Argentinien: Der letzte Weg des Néstor Kirchner

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Datum: 29. Oktober 2010
Uhrzeit: 15:21 Uhr
Ressorts: Argentinien, Panorama
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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► Hundertausende geleiten verstorbenen Ex-Präsidenten zum Flughafen

In Argentinien haben am Freitagnachmittag Ortszeit mehr als 100.000 Menschen den verstorbenen ehemaligen Präsidenten Néstor Kirchner vom Regierungspalast zum Flughafen von Buenos Aires geleitet. Trotz regnerischen Wetters standen die Anhänger des beliebten Politiker dicht gedrängt an der Wegstrecke und klatschten laut Beifall oder erwiesen ihre Wertschätzung durch zahlose Transparente und Fahnen. Dutzende Sicherheitskräfte bahnten eine Gasse für die mit einer Vielzahl von Blumen bedeckten Wagen mit dem Sarg des Ehemannes sowie der amtierenden Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner.

Nach einer mehr als 24-stündigen Totenwache im Casa Rosada wurden die sterblichen Überreste mit einer Militärmaschine in Kirchners Heimatstadt Río Gallagos in der Provinz Santa Cruz überführt, wo er noch am Freitag im engsten Familienkreis beigesetzt wurde. Kirchner, der zuletzt das Amt des Generalsekretärs der Union der Nationen Südamerikas (Unasur) bekleidete, war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben. Er galt als aussichtsreicher Kandidat der Peronisten für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr.

Zahlreiche Regierungschefs hatten ihm am Donnerstag die letzte Ehre erweisen und waren kurzfristig nach Buenos Aires geeilt, darunter Evo Morales (Bolivien), Rafael Correa (Ecuador), José Mujica (Uruguay) und Sebastián Piñera (Chile) sowie Juan Manuel Santos (Kolumbien), Fernando Lugo (Paraguay), Hugo Chávez (Venezuela) und Luiz Inácio Lula da Silva (Brasilien).

Auch zehntausende Argentinier hatten sich am Plazo de Mayo versammelt um später in der Ehrenhalle der lateinamerikanischen Patrioten im „Casa Rosada“ in einem nicht abreißenden Strom Abschied von dem Politprofi zu nehmen, der trotz zweier Herzoperationen nicht kürzer treten wollte und kontinuierlich weiter an der Integration Südamerikas arbeitete. Viele Menschen mussten dafür stundenlang ausharren und konnten selbst dann am Ende nur einen kurzen Blick auf den Sarg erhaschen.

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  1. 1
    José M.

    There’s nothing good to say about Néstor Kirchner. He cared only about accumulating personal wealth and power. His legacy is horrendous: rampant corruption; anti-democratic authoritarianism; systematic lying & distortion on every issue. He merely paid hypocritical lip-service to traditional left-wing topics and the defense of human rights as cover for his shady business deals, while he consolidated the monopolies of friendly businessmen, weakened the democratic institutions and tried to pass legislation to stifle criticism from the press, viciously attacking anyone daring to critizise him.

    The Argentinian economy improved despite of him, thanks to the currency devaluation of 2002 (before he was elected president) and the current high prices of the commodities we produce.

    He spent his last three years of life promoting division (even hatred) at every single opportunity, and trying to stifle freedom of speech.

    It will take lots of effort to restore respect of the National Constitution and confidence in the democratic institutions. Overcoming the hatred he promoted may prove even more difficult.

    José M., Argentina

  2. 2
    Chris

    Ok , das ist die offizielle meinung der Opposition hier im Lande. Und das ist dann auch schon alles was von dieser Seite kommt. Über Korruption brauchen wir im Falle von Cobos und Duhalde , der auch als Mafia-Boss gilt nicht zusprechen .
    Heut zu Tage gibt es leider nur sehr wenig oder garkeine Alternativen . Man wáhlt ( oder zumindest denkt man das man wáhlt) nicht den Besten an die Spitze einer Regierung , sondern den weniger schlimmen….
    Es ist duchaus richtig das auch Kirchner Fehler begangen hat , ohne Frage. Wer viel arbeitet macht auch viele Fehler , wer hingegen nichts tut macht keine .
    Die Veránderungen welche er in seiner relativen Amtszeit durchsetzen konnte brachten viel dazu bei die Wirtschaft Argentinien wieder auf Vordermann zubringen nachdem Typen wie Menem das halbe Land verkauft hatten. Und es gibt immernoch Gesátze aus der Zeit von Menem und Duhalkde die einem die Fussnágel hochrollen lassen , bestes Beispiel ; Erdoel , Gold , Silber und Kupfer. Die Provinzen müssen nicht nur fast machtlos zuschauen wie auslándische Firmen die Umwelt zerstóren , die müssen sogar noch dafür bezahlen !! Und zwar 5% !! damit die Firmen sich dann alles mitnehmen ……..unvorstellbare Zustánde die Herr José M. aus Argentinen leider nicht erwáhnte. Auch hat Kirchner die Inmunitát der Angehörigen der ehemaligen Millitárjunta aufgehoben was ihm ebendfalls wieder viele Feinde einbrachte , von Menem und seinen Abgeordneten wurden diese Leute ja weiterhin geschützt.

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