Proteste in Haiti gegen US-Konzern Monsanto

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Datum: 06. Juni 2010
Uhrzeit: 09:13 Uhr
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Autor: Redaktion
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Tausende von Bauern protestierten am Freitag gegen eine Spende von Saatgut des US-Konzerns Monsanto. Laut Behauptung der bäuerlichen Genossenschaft von Haiti und der Bauernbewegung wurden sie von irreführenden Behauptungen ihrer Regierung getäuscht.

Das verheerende Erdbeben vom 12. Januar 2010 forderte bis zu 300.000 Todesopfer auf der Karibikinsel Hispaniola. Die Landwirtschaft von Haiti leidet unter einem starken Mangel an Saatgut, welches die landwirtschaftliche Produktivität fast zum Erliegen gebracht hat. Der US-Konzern Monsanto spendete in Zusammenarbeit mit der USAID-Initiative 475 Tonnen Mais um die landwirtschaftliche Produktivität zu erhöhen. Die haitianischen Landwirte befürchten, dass die Samen von Monsanto die lokalen Sorten bedrohen könnten. Zusätzlich befürchten sie, dass das Saatgut gentechnische verändert wurde.

Monsanto ist ein börsennotierter Konzern mit Sitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri und Niederlassungen in 61 Ländern. Er züchtet Saatgut und produziert Herbizide. Monsanto setzte seit den 1990er Jahren besonders auf Biotechnologie zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte. Im Mai 2009 erklärten Weizenanbauvereinigungen der drei größten Exportländer USA, Kanada und Australien, dass sie Biotechnologie als ein Mittel zur Sicherung der Versorgung ansehen bei erwarteter höherer Nachfrage. „Die haitianische Regierung verkauft nach dem Erdbeben unser Land an multinationale Konzerne“, sorgt sich Chavannes Jean Baptiste, Koordinator des Mouvman Peyizan Papay (MPP), einer bäuerlichen Genossenschaft und einer der führenden Bauernbewegungen in Haiti.

In Hinche, einer haitianischen Stadt im Departement Centre unweit der Grenze zur Dominikanischen Republik, werden hauptsächlich Kaffee, Baumwolle, Sisal, Zuckerrohr und Früchte angebaut. Nach inoffiziellen Berichten protestierten zwischen 8.000 und 12.000 Demonstranten gegen die Regierungspolitik von Rene Preval. Die Demonstranten skandierten „Nieder mit Preval, werft Monsanto aus Haiti“. „Wir müssen um unser lokales Saatgut kämpfen und unsere Ernährungssouveränität verteidigen“, rief Chavannes in die Menge. „Es geht nicht nur um das Saatgut“, argumentierte Samuel Smith, ein 74-jähriger Bio-Landwirt und langjähriger Unterstützer der heimischen Landwirtschaft. „Es geht um die Menschen, denen ein neues System aufgezwungen werden soll aus dem sie nicht heraus können“. Monsanto wies alle Befürchtungen zurück, dass es  gentechnisch verändertes Saatgut nach Haiti lieferte. „Das Saatgut ist nicht gentechnisch verändert. Es ist herkömmliches Hybrid-Saatgut, das bereits in der Dominikanischen Republik angebaut wird,“ teilte ein Monsanto-Sprecher mit.

Monsanto hat zusätzlich 255.000 US Dollar für die Katastrophenhilfe in Haiti gespendet. Chevannes bezeichnete die Spende als „ein Geschenk des Todes.“ „Dies ist ein Angriff auf die bäuerliche Landwirtschaft, auf die Bauern und auf die biologische Vielfalt der Umwelt von Haiti.

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