Panik-Geständnis nach falschen Versprechungen laut van der Sloot ungültig

Datum: 21. Juni 2010
Uhrzeit: 19:55 Uhr
Ressorts: Panorama, Peru
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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van der SlootDer in Peru wegen Mordes angeklagte niederländische Staatsbürger Joran van der Sloot hat in einem Interview sein Geständnis für ungültig erklärt. „Ich war in blinder Panik, ich wollte nur weg. Ich habe alles unterschrieben ohne überhaupt zu wissen, was da stand“ erklärte er gegenüber der niederländischen Zeitung Telegraaf. Zudem sei ihm von der Polizei die Auslieferung in sein Heimatland versprochen worden.

Am Montag verweigerte er zudem die Aussage gegenüber einem Ermittlungsrichter. Als Begründung gab der 22-jährige den noch nicht abgeschlossenen Antrag auf Habéas Corpus an. Van der Sloot sitzt derzeit im Gefängnis Miguel Castro Castro und bangt nach eigener Aussage um sein Leben. Ihm wird vorgeworfen, die 21-jährige peruanische Staatsbürgerin Stephany Flores brutal ermordet zu haben, da sie angeblich Beweise für einen früheren Mord des Berufspokerspielers auf seinem Laptop entdeckt hatte. Seit mehreren Jahren laufen gegen van der Sloot Ermittlungen zum Verschwinden des US-amerikanischen Teenagers Natalee Holloway auf der Karibikinsel Aruba.

In dem jüngsten Antrag erhebt die Verteidigung massive Anschuldigungen gegenüber den Ermittlungsbehörden. Diese hätten die Rechte des Beschuldigten in keinster Weise respektiert und ihn förmlich zur Unterschrift genötigt. Nach Informationen von agência latina press haben die Vernehmungsbeamten dabei unlautere psychologische Tricks angewandt. Zum einen wurde ihm Angst vor Übergriffen in peruanischen Gefängnissen gemacht, zum anderen sei ihm die Auslieferung nach Holland versprochen worden.

Van der Sloot hatte nur zwei Tage nach seiner Verlegung in die jetzige Haftanstalt in San Juan de Lurigancho verzweifelt versucht, mit den US-Behörden Kontakt aufzunehmen. „Ich will nicht in Peru inhaftiert sein. Ich habe Angst, dass sie mich umbringen“ hatte er gegenüber einer lokalen Tageszeitung erklärt und den Wunsch geäussert, nach Aruba überstellt zu werden. Dort wollte er nach eigenen Angaben verraten, wo die Überreste von Natalee Holloway vergraben seien.

Der derzeitige peruanische Anwalt von van der Sloot wollte zu den jüngsten Entwicklungen keinen Kommentar abgeben sondern reichte lediglich diverse Anträge bei Gericht ein. Er werde sich erst nächste Woche äussern, wenn die Familie seines Klienten in Lima eintreffen würde. Die Mutter des Mordverdächtigen hatte jedoch gegenüber dem Telegraaf in einem Interview erklärt, keinesfalls ihren Sohn im Gefängnis zu besuchen. „Mein Sohn ist krank im Kopf“ wird sie von der Tageszeitung zitiert. Sie glaube zwar nicht, dass er Holloway ermordet habe, jedoch sei sie von der Tat an Flores überzeugt. „Nun muss er dafür auch den Preis bezahlen“ so die Mutter abschliessend.

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