Haiti: Zahl der Cholera-Opfer steigt auf 1.110

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Datum: 17. November 2010
Uhrzeit: 12:48 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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► Mittlerweile mehr als 18.000 Krankheitsfälle registriert

Die Zahl der Cholera-Opfer in Haiti ist auch in den vergangenen Stunden weiter angestiegen. Dies geht aus einer am Mittwoch von den Gesundheitsbehörden veröffentlichten Statistik hervor. Demnach stieg Zahl der Todesfälle bis zum Montag (15.) auf insgesamt 1.110. Die Zahl der Erkrankungen wird in dem jüngsten Bulletin mit 18.382 angegeben, 17.653 Personen seien jedoch bereits wieder aus den medizinischen Einrichtungen entlassen worden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie die Panamerikanische Gesundheitsorganisation PAHO rechnen auch in den kommenden Wochen mit einer drastischen Zunahme an Neuerkrankungen. Zudem besteht in der heutigen Zeit durch den verstärkten Reiseverkehr die Gefahr, dass sich die bakterielle Infektionskrankheit auf dem amerikanischen Kontinent ausbreiten könnte. Durch intensivierte Hygienemassnahmen und Aufklärung versuchen Gesundheitsbehörden und Hilfsorganisationen derzeit die Epidemie einzudämmen respektive räumlich zu begrenzen. In der Hauptstadt Port-au-Prince wurden bereits 50.000 Menschen mit Hygienepaketen versorgt.

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Der extrem resistente Erreger, der sich jahrelang im Boden festsetzen kann, ist zudem bereits in der Dominikanischen Republik angekommen. Das Ferienparadies für hunderttausende Urlauber jährlich teilt sich die Karibikinsel Hispaniola mit Haiti. Ein 32-jähriger Gastarbeiter hatte die Krankheit Anfang November nach einem Besuch in seiner Heimat eingeschleppt. Er wird nun unter strengster Quarantäne in einem Krankenhaus in Higüey im Osten des Landes behandelt. Die Stadt in der Provinz La Altagracia liegt nur 50 km vom beliebten Urlaubsziel Punta Cana mit den touristisch genutzten Stränden Playa Bavaro und Uvero Alto entfernt. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat inzwischen seine Reisehinweise für die Dominikanische Republik angepasst.

Cholera wird durch Nahrung und Wasser übertragen und verursacht heftige Durchfälle, die binnen kurzer Zeit zum Tod führen können. Vermutlich haben UN-Blauhelmsoldaten aus Nepal den Erreger nach Haiti eingeschleppt. Seit Jahrzehnten war in Haiti kein Fall von Cholera bekannt geworden.

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