Wachsende Unsicherheit in Venezuela

chavez

Datum: 03. August 2010
Uhrzeit: 00:22 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Anzahl der Tötungsdelikte vervierfacht

Nach Angaben der venezolanischen Oppositionspartei „Tisch der demokratischen Einheit“ (MUD) betrug die Zahl der Morde in Venezuela 1998, als Hugo Chávez sein Amt antrat 4.550. Die Anzahl der Tötungsdelikte vervierfachte sich im vergangenen Jahr auf 16.047.

In Caracas wurden nach Oppositionsquellen im Juli 469 gewaltsame Todesfälle registriert, d.h. 15 Morde pro Tag. Die Regierung von Hugo Chávez verhält sich ruhig zu diesem Thema und nennt seit zwei Jahren keine offiziellen Zahlen. Dies steht nach Oppositionsaussagen in krassem Gegensatz zu der blutigen Realität, in der die Venezolaner leben. Nach zahlreichen Untersuchungen soll das Hauptanliegen der Bevölkerung die Beendigung der wachsenden Unsicherheit sein.

Im Jahr 2008 hatte die Regierung Chávez 10.000 Morde in ganz Venezuela, oder 27 gewaltsame Todesfälle pro Tag zugelassen. Die MUD teilte heute mit, dass sich die Situation seither verschlechtert hat. Jorge Borges, Mitglied der MUD erinnerte daran, dass „die Regierung seit fünf Jahren keine offiziellen Zahlen für die Opfer von Gewalt bekannt gibt. Wir leben wie in einem Krieg, ohne das dieser offiziell erklärt wurde“. Die hohe Inzidenz von Kriminalität und Gewalt in Venezuela wird nach Aussagen des Kriminologen Angel Rangel praktisch von der Regierung ignoriert. Rangel warnte davor, dass die „Straflosigkeit eine der Ursachen für die zunehmenden Gewalt ist“.

Präsident Hugo Chávez behauptet, dass „kolumbianische Paramilitärs“ das Land infiltrieren um Verbrechen zu begehen und für Unruhe sorgen. Nach Berichten mehrerer NGOS entfallen auf Caracas durchschnittlich 140 Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner. Caracas wird nur noch von der mexikanischen Stadt Juárez übertroffen, wo der organisierten Kriminalität und des Drogenhandels 195 gewaltsame Morde pro 100.000 Einwohner zum Opfer fielen. Die „Hauptstadt des Sozialismus des XXI Jahrhunderts“  ist damit die zweit gefährlichste Stadt in Lateinamerika.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden. Bildnachweis: Reproduktion

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    togo

    „Die Regierung von Hugo Chávez verhält sich ruhig zu diesem Thema“

    Das ist falsch!

    Im Rahmen der Wahlen im Setember müssen das die Oppositionsparteien verbreiten. Das ist klar. Aber in letzter Zeit gibt es sogar Erfolge bei der Kriminalitätsbekämpfung: http://venezuelanalysis.com/news/5518

  2. 2
    Caracas

    Endlich wird darüber berichtet. Die Kommunisten verschweigen dies ja gerne. Wer hier lebt, weis aber Bescheid.

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!