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Hannover Messe: Online-Marktplatz für den Naturschutz

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Beispiele für Ökosystemleistungen, die ein Blühstreifen bereitstellt Holger Pfeffer / ZALF
Datum: 20. April 2018
Uhrzeit: 12:24 Uhr
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Autor: Redaktion
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Vom 23. bis 27. April findet die Hannover Messe statt, bei der intelligente Maschinen im Mittelpunkt stehen. Als erstes lateinamerikanisches Land ist in diesem Jahr Mexiko Partner der Industriemesse mit weltweiter Bedeutung. Die Aufmerksamkeit der versammelten globalen Industrie ist Mexiko sicher. Mit Themen wie Industrie 4.0, Energie und Umwelttechnologien, Berufsausbildung, Start-ups und Auslandsinvestitionen setzt Mexiko Akzente, die für viele Unternehmen interessant sind und das Land als innovativen und offenen Partner präsentieren. Die Hannover Messe hat auch eine Premiere zu bieten: Einen Online-Marktplatz für den Naturschutz.

Schuhe, Reisen, Autos – inzwischen gibt es für nahezu alles einen Online-Marktplatz. Forschende des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. wollen erfolgreiche, internetbasierte Geschäftsmodelle auf bisher weitgehend unerschlossenes Terrain übertragen: den Naturschutz. Auf der Hannover Messe vom 23.-27. April, am Gemeinschaftsstand Berlin-Brandenburg, Halle 13 Stand C10, stellen sie mit dem Projekt „AgoraNatura“ ihre Idee für einen Online-Marktplatz vor, mit dem Unternehmen und Privatpersonen in Naturschutzprojekte investieren können, deren Nutzen wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Intakte Natur ist die Grundlage unseres Wohlergehens und Wirtschaftens – das fängt bei frischer Luft und sauberem Wasser an und hört beim Spaziergang im Grünen noch lange nicht auf. Dennoch beanspruchen wir die Natur in immer größerem Maße und gefährden dadurch ihre Leistungsfähigkeit. Um die biologische Vielfalt und natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, braucht es finanzielles Engagement. Aktuell werden Naturschutzprojekte zu weiten Teilen staatlich oder über Spenden finanziert. Die vorhandenen Mittel reichen aber nicht aus und vielen Projekten, Ideen und Initiativen fehlt das Geld. Um hier Abhilfe zu schaffen, startete 2015 das Projekt „AgoraNatura“ unter Leitung des ZALF und unter Beteiligung der Universität Greifswald, der Deutschen Umwelthilfe (DUH) e. V., und des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) e. V.

„Zunächst haben wir erste Potentialanalysen für einen solchen Marktplatz durchgeführt sowie Motive und Wünsche aus Sicht von Unternehmen und Privatpersonen identifiziert“, sagt Professorin Bettina Matzdorf, Projektleiterin am ZALF. In einem nächsten Schritt wurden konkrete Naturschutzprojekte zusammengetragen, die auf dem Online-Marktplatz angeboten werden. Am Messestand werden die aktuellen Projektregionen vorgestellt. Aktuelle Pionierprojekte liegen in Brandenburg. Zukünftig sollen Projekte aus ganz Deutschland auf AgoraNatura zu finden sein. Derzeit stehen Themen mit Bezug zur Agrarlandschaft, also von vornehmlich landwirtschaftlich genutzten Gebieten, im Fokus. Das ist aber nur der Anfang, die Plattform wird sich nach und nach für weitere Naturschutzthemen und -projekte öffnen.

Die Messlatte der Forschenden zur Aufnahme von Projekten in den Online-Markplatz ist hoch: Die Naturschutzprojekte werden nach dem neuen, unabhängigen Naturplus-Standard zertifiziert, der die Wirkung auf Artenvielfalt, sauberes Wasser, Klimaschutz und Landschaftsbild transparent nachweist. Dieser wird vom AgoraNatura-Forschungsteam in Kooperation mit anderen Partnern entwickelt und ist ein projektunabhängiger, öffentlich zugänglicher Standard. Den teilnehmenden Unternehmen ist so die Sicherheit gegeben, dass ihr Geld sinnvoll investiert wird und dass sie die Naturschutzwirkung ihrer Beteiligung konkret nachweisen können.

„Der Marktplatz soll in den kommenden Monaten in einer ersten Version online gehen. Wir sind derzeit auf der Suche nach Pionierunternehmen, die bereit sind, die ersten Naturschutzzertifikate zu erwerben und mit uns in die finale Erprobungsphase zu gehen“, erklärt Professorin Matzdorf. Das Projekt „AgoraNatura“ wird im Rahmen der gemeinsamem Förderinitiative von BMBF und BMUB „Forschung zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitäts-strategie“ (F&U NBS) und im BMUB durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert.

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