Nach Androhung von Sanktionen: Bolivien bezeichnet FIFA als “Mafia”

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Datum: 24. Juli 2010
Uhrzeit: 23:30 Uhr
Ressorts: Bolivien, Sport
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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► Weltverband verbietet Einmischung der Politik bei nationalem Verband

Der Vizeminister für Sport in Bolivien, Miguel Angel Rimba, hat massive Kritik an der FIFA geäußert und den Weltfussballverband unter anderem als „Mafia“ bezeichnet. Rimba reagierte damit auf einen Appell der FIFA an die Regierung Evo Morales, sich nicht in die internen Angelegenheiten des bolivianischen Fußballverbandes FBF einzumischen. Der nationale Verband wählt am Sonntag einen neuen Präsidenten.

Laut der Stellungnahme der FIFA soll „eine mögliche Krise“ dadurch verhindert werden, indem die Politik die Unabhängigkeit des FBF respektiere. Andernfalls könne es zu Sanktionen wie den Ausschluss der Nationalmannschaft bei Turnieren oder der kommenden WM-Qualifikation kommen.

Rimba hatte angekündigt, im Vorfeld der Wahl aufgrund eines zunehmenden Streits zwischen zwei Bewerbern regulierend einzugreifen. Auf die Drohungen der FIFA reagierte er mit Empörung und erklärte, der derzeitige Vorstand des FBF werde „von einer anderen Mafia gedeckt, welche die FIFA ist“. „Ich habe nur gesagt, dass es einen Möglichkeit der Intervention gibt, da wir sehr besorgt über die Situation sind. Wir wollen jedoch niemanden Schaden zufügen, da viele Menschen für den Fussball leben“ fügte der Vizeminister hinzu. Zudem dürfe man seine Meinung, was das Beste für den bolivianischen Fussball sei, jederzeit frei äußern.

Staatspräsident Morales hat zwischenzeitlich sogar die Verschiebung der Wahlen gefordert, da der Fussball die Menschen vereine und eine Integration aller Beteiligten auch den bolivianischen Fussball vereine. Durch den andauernden Streit der Verantwortlichen sei dies jedoch momentan nicht gewährleistet.

Die angesetzten Wahlen gestalten sich als äußerst schwierig, da die Anführer von fünf der neun regionalen Verbände des Landes in einen Hungerstreik getreten sind, um zu verhindern, dass der derzeitige Präsident des FBF, Carlos Chávez sowie der Präsident der obersten Liga, Mauricio Méndez, sich zur Wiederwahl stellen. Beide werden für die derzeitige Krise im bolivianischen Fussball verantwortlich gemacht. Das südamerikanische Land hatte die Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika als Tabellenvorletzter beendet.

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