Indigene in Brasilien und Kolumbien kennen keine Grenzen

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Datum: 04. Oktober 2009
Uhrzeit: 19:24 Uhr
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Autor: Redaktion
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Im Dschungel zwischen Brasilien und Kolumbien erfolgt die Teilung des Gebietes nach traditionellen Regeln. Der Frieden wird nur dann unterbrochen, wenn Drogenhändler das Gebiet betreten.

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In einem der entlegensten Gebiete Amazoniens, da wo der Staat Amazonas an Kolumbien grenzt, besteht die Grenze nur auf dem Papier. Im Dschungel leben Indianer auf beiden Seiten in Harmonie, wie in der Zeit als die beiden Länder als solche noch gar nicht existierten. “Wir sind alles Verwandte, für uns gibt es keine Grenzen”, sagt der Indio José Dias. “Es gibt nur Grenzen wenn wir sterben”, so der kolumbianische Indigene José Manuel Alvarim.

In dieser Region, die als Kopf des Hundes bekannt ist, ist es üblich, dass die Indianer der einen Seite der Grenze, Plantagen auf der anderen Seite der Grenze besitzen und bewirtschaften, oder umgekehrt.

Die Felder sind vom Vater auf den Sohn weitergegeben, egal auf welcher Seite der Grenze.
“Wir arbeiten in diesem Teil von Kolumbien wegen unserer Vorfahren. Unsere Vorfahren hatten in diesen Bereichen ihre Felder”, erklärt der Indio Gustavo Cordeiro.

Das Konzept der Indigenen basiert auf Verwandtschaft, nicht auf die Idee der Nationalität. “Die brasilianische Indios sind allerdings stolz darauf, dass sie Brasilianer sind”, sagte er. Die relative Ruhe des Ortes wird aber immer wieder durch die Anwesenheit von Drogenhändlern untergraben, was dazu führt, dass es zu Konflikten in dieser Region kommt. Der letzte war 2006, als brasilianische Soldaten Schusswechsel mit kolumbianischen Guerillas hatten.

Einer der schlimmsten Konflikte war im Jahr 2000 und wurde als Massaker von Mitu bekannt. Damals wurden 30 Indianer auf der kolumbianischen Seite getötet. “Ich habe Menschen wie Tiere sterben sehen”, sagt der kolumbianischen Indio Herbia Luz Lopes, der nach Brasilien vertrieben wurde und nicht zurück gehen will, obwohl er dort geboren wurde.

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