Kinderhandel in Haiti und Dominikanische Republik: Ein lukratives und ungestraftes Geschäft

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Datum: 24. Oktober 2010
Uhrzeit: 11:49 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Menschenschmuggel ohne korrupte Beamte nicht möglich

Nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe betrug die Zahl der haitianischen Kinder, welche 2009 illegal in die Dominikanische Republik eingeschleust wurden, 950. Im laufenden Jahr wurden nach einem Bericht der Zeitung el Nuevo Herald bereits über 7.300 Minderjährige in den Nachbarstaat von Haiti eingeschleust.

Die Zeitung führte eine spezielle Untersuchung durch. Mehrere Reporter recherchierten monatelang und hatten auch Kontakt mit verschiedenen Gruppen von Menschenhändlern. Diese bestätigten, dass ihr „Geschäft“ nicht ohne die korrupten Beamten beider Länder möglich wäre. „Alle Offiziere wissen, wer die Schmuggler sind. Dieses Problem hat historischen Charakter auf der Insel Hispaniola. Alles was sie tun, ist der Fang der Opfer. Es ist ein Problem, welches nicht zu Ende geht. Der Kinderschmuggel ist für die Behörden eine sprudelnde Einnahmequelle“, gab Jesuitenpater Regino Martinez bekannt.

Nach dem katastrophalen Erdbeben im Januar 2010 versprachen die Präsidenten beider Länder, den Schmuggel von Kindern zu bekämpfen. Laut Matinez waren dies Lippenbekenntnisse, verwirklicht wurde nichts. Aufzeichnungen aus einem Gericht der Dominikanischen Republik belegen, dass im Gesamtjahr 2006 nur zwei Urteile gegen Menschenhändler gesprochen wurden.

Monatlich kommen nach einem Bericht der NGO Solidarity Network Border Jeannot Succès (RFJS) etwa 800 Kinder über die nördliche Grenze in die DomRep. Diese erschreckende Zahl wird durch den Leiter der dominikanischen Generaldirektion für Zuwanderung, Admiral Sigfrido Pared, bestritten. „Es kann sein, dass es sich um 5, 10 oder 20 Fälle handelt. Dies ist beunruhigend, da wir wissen, dass sich der Grossteil der Kinder auf den Strassen prostituiert“ gab Pared bekannt.

Schmuggler erklärten den Reportern, dass es keine größeren Hindernisse bei bei der Einschleusung von Kindern gebe. Diese Unternehmungen werden unter dem Schutz der Grenzschutz, Soldaten-und Einwanderungsbehörden beider Länder abgewickelt. Für eine komplette Lkw-Ladung müssen sie nach Berichten von el Nuevo Herald durchschnittlich 80 US Dollar an die korrupten Beamten entrichten.

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