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Bemerkenswerter Rückgang der Gewaltverbrechen in São Paulo

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In der Tat ist die Polizei von São Paulo immer noch mehr als doppelt so häufig an der Tötung von Zivilisten beteiligt wie der nationale Durchschnitt (Foto: Archiv)
Datum: 12. März 2018
Uhrzeit: 09:20 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
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Lateinamerikas größte Stadt São Paulo gehörte einst zu den gewalttätigsten der Region. Die geschäftige brasilianische Mega-Metropole mit ihren über 12 Millionen „Paulistas“ hat allerdings einen bemerkenswerten Rückgang der Tötungsdelikte zu verzeichnen. Die Mordrate fiel von einem Höchststand von 52,5 pro 100.000 Einwohner im Jahr 1999 auf heute „nur noch“ 6,1. Die aktuelle Rate ist damit fast fünfmal niedriger als der nationale Durchschnitt. Darüber hinaus sind die meisten kriminellen Delikte im gleichen Zeitraum ebenfalls zurückgegangen – wenn auch in geringerem Umfang.

Es gibt viele konkurrierende Erklärungen dafür, warum São Paulo solch gewaltige Sicherheitsverbesserungen verzeichnete. Zum Beispiel glauben einige Sozialwissenschaftler, dass die Mordrate mit einem Rückgang der Anzahl junger Männer und sinkender Arbeitslosigkeit zusammenfällt. Andere machen strengere Kontrollen beim Zugang zu Alkohol und Schusswaffen dafür verantwortlich. Einige Forscher vertreten die Meinung, dass der Rückgang auf die Dominanz einer einzigen Bande – der PCC – zurückzuführen ist. Das „Primeiro Comando da Capital“ (Erstes Kommando der Hauptstadt) gilt als terroristische Vereinigung mit klaren politischen Zielen und hat offensichtlich eine eigene Art von krimineller Ordnung, eine Art „Pax Mafiosa“, über die Stadt verhängt.

Was auch immer die Erklärung dafür sein mag, die stark gesunkene Kriminalität der Stadt erhält kaum internationale Aufmerksamkeit. In der Tat ist die Polizei von São Paulo immer noch mehr als doppelt so häufig an der Tötung von Zivilisten beteiligt wie der nationale Durchschnitt. Im Jahr 2015 waren sie für einen von vier Mordfällen im Bundesstaat verantwortlich. Die Beteiligung der Strafverfolgungsbehörden an so genannten „Polizei-Interventionen“ wirkt sich negativ auf die öffentliche Sicherheit aus.

Deshalb ist die Sicherheitslage in São Paulo alles andere als perfekt – aber eine Kombination aus Polizeiarbeit und sozialer Innovation hat ein bemerkenswertes Ergebnis erreicht.

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  1. 1
    Pancho Villa

    Was auch immer die Erklärung dafür sein mag, die stark gesunkene Kriminalität der Stadt erhält kaum internationale Aufmerksamkeit.

    Dafür sind alleine die Medien schuld, es wird immer nur die negative Seite von Brasilien berichtet, aber egal, ich lass mich dadurch nicht beinflussen und werde Brasilien ab November wieder bereisen!

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