Cholera: Schweigt die Dominikanische Republik den Ernstfall tot?

Medizin

Datum: 12. November 2010
Uhrzeit: 14:16 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Otto Hegnauer
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Die Dominikanische Republik hat die Laborergebnisse über die Cholera im Land immer noch nicht bekannt gegeben. Das ist ein Skandal. Schämen sie sich vielleicht, dass die so viel Aufheben gemacht hatten um die Hühnergrippe, mit Grenzschließungen, Quarantänezentren und Spots, und jetzt schweigen sie den Ernstfall tot? Über die Hühnerpanik hat man eben noch gelacht, jetzt geht es ans Lebende, und man hat mehr Respekt. Schließlich stehen ja 6.361 Mrd. US-Dollar auf dem Spiel, wenn das nicht das Lebende ist…

Doch wie Sie wissen, suche ich gegenüber jedem Schatten auch die Sonnenseite. Der Lichtblick des Schlagschattens ist, dass den infolge des Totschweigens doch noch einreisenden Feriengästen eine Ferienverlängerung blühen könnte. Domrep auf unbestimmte Zeit, das wär doch etwas, oder nicht?

Das Ministerium für Öffentliche Gesundheit der Dominikanischen Republik hat bekannt gegeben, dass trotz Cholera die bi-nationalen Märkte auf beiden Seiten der Grenze am heutigen Freitag geöffnet sind. Gesundheitsminister Bautista Rojas Gomez hat den Marktbesuchern allerdings bestimmte Hygienevorschriften auferlegt. Es gibt vielleicht auch bei den Domis Menschen, die nicht wissen, dass man sich die Hände waschen kann. Auch ohne Cholera.

So wurden an den Grenzübergängen in Monte Cristy, Dajabón, Independencia, Elías Piña und Pedernales Handwaschbecken und Lebensmittel-Waschanlagen bereit gestellt. Örtliche Krankenhäuser müssen Infusionen und freie Betten bereit halten. Über andere Hühnermärkte an der Grenze wie Malpasse etc. habe ich im Internet noch nichts gefunden. Die dominikanischen Bauern, insbesondere die Hühnerzüchter, wiesen auf die Wichtigkeit der binationalen Märkte hin. Laut dem Direktor des Zentrums für Export und Investitionen in der Dominikanischen Republik (CEI-RD) Eddy Martinez, belaufen sich die Exporte nach Haiti in diesem Jahr auf 800 Millionen US Dollar, was eine Steigerung von 20 Prozent zum Jahr 2009 darstellt. Cholera hin oder her,

Und schließlich haben Umsatz und Fassade Vorrang. Und vieles ist in der berühmten Ferienrepublik nur Fassade. Wie die Medizin auf dem Bild.

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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