Brasilien: Deutscher Technologietransfer für den Klimaschutz

Datum: 23. Dezember 2010
Uhrzeit: 02:19 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Biogasanlagen verwenden die nicht genutzte Biomasse

Biogasanlagen sind eine klimafreundliche Art der Energieerzeugung, die sich jedoch bisher in Brasilien noch nicht durchsetzen konnte. Um dies zu ändern, fördert die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH dort nun die Verbreitung einer modernen Biogastechnologie. Dazu soll in der Region Santa Catarina eine Demonstrationsanlage gebaut werden, die aus Gülle Energie gewinnt. Privater Partner des Vorhabens ist die MVV decon GmbH (MVV decon), ein deutsches Beratungsunternehmen für Energieversorgung und -effizienz mit Sitz in Mannheim. Ein Konsortium aus MVV decon, ECO Conceitos S.A und Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland e.V (WWZ) trägt mit 298.000 Euro zum Projekt bei. Die DEG ergänzt den privaten Beitrag um 200.000 Euro aus dem Programm „Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).

Die Vertragsunterzeichnung fand am 7. Dezember in Anwesenheit des brasilianischen Botschafters S.E. Everton Vieira Vargas in der brasilianischen Botschaft in Berlin statt. Dr. Michael Bornmann, Mitglied der DEG-Geschäftsführung sagte: „Technologie- und Know-How-Transfer im Bereich Klimaschutz zu unterstützen, ist erklärtes Ziel der DEG. Mit dem Programm „Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft“ können wir MVV decon dabei unterstützen, eine innovative Biogastechnologie in Brasilien einzuführen.“ Der private Partner profitiert von dem Programm ebenfalls: „Mit der Einführung dieser wirtschaftlichen, umweltfreundlichen Technologie möchten wir uns langfristig in Brasilien engagieren und nachhaltige und profitable Ergebnisse erzielen“, sagte Peter Korak, Geschäftsführer der MVV decon. Ministerialdirigent Franzjosef Schafhausen (BMU) betonte: „Die Bewältigung des globalen Klimawandels erfordert nicht nur konsequentes Handeln im eigenen Land, sondern auch Klimapartnerschaften vor allem mit den Entwicklungs- und Schwellenländern. Besonders wirksam sind dabei Kooperationen, die auch von der Wirtschaft mitgetragen werden. Der heute unterzeichnete deutsch-brasilianische Vertrag stellt ein Paradebeispiel für die vom Bundesumweltministerium geförderten „Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft“ dar.“

Im brasilianischen Bundesland Santa Catarina leben viele Menschen von der Schweinezucht. Unkontrolliert entsorgte Gülle und hohe Methanemissionen belasten dort Umwelt und Klima. Hier setzt das Vorhaben an: Biogasanlagen verwenden die nicht genutzte Biomasse, um Strom zu erzeugen. So werden Umwelt und Klima geschont, die Mastbetriebe erhalten eine weitere Einkommensquelle und es entstehen neue Arbeitsplätze. Um die Vorteile für Umwelt und Menschen aufzuzeigen, untersucht MVV decon anhand einer Demonstrationsanlage die optimale Struktur für Planung und Betrieb einer wirtschaftlich arbeitenden Biogasanlage. Das gewonnene Know-how stellt MVV decon Verwaltung, Bildungsinstitutionen und der Wirtschaft Brasiliens zu Verfügung. Insbesondere Entscheidungsträger und potenzielle Geldgeber werden so für das Thema sensibilisiert.

Um private Investitionen in klimafreundliche Technologien in Entwicklungs- und Schwellenländern stärker zu fördern, haben das BMU und die DEG das Programm „Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft“ in diesem Jahr ins Leben gerufen. Das Bundesumweltministerium stellt aus Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) derzeit zwei Millionen Euro für innovative Projekte mit privaten Partnern zur Verfügung. Mit der IKI, die aus der Versteigerung von Emissionszertifikaten finanziert wird, fördert das BMU Klimaschutzprojekte in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern. Die DEG will durch die Kooperation mit dem BMU ihr Engagement für den Klimaschutz weiter erhöhen und insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen bei ihrem Engagement auf internationalen Märkten unterstützen.

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