Haiti: 270 Seiten suchen einen Verleger!

Buchdeckel-mitSchrift

Datum: 02. November 2010
Uhrzeit: 16:53 Uhr
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Autor: Otto Hegnauer
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Ist ja eigentlich klar, dass man unter lauter Zombies, die wundervoll malen und singen aber nicht schreiben können zum Schreiber wird, Schreiberling war ich ja schon lange. Danke meinen Freund Thuri (Menschen bilden) der mir geholfen und schon etliche Bücher verbrochen hat, wenn auch nicht mit Haiti-Themen, aber mit weltweiter Verbreitung, selbst in Sprachen, die nicht einmal Zombies lesen können. Aber mit meinem Buch ALMA ZOMBIE habe ich immerhin einen bescheidenen Anfang gemacht, und ob’s weiter reicht, ist unwahrscheinlich und liegt in den Händen der Loas und Bondieu. 270 Seiten sind bereit und suchen nur noch einen Verleger, vielleicht meldet sich einer nach diesem Text…

Unterdessen empfehle ich den Leseratten andere Bücher zu Haiti mit deutschem Text:

Der neue Roman der chilenischen Bestsellerautorin Isabel Allende kam dieser Tage in deutscher Übersetzung heraus. Allende wurde am 2. August 1942 in Lima/Peru geboren. Sie arbeitete früher als Fernseh-Moderatorin, brachte verschiedene Zeitschriften heraus und erzeugte einen Bestseller nach dem andern. Jetzt erschien im Suhrkamp Verlag ihr über 500 Seiten starker neuer Roman „Die Insel unter dem Meer„. Er spielt in Haiti, wo die kleine Zarité, genannt Tété, vom jungen Plantagenbesitzer Valmorain als Dienstmädchen gekauft wird. Wie das in Haiti so üblich ist, zwingt sie ihr Herr zu sich ins Bett, man entreißt ihr das erste Kind, und ihr Freund lässt sie im Elend sitzen, trotz alldem verliert sie ihr geheimes Ziel nicht. Sie geht in die Berge und schließt sich den aufständischen Sklaven an, um die Freiheit für sich und ihre Tochter zu erkämpfen. Schließlich flieht sie mit Valmorain, dessen kleinem Sohn und ihrer Tochter nach Kuba und New Orleans, aber es vergehen noch Jahre, bis ihr Traum von Freiheit Wirklichkeit wird. Mit der „Insel unter dem Meer“ entführt uns Isabel von den Zuckerrohrplantagen in Haiti in das pulsierende New Orleans des frühen 19. Jahrhunderts. Ein schillernder, dramatischer Bilderbogen um eine starke Frau, die alles riskiert und sich bedingungslos ihre Freiheit erkämpft.

Fast gleichzeitig kommt der Roman „Fado“ der haitianischen Schriftstellerin Kettly Pierre Mars in deutscher Übersetzung heraus. Auch sie hat schon mehrere Erfolgsromane herausgebracht. Fado ist ein Buch über den ungewöhnlichen Alleingang einer geschiedenen Frau. Ihre Leidenschaft ist der Fado, ein Musikstil portugiesischer Sängerinnen.

Kettly Mars ist am 3. September 1958 in Port-au-Prince geboren, erhielt eine klassische Bildung und arbeitete als Verwaltungsangestellte. Ab den 90er Jahren wurde sie in Haiti als Lyrikerin bekannt. Sie spielt eine wichtige Rolle im Kulturleben Haitis, arbeitet an einer Anthologie der weiblichen haitianischen Literatur und ist Mitglied der Jury des Prix Henry Deschamps. Ich lernte sie kennen und bewundern aufgrund der rührseligen Erdbeben-Erlebnisse, die sofort auf Deutsch übersetzt wurden. Ihr Roman „Fado“ bietet das sinnliche Porträt einer Frau, ihrer Leidenschaften, ihrer Strategien, den alltäglichen Zwängen von Leben und Herkunft etwas Neues entgegenzusetzen:

Anaise, aus dem bürgerlichen Milieu in Port-au-Prince stammend, trennt sich von ihrem Mann, erschafft sich eine andere Identität und wird zu Frida, einer Prostituierten in einem schäbigen Bordell der unteren Route de Delmas. Die neue Rolle lässt sie wieder einen Zugang finden zu ihrem eigenen Körper und zum Glauben an Liebe und Beziehung. Anaïse ist eine erfolgreiche Büroangestellte in der haitianischen Hauptstadt. Sie beschließt nach der Trennung von ihrem Mann Léo, ihr Schicksal als verlassene Frau nicht hinzunehmen. Auf einer Party lernt sie Bony kennen, einen Zuhälter. Sie zieht in sein Bordell in der desolat-anrüchigen Unterstadt. Tagsüber arbeitet sie im Büro, nachts wird sie zur Prostituierten Frida, seiner Hauptfrau. Frida hat dieses Schicksal selbst gewählt, mit ihrer neuen Persona erlebt sie Gewalt und die Neuerfindung ihres Selbst, führt ein geheimes Leben zwischen den fordernden Wünschen der Freier und den Nöten ihrer Kolleginnen. Schwer hängt der Schicksalsruf über Anaïse und ihrer Geschichte.

MAX HARDBERGER ist Pilot, Rechtsanwalt, Lehrer, Abenteurer, Buch- und Filmautor, selber Schiffskapitän, Piratenjäger und mein Freund. Seit über 15 Jahren arbeitet er für Reedereien, deren gekaperte Schiffe er wieder in die Hände der Eigentümer überführt. Er wohnt in Miragoâne/Haïti, etwas weiter als Gresye. Dort ist auch der Piratenhafen, der Heimathafen von Captain Max, Er verdient seinen Lebensunterhalt wie geschildert, von Ganovenjagd und mit Schreiben. Er hat erlebt, wovon er schreibt!

Deutsches Schiff von Piraten entführt – jetzt kann nur er helfen: Max Hardberger

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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