Ex-Präsident Aristide bittet Südafrika um Hilfe bei Rückkehr nach Haiti

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Datum: 20. Januar 2011
Uhrzeit: 07:20 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Schmierentheater erster Güte

Ex-Präsident Jean-Bertrand Aristide hat die südafrikanischen Behörden um Hilfe bei der geplanten Rückkehr nach Haiti gebeten. Dem ehemaligen Präsidenten, der seit mehr als sechs Jahren im Exil in Südafrika lebt, wird von den haitianischen Behörden die Ausstellung eines erforderlichen Reisepasses verweigert.

Der sich als rechtmäßiger Präsident des Landes bezeichnende ehemalige Offizier forderte in einem Brief die südafrikanische Regierung zur Zusammenarbeit auf. „Ich bin bereit, nach Haiti zurückzukehren. Heute, morgen, jederzeit. Mein Ziel ist klar: Ich will zu meinen Brüdern. Ich will meinem Land als einfacher Bürger im Bildungsbereich dienen“, so der studierte Theologe.

Aristide wird eine überdurchschnittliche Intelligenz bescheinigt. Er studierte Theologie und Psychologie in Haiti, Griechenland, Kanada und Israel. Das Theologiestudium schloss er mit einer Promotion ab. Aristide verfügt neben seinen Muttersprachen Kreyòl und Französisch auch über Kenntnisse in Hebräisch, Spanisch, Griechisch und Englisch. Im Juli 1982 wurde Aristide zum katholischen Priester geweiht.

Bei den ersten demokratischen Wahlen in der Geschichte Haitis am 16. Dezember 1990 wurde er mit überwältigender Mehrheit (67,48 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen) zum Präsidenten gewählt. Im September 1991 zwang ihn jedoch ein Staatsstreich des Militärs unter General Raoul Cédras zur Flucht ins Exil nach Venezuela und in die USA. Nach der Intervention der USA 1994 wurde er erneut als Staatspräsident eingesetzt und errang in Wahlen als Kandidat der Koalition Organisation Politique Lavalas (OPL) einen überzeugenden Sieg. Im gleichen Jahr legte er auch sein Priesteramt nieder.

Bei den nächsten Wahlen 1996, bei denen Aristide wegen des in der Verfassung verankerten Verbots unmittelbarer Wiederwahl nicht kandidieren durfte, gewann sein vorheriger Premierminister René Préval 88% der Stimmen. Aristide wurde in der Wahl am 26. November 2000 wieder gewählt, seine zweite Amtszeit begann er am 7. Februar 2001. Seine Amtszeit stand bereits zu Beginn unter den Vorwürfen von Wahlmanipulationen. Am 29. Februar 2004 verließ Aristide mit einem US-amerikanischen Flugzeug Haiti, das sich die Karibikinsel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik teilt.  Nach Angaben der USA dankte er freiwillig ab und ging ins Exil, nach Angaben Aristides wurde er von den USA gezwungen, sein Land zu verlassen. Insofern spricht er von einem Staatsstreich und betrachtet sich weiter als legitimen Präsidenten Haitis. Schätzungen zufolge besitzt Aristide ein Privatvermögen von 40 Millionen US-Dollar.

Inzwischen gleicht die Ankuft des früheren Diktators Jean-Claude „Baby Doc“ Duvalier in Haiti einem Schmierentheater erster Güte. Der ehemalige haitianische Präsident wurde am Dienstag in Port-au-Prince aufgrund Korruption, Veruntreuung und Diebstahl angeklagt. Kurz danach erklärte ein Sprecher des Despoten, dass Duvalier in Haiti bleiben möchte und darauf hoffe, dass die Präsidentschaftswahlen vom 28. November annulliert werden. Bei erneuten Wahlen wolle er sich um das Amt des Präsidenten bewerben. Einen Tag später war davon allerdings keine Rede mehr. Nun soll „Baby Doc“ einen neuen Pass beantragt haben, da er Haiti so schnell wie möglich wieder verlassen wolle.

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