Haiti: Irre und Terroristen vergiften jetzt das Wasser

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Datum: 22. November 2010
Uhrzeit: 15:03 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Otto Hegnauer
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Es ist Unglaublich. Den armen Menschen in Haiti bleibt doch nichts erspart, aber auch gar nichts. Ich habe immer gesagt und auch gemeint, dass wir hier in Haiti, das sich die Karibikinsel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik teilt, wenigstens keinen Terrorismus zu befürchten hätten-, wie in „entwickelten“ Ländern. Wie man sich täuschen kann. Irre und Terroristen haben jetzt das Wasser vergiftet. Das lebensnotwendige Nass ist schon in „normalen“ Zeiten das wichtigste Gut und zu Zeiten des Choleragespenstes noch viel mehr. Es ist das einzig Lebensrettende und wird in vielfacher Quantität gebraucht.

Aber Haiti ist bekanntlich jeden Tag für eine neue Fürchterlichkeit gut. Seit Tagen leidet das Volk unter Paniken, unter anderem wegen vergiftetem Wasser. Ich habe das nie geglaubt, nichts darüber geschrieben, aber jetzt haben die Offiziellen sogar die Wassernetze abgestellt, die wenigen, die es überhaupt gab. Die Medien haben noch nichts verlauten lassen, und ich kann es immer noch nicht glauben. „In diesen Tagen fällt es schwer, diesem Land die schönen Seiten abzugewinnen. Die Nachwirkungen des schrecklichen Erdbebens sind allgegenwärtig. Die Cholera-Epidemie, aber auch politische Unruhen bestimmen den Tagesablauf der Menschen“, zitiere ich aus einem Bericht der HaitiCare. Und das neuste fürchterliche Verbrechen, die Vergiftung des Wassers, hat wohl mit den politischen Unruhen und dem „Wahlkampf“ zu tun. Nichts mehr mit Frieden und Gerechtigkeit.

Seit dem Erdbeben vom 12.Januar hat die teuflische Krankheit das Land weitgehend paralysiert. Fast 1.400 Menschen in Haiti sind gestorben und 21 bis 22.000 warten in den Spitälern auf das was kommt, von denen 98% geheilt werden sollen, wie medizinische Stellen berichten. Die rasche Ausbreitung und die Sterberate scheinen sich in Haiti zu verlangsamen, aber die Krankheit taucht zunehmend in benachbarten Ländern, der USA, Dominikanische Republik und Panama auf.

Nach den entsetzlichen Fuchteln des Erdbebens, der Hurrikane und Überschwemmungen, der Cholera, der politischen Unruhen und Wahlschlachten jetzt auch noch Terrorismus mit Vergiftung des Leitungswassers, das wohl ein Klima der Unsicherheit und Panik schüren soll und auch zum Wahlkampf gerechnet werden muss, in ein paar Tagen, wenn ein neuer Präsident – welcher auch immer – bekannt ist, wird es wohl wieder ruhiger sein.

Aber vorher verlieren noch viele Rechtgläubige das Leben, durch Kugeln, Seuche oder Wassermangel. Denn das Wasser ist jetzt abgestellt.

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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