Bolivien: Keine Straße durch den Nationalpark!

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Die Einwohner des TIPNIS-Nationalparks demonstrieren gegen die geplante Straße durch den Regenwald (Foto: RettetdenRegenwald/ Marco Arnéz)
Datum: 25. Oktober 2017
Uhrzeit: 22:50 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Einwohner im Regenwald von Bolivien wenden sich erneut an die Umweltorganisation „Rettet den Regenwald“. Die Regierung hat ein Straßenbauprojekt wieder aus der Schublade geholt. Im Jahr 2014 hatten schon einmal Proteste aus dem In- und Ausland den Bau einer Landstraße quer durch den TIPNIS-Nationalpark verhindert. „Wir alle müssen den TIPNIS schützen. Das ist nicht nur die Aufgabe von uns als Einwohnern und der Bürger von Bolivien, das geht alle Menschen auf der Erde an“, erklärt Ademar Mole. Mole ist Präsident der Vereinigung der Mojeños, einem der im TIPNIS lebenden indigenen Völker. Das Kürzel steht für Indigenes Territorium und Nationalpark Isiboro Secure.

Mit über 12.000 Quadratkilometern (fast so groß wie Schleswig-Holstein) erstreckt sich das Schutzgebiet vom Regenwald im Amazonastiefland über steile bewaldete Berghänge bis auf 3.000 Meter Höhe. Es ist nicht nur die anerkannte Heimat von drei indigenen Völkern, sondern auch der Lebensraum einer immensen Zahl von Tieren und Pflanzen. Dazu gehören Puma, Jaguar, Riesengürteltier, Tapir, Brüllaffe und Harpyie. Vor sieben Jahren hatten sich die Einwohner des TIPNIS schon einmal gegen den Bau einer Landstraße mitten durch das Gebiet erhoben. Unterstützt wurden sie von Umweltschützern aus dem In- und Ausland, darunter von Rettet den Regenwald. Mit Erfolg: 2014 zeigte die bolivianische Regierung Einsicht und verbot per Gesetz jegliche Eingriffe im TIPNIS.

Doch im August 2017 hob die Regierung das Gesetz wieder auf und holte die Straßenbaupläne erneut aus der Schublade. Die Verkehrsader, das wissen die Einwohner und belegen wissenschaftliche Studien, wäre das Einfallstor für Holzfäller, Goldsucher, Landspekulanten und Wilderer. Sie würden die Natur und Lebensgrundlagen der Ureinwohner rasch zerstören. Wir werden alle rechtlichen Schritte unternehmen. Dazu gehört auch eine Klage wegen Verstoßes gegen die Verfassung, erklärt Mole. Und wenn es notwendig ist, werden wir unser Land mit Pfeil und Bogen verteidigen sowie einen Marsch der Ureinwohner in die Hauptstadt La Paz organisieren.

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