Venezuela: Kein Verständnis für Einschüchterungstaktik von Hugo Chávez

POLAR, Torre, Venezuela

Datum: 04. November 2010
Uhrzeit: 08:19 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Regale in den Läden bleiben trotzdem leer

Polar, der mit rund 20.000 Angestellten größte private Arbeitgeber in Venezuela, zeigt kein Verständnis für die Einschüchterungstaktik von Hugo Chávez. Vor wenigen Tagen hatte der bolivarische Führer der Firma erneut mit Enteignung gedroht.

„Wenn Du mich herausforderst, wirst Du verlieren. Denke nicht, dass Du höher bist als ich“, warnte der venezolanische Präsident die Unternehmensleitung von Polar. „Wir verstehen die ständigen Bedrohungen der Regierung, welchen wir seit Jahren ausgesetzt sind, wahrhaftig nicht. Der effektivste Weg, um die Sicherheit des venezolanischen Lebensmittelmarktes zu gewährleisten, ist eine Zusammenarbeit staatlicher und privater Unternehmen in einem Klima des Friedens und des gegenseitigen Respekts“, gab Polar in einer Erklärung bekannt.

Chávez, der sich als Baumeister des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ sieht, hat der Wirtschaft des Landes den Krieg erklärt. Mehr und mehr Betriebe werden verstaatlicht – die Regale in den Läden bleiben trotzdem leer. Bisher blieb Polar allerdings vom Verstaatlichungswahn des bolivarischen Führers verschont. Dieser kostete dem maroden Staatshaushalt nach Berichten des Instiuts Ecoanalítica mindestens 23,3 Milliarden Dollar, wovon nach ihren Statistiken höchstens 8,7 Milliarden bezahlt wurden.

Mit der Enteignung von Polar hatte das Staatsoberhaupt bisher Probleme. Da das Regime die Firma nicht auf einmal enteignen kann, fängt die Regierung mit den Lieferanten des Unternehmens an. Zuerst war die spanisch-venezolanische Firma Agroisleña an der Reihe, danach folgte der Flaschenproduzent Owens Illinois, der 60% aller Flaschen im Lande herstellt. Dadurch wird die Lage für Polar, die 80% ihrer Glasbehälter von Owens bezieht, immer kritischer.

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  1. 1
    albert einstein

    wie nennt man das? wenn man etwas nimmt und icht bezahlt? ? ? ? ja richtig! das ist diebstahl und wird normalerweise mit busse oder gefängnis bestraft! warum??? weil man eigentum des andern zu respektieren hat! das sind grundwerte des demokratischen denkens. die sei an dieser stelle mal den führer chavez mal klar zu machen.
    ER HAT FÜR 23 MIA. GESTOHLEN UND NUR 8 MIA. BEZAHLT ! ! ! wenn das kein diebstahsdelikt ist, was dann? stellen sie sich mal vor: mit ihrem gesparten geld kaufen sie auf den lebensabend ein gebäude und vermieten es. die miete wird bezahlt und alles ist in ordnung. nun hat der staat mit dem mieter ein problem, vertreibt diesen ins ausland, die mieten bleiben aus, ihnen wird der zutritt zu ihrem eigentum verwehrt und anschliessend werden sie noch enteignet. danach dürfen sie mit viel geld (anwälte) gegen den staat prozessieren und verhandeln… nichts. die liegenschaft verkommt zu einer ruine und jetzt möchte der staat eine bewertung vornehmen. ist das eine weihnachtsgeschichte? nein und nochmals nein! es ist venezuela und wie mit ihrem eigentum umgegangen wird. man nimmt ihnen alles und darum müssen sie noch kodspielig prozessieren…… kann das sein????? JA unter CHAVEZ

  2. 2
    albert einstein

    dies noch anzumerken ein horror ohne ende, oder doch? schön wär’s!

  3. 3
    ttenzer

    Doch, es wird ein Ende haben, Chavez erledigt sich von ganz alleine!! Es ist nur (leider!!!!!!!) eine Frage der Zeit bis auch dem letzten im Land klar wird was da passiert. Aber es wird klar werden.
    Mal abgesehen davon; ich habe diverse Freunde in den Barrios Petare, El Valle y Los sin techos (Neben Cementerio); je höher man dort aufsteigt (in Metern) desto besser geht es den Leuten, unter Chavez kann man dort de facto machen was man will – und man macht…..siehe Kriminalitätsstatistik, Polizei? Fehlanzeige – die trauen sich da nicht rein und beschäftigen sich auch lieber mit der Oposition oder ihren eigenen kleinen Geschäften nebenbei – ist auch gesünder auf Dauer

  4. 4
    ttenzer

    Man hätte schon das letzte Mal………(Konsequent sein müssen)?!
    Ich will damit nicht sagen, das der Zweck die Mittel heiligt, keineswegs, aber es gibt Punkte im Dasein wo man einfach auch mal unpopuläre Entscheidungen treffen muß – ich spreche hier nicht von Liquidation, es gab auch andere Wege.

  5. 5
    ttenzer

    P.S. Ach ja, wie kannst Du das den nur Diebstahl nennen? Früher nannte man das Brot und Spiele für das Volk….Der gute Mann weiß doch nicht mal wie man ein Unternehmen, geschweige den eines der eigentlich reichsten Länder der Welt führt, immer schön das Normalvolk blenden unter dem Zeichen des Sozialismus. Hatte Chavez eigentlich Geschichte in der Schule?

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