Lynchjustiz in Haiti soll mindestens 14 Todesopfer gefordert haben

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Datum: 02. Dezember 2010
Uhrzeit: 18:06 Uhr
Ressorts: Haiti, Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Bevölkerung glaubt an Hexerei

Die Haitianische Nationalpolizei (HNP) gab bekannt, dass in den letzten 10 Tagen mindestens vierzehn Menschen gelyncht wurden. Den Opfern wurde vorgeworfen, für die Ausbreitung der Cholera-Epidemie verantwortlich zu sein.

Laut einer Mitteilung der Behörden wurden im Departement Grand’Anse vierzehn Menschen mit Macheten und Steinen regelrecht abgeschlachtet. Die Leichen wurden nach Berichten von Augenzeugen grausam verstümmelt und auf den Straßen verbrannt. Den Opfern wurde vorgeworfen, die Cholera in die Region im Südwesten Haitis eingeschleppt zu haben.

Nach einem Bericht von Haitilibre wurden mindestens drei Menschen in der Stadt Jérémie, sechs in der Ortschaft Chambellan und fünf weitere in Marfranc und Dame-Marie gelyncht. Seit dem Ausbruch der Cholera Mitte Oktober sind im Nachbarstaat der Dominikanischen Republik fast 2.000 Menschen durch die Epidemie ums Leben gekommen.

Laut dem Ministerium für Justiz, welches eine Untersuchung der Vorfälle eingeleitet hat, warfen die Täter den Opfern Hexerei und die Verwendung einer Substanz vor, über die sich die Cholera ausgebreitet habe. „Nachforschungen werden schwierig, da die Bevölkerung an Hexerei glaubt und jede Zusammenarbeit mit der Justiz ablehnt“, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

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