Peru: Der grausame Winter in den Bergen von Arequipa
Menschen und Tiere leiden unter extremen Temperaturen
Der Winter in der Region Arequipa, im Süden Perus, ist grausam. Die Kälte ist so intensiv, dass die Haut verbrennt, die Planzen verwelken und immer mehr Nutztiere getötet werden.
Arequipa liegt auf über 2.300 m Höhe. Die Küste des Pazifik liegt nur 75 km Luftlinie entfernt und beschert der Stadt normalerweise das ganze Jahr über ein mildes und sonniges Klima. Dieses Jahr ist alles anders. Der Boden und die Bäche sind gefroren. Die Menschen in der Region haben sich entschieden, nur noch einmal pro Woche zu baden. Dies tun sie nicht aus mangelnder Hygiene, sondern weil ein einfaches Bad zu einer Lungenentzündung führen könnte und sie in der Kälte töten würde.
Die Region wird durch die Vulkane in der nahen Umgebung beherrscht, den 5.822 m hohen kegelförmigen Misti, den 6.057 m hohen Chachani und den kleineren und entfernteren Pichu Pichu. Nicht weit von Arequipa liegen auch die Schluchten des Cotahuasi- und des Colca Cañon, die mit bis zu 3000 m Höhenunterschied mit zu den tiefsten der Welt zählen. In den letzten Tagen wurden Tiefsstemperaturen zwischen 12 und 15 Grad unter Null aufgezeichnet.

Prudencio Coaguila, 55 Jahre, steht in der Küche seiner ärmlichen Behausung. Zusammen mit seiner Frau versucht er den Ofen für die Zubereitung des Abendessens in Gang zu bekommen. Prudencio wirkt ungelenkig, trägt er doch fünf Pullover, zwei Paar Hosen, einen Hut und Wollsocken. Neben ihm steht sein 12 jähriger Sohn und seine 2 jährige Enkelin, welche die gleiche Menge an Kleidung tragen. Nachts schläft die siebenköpfige Familie in einem Bett. Obwohl unter mehreren Decken eingehüllt, ist der Wind eisig und die Kinder wachen schreiend und frierend auf.

Nach Auskunft des medizinischen Zentrums leiden 80% der Bevölkerung in der Region Arequipa an akuten Atemwegsinfektionen (ARI). Jeden Tag kommen etwa 10 bis 12 neue Patienten hinzu. Bisher gab es unter der Bevölkerung keine Verluste, aber die Tiere erleben nicht das gleiche Schicksal. Auf dem Hof von Prudencio stehen 485 Alpakas und 100 Schafe im Futter. Vor ein paar Tagen erfroren mehr als 20 Jungtiere.
“Wir leben von diesen Tiere. Ihr Tot ist ein unwahrscheinlicher Verlust”, so Prudencio. Er klagt über die mangelnde Unterstützung durch die Behörden. Medikamente und Futter für die Tiere gibt es nicht mehr. Der Bürgermeister von San Antonio de Chuco, Ricardo Tola, räumte ein, dass die Beihilfe von der Regionalregierung von Arequipa nicht die abgelegenen Dörfer erreicht. So sind die Menschen auf sich gestellt und warten weiter auf Hilfe, die sie allerdings bald erreichen muss, denn für die nächsten Tage ist mit keiner Wetterbesserung zu rechnen.
© 2009-2012 agência latina press. Reproduktion strikt untersagt!
Kommentarbereich
Weitere Nachrichten über Peru
Aktuelles Video
Aktuelle Meldungen
Externe Newsquellen
Neu im IAP PortalNetwork
- Da bin ichBriefkasten Da bin ich Hallo zusammen! Nach meinem ersten sehr kurzfristig geplantem Brasilienaufenthalt melde ich mich hier an, um mehr über das Lebe …
- Unterhaltsforderung für Kind in CHFamilie: Heirat, Kinder & Scheidung Unterhaltsforderung für Kind in CH Hallo zusammen, ich bin vor 3 Wochen Mama geworden und mein brasilianischer …
- Brasilianer – welches Visum für Dubai?Gesetze in Brasilien, Behörden, Zoll & Steuern Brasilianer – welches Visum für Dubai? Hallo zusammen, wer kann mir sagen welches Visum exakt ein B …
- BrasilienshopPlauderecke Brasilienshop Hallo, ich wohne in der Nähe von Osnabrück. Weiß jemand, wo ich in der näheren Umgebung bzw. wo überhaupt in NRW ich einen S …
- Programação São João de Caruaru 2012Treffpunkte und Events in Deutschland und Brasilien Programação São João de Caruaru 2012 Programação São João de Caruaru 2012 Definida a programação d …
- Campeonato Carioca: Sieger FluminenseSport: Senna & Pelé Campeonato Carioca: Sieger Fluminense O Fluminense é o novo campeão carioca. Em partida disputada na tarde deste domingo, no E …
- Campeonato Paulista: Sieger SantosSport: Senna & Pelé Campeonato Paulista: Sieger Santos O Santos confirmou seu amplo favoritismo e conquistou um feito inédito desde os tempos de P …
- Venezuela und die Schlacht vor den UrnenObwohl der Wahlkampf in Venezuela noch nicht offiziell begonnen hat, kommt es bereits zu einer Schlacht vor den Urnen. Umfrageergebnisse schießen wie …
- Venezuela: Capriles in Chávez-Hochburg gefeiertHenrique Capriles, Präsidentschaftskandidat des venezolanischen Oppositionsbündnisses Tisch der demokratischen Einheit (MUD), hat auf seiner Wahlkampf …
- Wahlen in Venezuela: Neue Imagekampagne der OppositionAngesichts der Präsidentschaftswahlen am 7. Oktober 2012 hat die venezolanische Opposition eine neue Aktion gestartet. Mit einer Imagekampagne will da …
- Venezuela: Opposition lehnt angebliche Pläne über Aussetzung der Wahlen abDas venezolanische Oppositionsbündnis Tisch der demokratischen Einheit (MUD) hat angebliche Pläne abgelehnt, nach denen die für den 7. Oktober angeset …

Facebook • Twitter • Google+ • RSS-Feed • Programmiert in validem XHTML & CSS • Empfohlene Monitor-Auflösung: 1.024px oder höher
















