Haiti: Effiziente Arbeit eines Hilfswerks

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Datum: 01. September 2010
Uhrzeit: 19:56 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Otto Hegnauer
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

In Haiti sind zahllose Hilfswerke am Werk, über deren Tätigkeit ich gelegentlich berichtet habe. Auf Deutsch für die Helfer, die keine Fremdsprache, oder nur englisch sprechen, ich kenne einige davon. Deshalb übersetze ich heute einen Brief mit Prospekt von „Hand-in-Hand“.

Hand-in-Hand ist eine Stiftung für eine nachhaltige und menschenwürdige Entwicklung nach dem 12,Januar 2010. Adressen in Haiti:

Gonaïves, Hauptsitz
Men Ansanm – Mains Unies
2, Rue W. Moss,
Route de l’ODPG Chatelain
Tél : (509) 3448-2531
Port-au-Prince, Büro
10, Rue Audant, Impasse la paix
Route de frères, Pétion-Ville
Entrée Hôpital de la communauté haïtienne
Tél : (509) 3491-2584 / 3456-8954
E-mail : mains_uniesEM@yahoo.fr

Hand-in-Hand ( Men Ansanm, Mains Unies, Hands Together ) ist eine haitianische ONG, die besonders in den Bereichen Umwelt, Ernährung und Wasserversorgung tätig ist. Hervorgegangen aus den Flutkatastrophen von 2004 und 2008 in Gonaïves hat sie eine breite Erfahrung in diesen Fachgebieten erworben. In den folgenden Jahren setzte die Stiftung erfolgreich drei Produkte ein und erprobt sie, um Wasserhygiene, -geruch und -trinkbarkeit zu verbessern. Sie sind einfach in der Anwendung und für Katastrophenopfer äußerst nützlich, sie werden bestimmt auch Sie interessieren.

Es handelt sich um „EM-A“, Melasse aus Zuckerrohr und Sodium-Hypochlorit. Im folgenden Prospekt finden Sie weitere Informationen. Auch unsere Spezialisten an obigen Adressen beantworten gerne weitere Fragen.

EM-A

Was sind EM?

EM bedeutet Effective Microorganisms, wirksame Mikroorganismen. Sie wurden in Japan vom Agrarwissenschaftler Teruro Higa in der Ryukyu Universität auf Okinawa entdeckt. Nach Higa sind rund 80 Mikroorganismen in der Lage, faulende und lebensfeindliche Substanz so zu beeinflussen, dass daraus ein lebensfördernder Prozess entsteht.

EM-A wird als natürlicher Wirkstoff gegen Übelgeruch und Fäulnis bei Katastrophen zur Verbesserung der Hygiene, besonders zur Aufbereitung trinkbaren Wassers verwendet. Hand-in-Hand hat anlässlich der schweren Katastrophen 2004 und 2008 im Bassin Magnan, Gonaïves, EM-A mit Erfolg eingesetzt. EM-A und EM-1 entstehen als Nebenprodukte bei der Zuckerrohrmelasse-Herstellung ( siehe Herstellung von EMa aus Urlösungen ).

Einsatzbeispiele für EM-A :

  • Geben Sie einen Deckel EM-A in die Latrinengrube. Nach einer Nacht verliert sich der Mißgeruch
  • Besprühen Sie alle übel riechenden Orte wie Toiletten und Duschen
  • Auch in Abwasserkanäle und Dolen etwas EM-A schütten
  • Für das Abspritzen von Kehricht und Kehrichtbehältern EM-A 1/100 verdünnen
  • In Wohn nähe keine Abfälle verbrennen. Speziell Plastikabfälle und Autoreifen entwickeln extrem giftige Dämpfe

Zuckerrohr-Melasse

Was ist das, Zuckerrohr-Melasse?

Zuckerrohr ist eine bis zu 6 m hohe Stengelpflanze, die seit 2500 Jahren genutzt wird, in Haiti praktisch von jedem Bauern. Sie ist die Hauptursache der Sklaveneinsätze, denn sie dient seit damals zur Herstellung von Zuckerrohrschnaps und Rum, später auch von Haushaltszucker und heute leider in wachsendem Maße von Bioethanol.

Als Nebenprodukt fällt bei der Zuckerproduktion Zuckerrohr-Melasse an. Dieser immer noch zuckerhaltige Restsirup gibt ein äußerst nützliches Nahrungsmittel her, besonders für Kleinkinder und schwangere Frauen. Die Melasse enthält alle wichtigen Mineralsalze und Spurenelemente wie Vitamin B, Kupfer, Calcium, Magnesium, Eisen und Kalium-Potassium. Hand-in-Hand durfte in den drei letzten Jahren die außerordentliche Wirksamkeit dieses Nahrungsmittels, besonders in den meistgefährdeten unterernährten Schichten erfahren.

Bei bereits eingetretenen Schwächezuständen von Kindern und Erwachsenen kann die Einnahme von Melasse Hilfe bringen. Bei Blutarmut, Bluthochdruck, Nieren-, Herz-, Magen-, Haut-, Gedächtnisproblemen, Geschwüren und anderen Störungen des gesundheitlichen Gleichgewichts können sowohl Mineralsalze als auch Spurenelemente Wunder wirken. Für zuckerkranke Personen ist Melasse allerdings nicht empfohlen. Für alle anderen empfehlen sich folgende Dosierungen:

  • Kinder 7 Mt – 15 J : 2 x täglich 1 Kaffeelöffel
  • Erwachsene : 2 x täglich 1 Suppenlöffel
  • Schwangere : 3 x täglich 1 Suppenlöffel
  • Für Kinder wird dreimonatlich die Einnahme von ½ Liter Melasse empfohlen

Natriumhypochlorit

Was ist Natriumhypochlorit?

Natriumhypochlorit wird volkstümlich einfach mit „Chlor“, französisch mit hypochlorite (NaOCl) bezeichnet und ist charakterisiert durch einen Gehalt von 6% freiem Chlor. Der Verwendungszweck in wässeriger Lösung ist vielfältig, etwa das Bleichen oder Desinfizieren von Oberflächen. Natriumhypochlorit ist auch der wesentliche Bestandteil von desinfizierenden Haushaltsreinigern, Schimmelentfernern und Rohrreinigern. Die Chemikalie vernichtet coliforme Bakterien und Keime, Mikroben auf Böden, Arbeitsflächen, in Lavabos, Bädern, Toiletten, Betten, Erreger von Typhus, Cholera, Ruhr, akutem Durchfall und anderen Mikroben und ist zur Trinkwasserreinigung gemäß Normen der WHO geeignet. Die Chemikalie vernichtet 99,99% der Keime, Bakterien, Viren, Algen, Eier, Sporen und Protozoen.

Zur Aufbereitung von trinkbarem Wasser mittels einer Natriumhypochlorit-Lösung gilt es, das Wasser zuerst zu klären. Wenn das Wasser nicht klar ist, muss es zuerst gefiltert oder ausgeflockt werden. Nach Ausruhenlassen in einem Behälter wird der Schmutz mit einem Baumwolltüchlein oder einem Stück Watte weggefiltert. Wenn es dann klar ist, 5 bis 12 Tropfen Natriumhypochlorit pro Gallone zuträufeln. je nach Anweisung die auf dem Fläschli aufgedruckt ist. Gut umrühren und 30 Minuten zuwarten bis es trinkbar ist.

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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