Venezuela: Dutzende Yanomami-Indianer an unbekannter Seuche gestorben

Datum: 31. Oktober 2010
Uhrzeit: 03:03 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Möglicher Ausbruch von Malaria

Laut einem Bericht der venezolanischen Gesundheitsbehörden sind bei einem möglichen Ausbruch von Malaria in drei abgelegenen Dörfern im Amazonasgebiet Dutzende von indigenen Bewohnern getötet worden.

Die Yanomami, eine der indigenen Volksgruppen mit wenig Kontakt zur Aussenwelt, wurden von zwei medizinischen Assistenten besucht. Diese berichteten von etwa 50 Personen, die vor kurzem an der Malaria gestorben seien. Viele der Opfer waren Kinder. Laut Andrew White, der die Dörfer am Orinoco besuchte, gibt es „viele Menschen“, die von der Krankheit betroffen sind. Einer der Indigenen, der in einem staatlichen Gesundheitsprogramm für indigene Gemeinschaften arbeitet, soll nach seinen Worten die regionalen Beamten bereits seit letzter Woche auf die Sitiation aufmerksam gemacht haben.

Dr. Carlos Botto, regionaler Arzt gab bekannt, dass die ersten durchgeführten Tests keine Anzeichen einer Malaria-Epidemie ergaben. Er wies darauf hin, dass weitere Untersuchungen und Analysen erforderlich seien, um die genaue Ursache der Todesfälle zu bestimmen. „Die Wahrheit ist, dass es eine grosse Zahl von Todesfällen gibt. Dies ist alarmierend“, so Botto. Mehrere Sprecher der Indigenen berichteten, dass die ersten Todefälle bereits Mitte Oktober auftraten. Nach ihren Worten handelt es sich um Malaria, an der inzwischen mindestens 51 Menschen starben.

Landesweit ist die Zahl der Malaria-Fälle erheblich gestiegen. Die neuesten wöchentlichen Bericht aus dem Ministerium für Gesundheit belegen, dass es 39.658 gemeldete Fälle gibt. Dies bedeutet eine Zunahme von rund 42% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Yanomami  leben im venezolanischen Grenzgebiet zu Brasilien, an der 1.000 Meter hohen Sierra Parima, der Wasserscheide zwischen den Flüssen Orinoco und Amazonas. Die rund 32.000 Yanomami bilden die größte indigene Volksgruppe im Amazonas-Gebiet. Seit dem Eindringen von Weißen in den 1970er Jahren sind ihre dortigen Lebensgrundlagen gefährdet. Krankheitsausbrüche unter den Yanomami sind schwierig zu bestätigen. Die Indigenen verbrennen ihre Toten, zerdrücken die Asche mit Wasser und Bananen und essen das Gemisch zu Ehren ihrer Toten.

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