Chile: Kumpel appellieren an Medien um mehr Zurückhaltung

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Datum: 17. Oktober 2010
Uhrzeit: 01:27 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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► Nur noch ein Kumpel zur Beobachtung im Krankenhaus

Außer einem haben bis Samstagabend alle aus der Gold- und Kupfermine San José in Chile geretteten 33 Bergleute das Krankenhaus in Capiapó verlassen und sind zu ihren Familien zurückgekehrt. Lediglich der 34-jährige Victor Zamora, der während des Wartens auf Rettung Gedichte schrieb, steht weiterhin aufgrund einer Zahnoperation unter Beobachtung. Nach Angaben seiner Mutter soll er am Dienstag entlassen werden.

Zwölf der Kumpel unterzogen sich zudem am Samstag in der Klinik am Rande der Atacama-Wüste weiteren Routineuntersuchungen. Laut den behandelnden Ärzten werde beim keinem posttraumatischer Stress erwartet. Dies sei auch auf die psychologische Betreuung zurückzuführen, welche die Bergleute während ihrer unterirdischen Gefangenschaft erhalten hätten.

Trotzdem müssten sich die Medien in den kommenden Tagen und Wochen zurückhalten, so dass die Männer Zeit mit ihren Familien verbringen könnten. „Lasst sie in Ruhe“ richtete der Chefpsychologe des Rettungsteams einen Appell an die Medien. Aber auch die Kumpel selbst baten sich mehr Freiraum aus.

„Wir bitten um Respekt und und dass sie uns genügend Raum lassen um zu lernen, wie wir Ihnen (den Medienvertretern) entgegentreten können“ erklärte Gruppensprecher Juan Illanes auf einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag. Der 51-jährige, der die Mine als Dritter verließ, wurde von drei Medizinern und sechs Kameraden begleitet. Er bezeichnete den momentanen Druck der Medien als „bedauerlich“.

Zudem bezeichnete Illanes die in einer lokalen Zeitung aufgestellte Behauptung als Lüge, das selbst auferlegte Schweigen der Gruppe über die ersten zwei Wochen nach dem Unglück erfolge aufgrund der geplanten Veröffentlichung eines Buches über das „Abenteuer“. Bislang sind kaum Einzelheiten über die 17 Tage bis zur ersten Kontaktaufnahme an die Öffentlichkeit gedrungen, obwohl Zeitungen bereits viel Geld für Interviews geboten haben.

Lediglich der erfahrene Schichtführer Luis Urzúa hat bislang vage Andeutungen gemacht. Er kam als Letzter nach 69 Tagen zurück an die Oberfläche. „Es hat einige schwierige Momente gegeben“ so der 54-jährige ausgebildete Topograf, der anhand der Gesteinsschichten den anderen schnell deutlich machen konnte, dass die Rettung lange dauern würde. „Einige wollten Dinge machen, die nicht das Beste waren. Aber wir konnten den Verstand bewahren“ erklärte er, ohne jedoch in die Details zu gehen.

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