Vertriebene Indigene der Warao: Linkspopulismus in Venezuela erreicht kriminelle Ausmaße

betteln

Dutzende Frauen der "Marschlandbewohner", meist von ihren Kindern begleitet, verbringen Stunden unter der glühenden Sonne und strecken den Einheimischen bettelnd ihre Hand entgegen (Foto: AlexProimos)
Datum: 23. November 2017
Uhrzeit: 22:41 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Der Linkspopulismus in Venezuela hat kriminelle Ausmaße erreicht. Hunderte Kinder sind in den letzten Monaten wegen Medikamentenmangel gestorben, die Versorgungslage der Bevölkerung ist dramatisch. Wirtschaftliche Analphabeten haben mit ihrer sozialistischen Planwirtschaft das einst reichste Land Lateinamerikas zerstört und für den größten Exodus in der Geschichte der Region gesorgt. Alleine im Nachbarland Kolumbien leben 140.000 Venezolaner illegal, besonders die Indigenen leiden immer mehr unter dem Wahn von Präsident Nicolás Maduro und flüchten in Scharen nach Brasilien.

Im Nordosten Brasiliens sind über 1.200 Angehörige des Warao-Stammes dazu gezwungen, auf der Straße zu betteln. Die Angehörigen der zweitgrößten indianischen Ethnie in Venezuela sind Hunderte von Kilometern gereist sind, um der Wirtschaftskrise in Venezuela zu entkommen. Nun sind sie in einer Art Vorhölle nahe der Grenze zu Brasilien und Venezuela gefangen, nachdem sie von den Straßen der Amazonas-Stadt Manaus „entfernt“ wurden.

Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Kirchen in Brasilien boten ihnen vorübergehende Zuflucht an der Grenze an, aber die Zukunft der Warao bleibt neblig. Der Stamm besteht darauf, dass er nicht nach Venezuela zurückkehren wird, wo die tiefe Rezession einen Mangel an fast Allem verursacht hat. „Unsere Kinder starben an Krankheiten in Venezuela. Es gibt keine Medizin, kein Essen, keine Hilfe“, zitiert die Nachrichtenagentur „Reuters“ Rita Nieves, eine Anführerin des Warao-Stammes.

Die Zustände sind dramatisch, Babys sterben auf der über 1.000 Kilometer langen Busfahrt nach Brasilien in den Armen ihre Mütter. In der kleinen Grenzgemeinde Pacaraima sind 220 Indigene in einen kleinen Kellerraum eingepfercht, Kinder spielen inmitten von Dutzenden von Hängematten, die vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zur Verfügung gestellt wurden. Die Warao haben jahrhundertelang im Orinoco-Delta gelebt, aber einige begannen diesen Ort zu verlassen, als das Angebot an Fisch erschöpft war. Das menschenverachtende Regime hatte die Gewässer zugunsten venezolanischer Exporte von Eisenerz und Bauxit umgeleitet.

Ungefähr fünfhundert Warao-Indianer kamen letztes Jahr nach Manaus. Viele schliefen am Straßenrand, bis die Behörden sie zwangen mit dem Betteln aufzuhören und sie in Unterkünfte einquartierten, die ihnen nicht gefielen. „Sie fingen an, hier zu bleiben, schliefen auf der Straße und verursachten einen humanitären Notfall“, so Isabel Davila, Sekretärin des Sozialdienstes von Pacaraima.

Die Stadt bereitete ein verlassenes Lagerhaus mit Bädern, Duschen und einer Küche vor, die von der mormonischen Kirche finanziert wurde. Ähnliche Hilfseinrichtungen werden in der nahe gelegenen Stadt Boa Vista eingerichtet, die Kinder der Warao lernen bereits mit großer Freude Portugiesisch.

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  1. 1
    noesfacil57

    Der Linkspopulismus in Venezuela hat kriminelle Ausmaße erreicht???

    Diese Tatsachenfeststellung hinkt der Wirklichkeit m.E. nach gewaltig hinterher.
    Es muss heißen, der Linkspopulismus in Venezuela ist kriminell!!!

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