Mehr als 1.500 Tote durch Cholera in Haiti

cholera-24112010

Datum: 24. November 2010
Uhrzeit: 22:08 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Erkrankungen in allen 10 Provinzen des Landes registriert

In Haiti ist die Zahl der Cholera-Toten auf 1.523 gestiegen. Dies geht aus einem offiziellen Bulletin des Gesundheitsministeriums des Karibikstaates vom Mittwoch hervor. Demnach wurden insgesamt 66.593 Personen untersucht, 27.933 mussten in den Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen stationär behandelt werden. Besonders erschreckend ist die Zahl der Patienten unter fünf Jahren. Hier sind bereits 105 Todesfälle durch die Seuche zu beklagen.

Erstmalig wurden auch Fälle in den Departements Grand’Anse und Nippes verzeichnet. Somit hält die bakterielle Infektion, deren Ursprung noch immer nicht geklärt ist, sämtliche Provinzen des Landes fest in ihrem Griff. In der Hauptstadt Port-au-Prince wurden bereits 2.866 Personen medizinisch behandelt, 140 Todesfälle wurden registriert. Am stärksten betroffen ist weiterhin das Departement Artibonite, an dessen gleichnamigen Fluss im Oktober die Seuche ausgebrochen war. Hier wurden 36.329 Personen und damit mehr als die Hälfte alle Personen landesweit untersucht. Auch bei den stationären Behandlungen (13.733) sowie bei den Todesfällen (723) belegt die Provinz den traurigen Spitzenplatz.

Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation PAHO hat derweil vor eine Verschlechterung der derzeitigen Lage gewarnt. Insgesamt 24 Nichtregierungsorganisationen (NGO) seien derzeit bei der Bekämpfung der Seuche im Einsatz. Im ganzen Land wären mittlerweile neben zahlreichen Cholera-Behandlungseinheiten auch 36 Cholera-Behandlungszentren mit einer Kapazität von 2.830 Betten verfügbar. Diese Center seien bei einem befürchteten verstärkten Ausbruch der Krankheit in den kommenden Wochen jedoch keinesfalls ausreichend.

StepMap-Karte StepMap

Währenddessen versucht die PAHO durch die Versorgung von Krankenhäusern und anderen Einrichtungen mit Medikamenten und medizinischem Gerät der Seuche Herr zu werden. Über 87 Tonnen seien zwischen dem 19. und 22. November im Land verteilt worden. Die Situation wird von den Experten jedoch weiterhin als nicht ausreichend beurteilt. Vor allem die medizinischen Einrichtungen, bei denen die Patienten mit oralen Rehydrierungslösungen versorgt würden, müssten massiv erweitert werden. In der Hauptstadt Port-au-Prince sei dieses Problem weiterhin nicht gelöst, die Untersuchung und Behandlung der Menschen keinesfalls gewährleistet.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden. Bildnachweis: Logan Abassi UN/Minustah

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!