Reichtum lateinamerikanischer Milliardäre wächst um 155 Milliarden US-Dollar

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Das reichste Prozent der Bevölkerung drückt sich durch Steuertricks um Steuerzahlungen von etwa 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr (Foto: Oxfam)
Datum: 22. Januar 2018
Uhrzeit: 17:57 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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82 Prozent des im vergangenen Jahr erwirtschafteten Vermögens ist in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung geflossen. Das geht aus dem Bericht „Reward Work, not Wealth“ hervor, den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht. Die 3,7 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, haben dagegen überhaupt nicht vom Vermögenswachstum profitiert. Oxfam fordert, die Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen zu stoppen, faire Einkommen für Frauen und Männer durchzusetzen und in Bildung und Gesundheit für alle zu investieren. Das Forschungsteam hat Berechnungen für Lateinamerika und die Karibik durchgeführt und festgestellt, dass der Reichtum der lateinamerikanischen „Milliardäre“ im vergangenen Jahr um 155 Milliarden US-Dollar gewachsen ist.

Der Bericht „Reward Work, not Wealth“ illustriert, wie sich der Graben zwischen Reich und Arm weiter vertieft und wie Konzerne und Superreiche ihre Gewinne erhöhen, indem sie Löhne drücken und Steuern vermeiden – auf Kosten normaler Arbeiter/innen und Angestellter sowie des Allgemeinwohls. Entwicklungsländern entgehen durch die Steuervermeidung von Konzernen und reichen Einzelpersonen mindestens 170 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen pro Jahr – mehr als die gesamte weltweite Entwicklungshilfe (145 Milliarden US-Dollar / Jahr).

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Miguel

    Warum gibt es Entwicklungshilfe. Man muss nur in jedem Land die Korruption einschränken und die Reichen besteuern.
    Aber alle sind gegen Trump, der die Migration stoppen will, weil die Arbeitssuchenden in ihrem Land genügend verdienen könnten.

    • 1.1
      babunda

      da soll der trump bei seinem vermoegen zuerst anfangen und korrekt steuern bezahlen, dann googel, facebook, amerzon, appel, kaffekette usw. usw. die betruegen alle Staaten. natuerlich passiert das gleiche in anderen laendern, es gibt zuviele moeglichkeiten steuern zu vermeiden.

    • 1.2
      Kersten

      @Miguel
      Entwicklungshilfe hatte früher viele Gründe, die meisten Länder in Süd- und Mittelamerika kommen ohne diese Gelder aus. Natürlich muss Korruption gestoppt werden, den es sind ja oft Regierungsmitglieder und die Angehörigen der sogenannten Eliten, die sich bereichern und Länder kollabieren lassen. Und natürlich können auch die super-Reichen gerechte Steuern zahlen, sicher mehr als sie es heute tun. Wir aber soll das Ganze durchgesetzt werden? Das Volk muss sich politisch aktivieren, nur dann sind Veränderungen möglich.
      Trump im Übrigen hat ja keine Vision, wie er armen Ländern helfen will. Es will Migration unterbinden, um angeblich Arbeitsplätze für Amerikaner zu sichern. Aber die Industrie in Amerika ist in vielen Bereichen schwach und veraltet, weil man sich viel zu lang auf alten Erfolgen ausgeruht hat. Trump tut nichts dafür, dass sich die Zustände in den Ländern bessern, die starke Migration hervorbringen. Nur ein auf fairem und nachhaltigen Handel basierter Austausch zwischen Nord- udn Südamerika, Asien und Europa sowie Afrika kann das ändern, die starken Wirtschaftsstaaten müssen die schwachen unterstützen und sie anleiten – unter dem Patronat der UN – ihre eigenen Strukturen zu verbessern. Leider habe ich kaum Hoffnung, dass dies kurzfristig passieren könnte. Gerade Trump hat nun die Rechen noch mehr entlastet…er nennt als Argument das somit Investitionen in USA gefördert würden. Ja, es wird investiert, aber das wäre auch ohne plakative Steuererleichterungen passiert, die ja auch Präsident Trump einen ordentlichen Betrag sparen lassen. So bleibt es dabei: die Reichen sorgen dafür, das die Reichen noch mehr bekommen, der Rest soll doch sehen, wo er bleibt. Ein Auslaufmodell…aber noch funktioniert es sehr gut.

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