Mit dem Flammenwerfer gegen die Botschafterin

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Datum: 22. Juni 2010
Uhrzeit: 10:05 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Otto Hegnauer
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Ich genieße das Privileg, Geschichten zu schreiben. Es ist das Privileg, oft über etwas schmunzeln zu können, das man gehört, aber nicht gesehen hat, das man selbst nicht glaubt, nicht glauben muss ! Und das doch stimmt. Denn es ist Volksmeinung, Aberglauben, Gerücht, was auch immer. Manchmal sogar lustig !

Heute erzählen die Leute wieder etwas über die Botschafterin einer ausländischen Großmacht – klar, es gibt ja gar keine inländische. Die Dame wollte offenbar, gut ausgestattet mit klimatisiertem Diplomatenwagen, bewaffneten Leibwachen und so, ein Quartier beaugapfeln, wo man nicht hingeht. Aus Voyeurismus, sozusagen. Kam da ein Checkpoint der SIMO, gefürchtete Geheimpolizei und etwa Pendant zur amerikanischen SWAP, und der Konvoy schien das Haltesignal nicht ehrfurchtsvoll oder rasch genug, oder was immer, zu beachten.

Jedenfalls rannte ein ganzer Trupp in den Trümmern versteckter SIMO mit Flammenwerfer auf die verdutzten Diplomaten los, und fast wäre es zu einem Ernstfall gekommen. Sicher mit diplomatischem Nachspiel. Die zu Tode erschrockene Dame drängte schreiend zurück, drückte jedem Anwesenden eine 200 Dollar-Note (US) in die Hand und verlangte, auf dem kürzesten Weg nicht etwa zum Präsidenten, nein, zum Flughafen gebracht zu werden. Sie wollte mit der nächsten Maschine zurück in ihr Heimatland und schwor, nie mehr haitianischen Boden zu betreten.

Ich muss schon sagen, jetzt greifen die Maßnahmen durch. Es gilt Ernst. An allen Ecken und Enden. Neu-Haiti entsteht auf der Insel Hispaniola, und dabei braucht man keine Zuschauer. Mir persönlich gefällt es hier jeden Tag besser. Ich muss auch sagen, dass ich nach den unzähligen Schusswechseln seit Monaten keinen einzigen Schuss mehr gehört habe. Man kann sich wieder sicher fühlen, die greifen durch! DAS nennt man „psychologische Kriegsführung“!

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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