Chávez benutzt Konflikt um von innenpolitischer Krise abzulenken

Datum: 22. Juli 2010
Uhrzeit: 23:05 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Präsident versucht eigene Haut zu retten

Für internationale Analysten steht fest, dass der venezolanische Präsident Hugo Chávez den Konflikt zwischen seinem Land und Kolumbien nur dazu nutzt, um von der zunehmenden innenpolitischen Krise im eigenen Land abzulenken.

Der kolumbianische Botschafter bei der OAS, Luis Alfonso Hoyos, legte heute bei einer Sitzung der Organisation der Amerikanischen Staaten in Washington Beweise dafür vor, dass sich in Venezuela, nur 23 Kilometer von der Grenze zu Kolumbien, mehrere Lager der FARC und ELN-Guerillas befinden. Chávez warf Kolumbien danach vor, mit den USA einen Krieg gegen Venezuela anzetteln zu wollen.

“Ich habe höchste Alarmbereitschaft an unserer Grenze befohlen”, teilte der Präsident im Miraflores-Palast in Anwesenheit von Diego Maradona mit. ”Uribe ist eine Bedrohung für den Frieden. Bevor er seine Regierungsgeschäfte übergibt, ist er zu allem fähig”, sagte Chávez. Gleichzeit forderte Venezuela die kolumbianischen Diplomaten dazu auf, innerhalb von 72 Stunden das Land zu verlassen.

Alkalai Milos, ehemaliger venezolanischer Botschafter bei der UNO teilte mit, dass das Verhalten von Chávez „eine traurige Seite der Diplomatie“ sei. Frank López Ballesteros, Journalist der Zeitung „El Universal“ fügte hinzu, dass Chávez „mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen nur versucht, seine Haut zu retten und verzweifelt den eigentlichen Kern der Sache verschleiern möchte. Es geht nur um die eine Frage: Was ist mit der Präsenz von Aufständischen in unserem Land. Am 26. September sind Wahlen in Venezuela. Wenn das wahr ist, was Bogota beweisen will, dann bekommt Chávez die passende Antwort vom Volk“, so Ballesteros.

Laut Jorge Tarut, stellvertretendes Mitglied der chilenischen Kommission für Außenbeziehungen, verhält sich Chávez nicht wie ein Präsident. Er belaste wie immer die Beziehungen des ganzen Kontinents. „Er wurde auf frischer Tat ertappt und weiß keinen besseren Weg aus der Affäre zu kommen, als die Beziehungen mit Kolumbien abzubrechen. Wir alle wissen, mit welcher Brutalität Chávez Taten verschleiert. Er verhält sich nicht wie ein Präsident“, so Tarut.

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  1. 1
    togo

    Aber das sind eher die doofen Analysten, die das vermuten. Umfragen zeigen, dass die Popularität von Chávez steigt und PSUV die Wahlen am 26. September gewinnen wird.

    Außerdem hat Kolumbien mit den Blödsinn angefangen. Chávez hat eigentlich positiv über Santos gesprochen nach seiner Wahl!

  2. 2
    patriot

    das einzige was ansteigt, ist die Anzahl der abgestorbenen Gehirnzellen. 70% aller Mitglieder in der PSUV sind eingeschrieben, da sie schlicht und einfach sonst keine Arbeit bekämen. Da ja immer noch diese unsäglich Liste der „Unterzeichner gegen Chavez“ existiert, finden all diese Leute keine Arbeit mehr. Dies ist ein verbrecherisches System, basierend auf Vetternwirtschaft, Korruption, Ignoranz und Diebstahl.
    Die Preise schnellen dank der dümmlichen Wirtschaftspolitik in ungeahnte Höhen, der normale Arbeiter und Angestellte hat mittlerweile Probleme sich mit den normalsten Lebensmitteln zu versorgen, einfach auf Grund der hohen Preise welche mittlerweile weit über dem liegen, was wir so in Europa bezahlen… Jeden Tag werden neue Container mit tausenden von Kilo verdorbenen Lebensmitteln gefunden (die werden dann einfach ans dumme arme Volk verteilt), fällt denen nicht auf…
    Die Bildungspolitik ist ein völliges Desaster, Venezuela entwickelt sich seit Jahren zurück, in allen Bereichen. Das einzige was blüht, ist die Korruption. Da sind sie Weltmeister…Die Elite hat das Land verlassen, jedenfalls die, die das nötige Geld hatten, Kubanische Funktionäre sind an allen Universitäten und Staatsbetrieben eingeschleust, selbst beim Militär werden hohe und strategisch wichtige Posten mit diesen Leuten ausgestattet…. Auf Grund der ständigen Invasionen von Grundstücken und Fabriken (selbst durch die eigene Belegschaft oder Nachbarn) wird nichts mehr von privater Seite investiert. Verstaatlichte Farmen sind völlig unproduktiv und erwirtschaften nicht mal mehr 10% von früheren Ernten. Alles also im Stile der guten alten DDR. Ach so, von diesen roten Socken haben sich einige auf den Weg begeben, um Chavez mit Rat und Tat zu unterstützen….
    Da der Ölpreis ja in absehbarer Zeit auch nicht mehr steigen wird, sind alle Sozialprogramme (sogenannte Misiones) am kollabieren. Der Einzelhandel hat mit Verkaufsrückgängen von 20-60% zu kämpfen, da einfach kein Geld mehr unter den normalen Leuten ist. Das fehlende Steuereinkommen wird im nächsten Jahr dann richtig durchschlagen… Es wird also noch richtig lustig….

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