Polizei erschießt spanische Touristin in einer Favela in Rio de Janeiro

spanien

Die 67-jährige Spanierin wurde verletzt und starb kurz nach Einlieferung in einem Krankenhaus in Rio de Janeiro (Foto: Twitter)
Datum: 23. Oktober 2017
Uhrzeit: 18:54 Uhr
Leserecho: 8 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im südamerikanischen Land Brasilien explodiert die Gewalt in den Favelas. Die Armenviertel befinden sich fest in der Hand krimineller Banden, ein Besuch ist für Fremde lebensgefährlich. Brutale Verbrecherbanden entscheiden dort, wer rein darf und wer nicht. In den letzten Monaten wurden bereits mehrere Touristen erschossen, am Montag (23.) erschoss die Polizei eine spanische Urlauberin in der Favela „Rocinha“, einen der größten Drogenhandelsstützpunkte in Rio de Janeiro.

Nach ersten Untersuchungen durch die Behörden hatten Einheiten der Militärpolizei auf ein Fahrzeug mit mehreren Touristen geschossen. Der Fahrer soll trotz Befehl am Kontrollpunkt nicht gestoppt haben, die 67-jährige Maria Esperanza Jiménez wurde am Hals getroffen und starb kurz nach Einlieferung in einem Krankenhaus in Rio de Janeiro (Hospital Miguel Couto in Gávea).

Mit mehr als 60.000 Einwohnern ist „Rocinha“ eine der größten Armenviertel in der Metropole unter dem Zuckerhut. In den letzten Wochen gab es mehrere Zusammenstöße zwischen rivalisierenden Gruppen, sowie den Sicherheitskräften. Die sogenannten touristischen „Safaris“, um diese Favela zu besuchen, haben jedoch nicht aufgehört.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Mark

    Safaris in Favelas, was nicht alles gibt, tut mir sehr Leid aber dafür hab ich kein bedauern übrig!

  2. 2
    Cäsar

    Tja, also wer sich so dumm in Gefahr begibt, dem kann man nicht helfen. Pech gehabt. In Brasilien wird erst geschossen und dann eventuell nachgefragt.

  3. 3
    Robert

    In Europa kursiert fatalerweise immer noch die Legende von den „befriedeten“ Favelas in denen man als Tourist unbekümmert herumwandeln und sich amüsieren kann. Das mag für Rio de Janeiro für eine kurze Zeit während und kurz nach der Fußball- WM gegolten haben, ist aber längst nicht mehr Realität. Favelas sind leider längst wieder Orte konzentrierter Gewalt und Kriminalität. Selbst Bewohner meiden jedes Risiko in der Favela (Ich kenne Studenten die lieber in der Uni übernachten als Nachts zurück auf den Morro gehen zu müssen.). Wenn sich dort Fernsehteams aufhalten dann nur mit der entsprechenden Organisation und in Abstimmung mit den örtlichen „Patriarchen“ der Comandos. Favelas sind kein Ort für abgedrehte Sozialromantik vor pitoresker Armutskulisse für durchgeknallte West-Touristen..

    • 3.1
      Cäsar

      Genauso ist es.

  4. 4
    Held

    Mal 5 Minuten nachgedacht bevor Ihr euren Senf postet?

    Ich glaube kaum dass das durchgeknallte West-Touristen waren. Die Frage sollte eher sein, warum es geführte Touren in gefährdeten Favelas gibt. Ich glaube auch kaum, das der Fahrer ein Tourist war sondern der Führer selbst. Warum stoppte er nicht. Warum schoss die Militärpolizei auf ein Fahrzeug mit älteren Menschen ohne jeglicher Bedrohung.

    Wenn das bei euch kein Bedauern/Mitleid hervorruft, dann solltet Ihr was an Euer Sozialverhalten ändern.

    • Mitleid? – Mich erinnert das an die über 80-jährige Touristin, die in Sharm-el-Sheikh im Meer baden ging und von einem Hai getötet wurde. Sharm-el-Sheikh ist weltweit berühmt für seine großen Hai-Ansammlungen. Dämlicherer Schwachsinn geht nicht!

      Ich sehe bei dem Vorfall in Rio auch nur grenzenlose Dummheit und Verantwortungslosigkeit als Ursache des Desasters. Wenn der natürliche Instinkt einen nicht mehr warnt, wenn der Selbsterhaltungstrieb verkümmert ist durch sattes, fettes Zivilisationsleben, wenn Sicherheit von der „Obrigkeit“ gefordert und jede Eigenverantwortung ausgeschaltet wird, wird man nun mal leicht zum Opfer der gewaltsamen Realität.

    • 4.2
      Robert

      Sorry das selbe gillt natürlich auch für Ost-Touristen.

  5. 5
    Harry

    Aus dem kurzen Bericht gibts doch viel zu wenig Information um zu wissen, was genau los war und welche Rolle der Fahrer gespielt hat. Tatsache ist, dass ich als Tourist nichts in allseits als gefährlich bekannten favelas in brasilianischen Grossstädten zu suchen habe, auch nicht wenn die Touren „geführt“ sind.

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