Argentinien trauert um Ex-Präsident Néstor Kirchner

casarosada

Datum: 27. Oktober 2010
Uhrzeit: 23:58 Uhr
Ressorts: Argentinien, Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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► Tausende Anhänger gedenken dem Politiker vor Regierungssitz

Argentinien ist nach dem überraschenden Tod des ehemaligen Präsidenten Néstor Kirchner in kollektive Trauer verfallen. Tausende versammelten sich am Abend in der Hauptstadt Buenos Aires vor dem Regierungssitz. Auch Minister, politische Weggefährten und Führer sozialer Gruppen verschiedener Parteien des südamerikanischen Landes fanden sich auf dem „Plaza de Mayo“ ein, um dem Staatsoberhaupt zu Gedenken.

„Kirchneristas“ schwenkten zu Hunderten Fahnen oder skandierten Parolen der Unterstützung, Transparente mit der Aufschrift „Néstor lebt in uns weiter“ zeichneten zudem ein klares Bild der Wertschätzung gegenüber dem Ex-Präsidenten, der das Land von 2003 bis 2007 regierte und dabei durch eine konsequente Wirtschaftspolitik Argentinien nach der zuvor erfolgten Finanzkrise zu neuem Aufschwung verhalf.

Auch in Rosario versammelten sich nach Angaben argentinischer Medien am Mittwochabend rund 5.000 Anhänger der peronistischen Regierungspartei trotz widriger Wetterverhältnisse vor dem „Monumento a la Bandera“, um „ihren Anführer und besten Mitstreiter“ die letzte Ehre zu erweisen.

Der TV-Sender C5N übertrug seit Bekanntwerden der Nachricht sämtliche Geschehnisse live und spielte im Tagesverlauf immer wieder Bilder aus der politischen Karriere des einflussreichen Strategen ein, der trotz immer öfter auftretende Herzprobleme sein Arbeitspensum nicht mäßigen wollte. Für seine unermüdliche politische Arbeit wurde der studierte Jurist am Ende sogar von seiner Ehefrau, der amtierenden argentinischen Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner, öffentlich gerügt. Auch musste sich Kirchner, der zuletzt die Position des Generalsekretärs der Union der Nationen Südamerikas (Unasur) bekleidete und aussichtsreicher Kandidat für die Präsidentschaftswahlen 2011 war, in diesem Jahr bereits zwei Operationen am Herzen unterziehen.

Néstor Kirchner hatte sich gemeinsam mit seiner Ehefrau in der patagonischen Stadt El Calafate am Wohnsitz der Familie aufgehalten. Am Mittwochmorgen starb er gemäss seinem Arzt um 9:15 Uhr Ortszeit an einem Herzinfarkt in einem lokalen Krankenhaus. Unbestätigten Quellen nach war er dort bereits gegen 08:30 Uhr Ortszeit eingeliefert worden.

Die argentinische Regierung hat bis zum Freitag eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen, der Leichnam des 60-jährigen wurde noch in der Nacht mit einer Maschine der argentinischen Streitkräfte in die Hauptstadt Buenos Aires überführt. Dort wird er am Donnerstag ab 12 Uhr Mittags Ortszeit für die Öffentlichkeit aufgebahrt. Die Beerdigung ist für Freitag geplant, zu den Feierlichkeiten werden Staatsoberhäupter zahlreicher Länder erwartet, darunter Luiz Inácio Lula da Silva (Brasilien), Hugo Chávez (Venezuela), Sebastián Piñera (Chile), Fernando Lugo (Paraguay), Rafael Correa (Ecuador) und Juan Manuel Santos (Kolumbien).

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