Haiti: Im Teufelskreis von Hunger und Unsicherheit

knabe

Datum: 06. November 2009
Uhrzeit: 05:17 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Otto Hegnauer
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knabeLeider ist hier der Hunger immer wieder ein Thema. Ich berichtete von den April-Unruhen wegen der explodierenden Lebensmittelpreise, die niemand mehr bezahlen konnte, mit 6 Todesopfern. Ich berichtete über den Hunger in diesem Land, zum Beispiel wie in Baie d’Orange erst kurz vor Weihnacht 30 Leichen von verhungerten Kindern gefunden wurden. In der Folge wurden hunderte weiterer vom Hungertod gefährdeter Kinder evakuiert, und auf der baumlosen Felsinsel Praville fand man 2’000 Flüchtlinge, die hier seit der Flutkatastrophe von Gonaïves bei 50 Grad Hitze ausgeharrt hatten, ohne Nahrung, darunter viele Kleinkinder, in einem erbärmlichen Zustand.

Robert Zoellick, der Präsident der Weltbank, hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, ihre Hilfe an Nationen wie Haiti, Afghanistan und Liberia zu verdoppeln. Es seien Nationen mit schweren inneren Krisen und extremer Armut unter der Bevölkerung, die dies unbedingt erfordern. Der Präsident der Weltbank sagte am UN-Institut für Frieden weiter, wenn Staaten zerfallen berge das viele Gefahren, doch zuerst träfe es immer die Menschen die vor Ort in Not und Hunger leben. Diese Staaten hätten Regierungen die keine Wirkungen erzielen, so dass ein Rechtsstaat als Grundlage des Volkes nicht aufgebaut werden könne, fügte Zoellick an. Besonders Haiti bewege sich in einem Teufelskreis von Armut und Unsicherheit, „Wir benötigen mehr Mittel, um diese Länder zu stabilisieren, ihre Regierungen effektiver aufzubauen und so die Entwicklung zu ermöglichen“, erläuterte der Präsident der Weltbank. Robert Zoellick forderte die internationale Gemeinschaft auf, ihre Hilfe zu verdoppeln.

„Ihre Regierungen effektiver aufzubauen“, hatte es Robert Zoellick formuliert. Und einige meiner empörten Leser formulierten es so: „Einer der Gründe scheint mir darin zu liegen, dass die Mächtigen nicht moralisch und die Moralischen nicht mächtig sind“, oder „In mir steigt die Wut auf. Auch in Haiti gibt es doch so etwas wie eine Regierung, was tut sie, was tun die Menschen Vorort, um das Los der Mitmenschen zu verbessern“. Und ich berichtete von Reaktionen des haitianischen Präsidenten, der erklärte, die Bürger müssten ihre Erwartungen dämpfen, sie dürften keine rosigen Erwartungen haben, und sie müssen halt den Gürtel enger schnallen …

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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