Brasilien: Warnung an Ölkonzern

Datum: 28. September 2010
Uhrzeit: 07:46 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Einsatz für Biodiversität und Nachhaltigkeit wird aufs Spiel gesetzt

In einem Schreiben an Shell zeigen sich brasilianische Behörden besorgt um die Aktivitäten eines neuen Joint Venture Partners des Ölkonzerns, der Biotreibstoffe auf dem Land eines ausgegrenzten indigenen Volkes anbaut.

Letzten Monat unterzeichnete Shell einen US$ 12 Milliarden Deal mit dem brasilianischen Biotreibstoffgiganten Cosan, über die Herstellung von Biotreibstoff aus Zuckerrohr. Teile von Cosans Zuckerrohr wachsen jedoch auf einem Gebiet, dass offiziell als Land der Guarani Indianer anerkannt ist.

Ein brasilianischer Staatsanwalt hat sich nun mit der Warnung an Shell gewandt, dass das Gemeinschaftsunternehmen mit Cosan Shells„Einsatz für Biodiversität und Nachhaltigkeit aufs Spiel setzt.“

Der Film Birdwatchers hatte 2008 das Schicksal der Guarani Indianer weltweit bekannt gemacht. Ambrosio Vilhalva, einer der indigenen Hauptdarsteller, lebt in einer der Gemeinden die von Cosans Aktivitäten betroffen sind.

„Die Zuckerrohplantagen machen uns kaputt. Unser Land wird weniger und weniger. Die Plantagen töten die Indianer,“ sagt Mr. Vilhalva heute über die Plantagen, die einen Großteil des Landes seines Volkes verschluckt haben.

Vor einigen Wochen legte der UN Sonderbeauftragte für indigene Völker einen Bericht beim UN Menschenrechtsrat vor, in dem er sich „zutiefst besorgt“ äußert, über „die Anschuldigungen von Gewalt gegen die Guarani und die für sie ernsten Folgen der aggressiven Regierungspolitik, durch die in der Vergangenheit große Teile ihres angestammten Landes an nicht-indigene Farmer verkauft wurden.“

Fast das komplette Land der Guarani wurde ihnen bereits genommen, um Platz für Viehzucht, Soya und Zuckerrohr zu machen. Wann immer die Indianer versuchen auf ihr angestammtes Land zurückzukehren, sehen sie sich gewalttätigen Angriffen ausgesetzt. Ihre Anführer werden immer wieder von Schützen angegriffen und Dutzende von ihnen wurden getötet. Das Volk hat eine der höchsten Selbstmordraten weltweit und viele Kleinkinder sterben an Unterernährung, da nicht genug Land zum Anbau von Nahrung oder zum Jagen geblieben ist.

„Shell läuft Gefahr eine Situation zu verschlimmern, die jetzt schon zu den kritischsten aller indigenen Völker in Brasilien zählt. Jetzt wo das Unternehmen weiß, was sein brasilianischer Partner so treibt, hoffen wir, dass Shell sich nicht in den abschreckenden Raub von Guarani Land hineinziehen lässt,“ teilte Stephen Corry, Direktor von Survival International mit.

Pressemitteilung

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