allerdings Alternativen, um eine Lebensgrundlage zu haben.

Caritas international setzt sich gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Caritas Kolumbien für eine Befriedung der Region ein. Durch umfangreiche Projekte zur Friedensförderung, Konfliktbewältigung und Minenaufklärung vor Ort zeigt sie aktive Solidarität mit Betroffenen und lokalen Friedensaktivisten. Gleichzeitig fordern Caritas Kolumbien und Caritas international die kolumbianische Regierung auf, in den umkämpften Regionen für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen.

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