Bolivien: Mit Bus und Taxi durch La Paz

taxi

Datum: 22. Januar 2011
Uhrzeit: 05:38 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Sascha Blodau
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Es gibt keine U-Bahn in La Paz, dementsprechend hektisch wird es auch, wenn sich in den Stoßzeiten die Menschen zu- und von der Arbeit nach Hause bewegen. Das öffentliche Nahverkehrssystem in La Paz besteht aus vielen mehr oder weniger privaten Mitfahrgelegenheiten gegen Entgelt- so würde ich es mal bezeichnen.

Mit dem Fahrrad fährt hier kaum jemand, wegen der extrem bergigen Lage der Stadt. Das einzige staatliche Vorbewegungsmittel ist der „Micro“ Bus. Für ihn gibt es keinen Fahrplan und keine festen Haltestellen. Es passen ungefähr 30-35 Fahrgäste sitzend hinein und natürlich wird kein Platz verschwendet und so passen noch ca. weiter 15 Personen in den Mittelgang. Beim einsteigen muss man direkt beim Fahrer 1 Boliviano (umgerechnet ca.10 Cents) bezahlen. Im Allgemeinen wird allerdings vor Diebstählen bei Benutzung dieser Busse gewarnt.

Übersichtlicher ist die Lage hingegen in den Minibussen. Diese werden auch am meisten benutzt. Minibusse haben 14 Sitze. Es sind umgebaute Japanische Kleinbusse. Die Bestuhlung ist für langbeinige Europäer ziemlich eng, man muss aufpassen, dass man sich nicht die Knie beim Ein- und Aussteigen stößt. Vorne neben dem Fahrer haben noch 2 weitere Personen Platz. Die Übrigen 12 Sitze verteilen sich auf 4 Reihen á 3 Sitze, die über eine Schiebetür an der rechten Seite zu erreichen sind. Die Schiebetür wird meistens von einer zusätzlichen Person bedient.

Diese Person hat außerdem die Aufgaben:

a). aus dem geöffneten Fenster der Schiebetür zu rufen, welchen Weg der Bus fährt.

b). das Fahrgeld von jedem Fahrgast einsammeln.

Und c). dem Fahrer Bescheid sagen, wenn jemand ein- oder aussteigen will für den Fall, dass es der Fahrer nicht sieht oder hört.

Dann gibt es noch die kleineren Minibusse mit 7 Sitzen. Auch umgebaute japanische Modelle. Neben dem Fahrer hat ein weiterer Fahrgast Platz. Dahinter 2 Reihen á 3 Sitze, die durch die Schiebetür an der rechten Seite zu erreichen sind. Hier muss man direkt beim Fahrer bezahlen. Bei der Benutzung von Minibussen gilt es die Beschilderung der Busse zu beachten. Diese gibt die Route des Busses an. Wie schon erwähnt gibt es keinen festen Fahrplan und keine markierten Haltestellen.

Wenn man also vor hat mit so einem Bus zu fahren, stellt man sich einfach an die nächste Straßenecke und achtet auf die vorbeifahrenden Busse und die angegebene Fahrtrichtung. Durch winken hält man die Busse an und steigt zu, wenn noch Platz vorhanden ist. Hat man sein Ziel in etwa erreicht, äußert man gegenüber dem Fahrer oder deren Helfer seinen Haltewunsch und an der nächsten Ecke lassen sie einen dann raus.

Eine Fahrt in der Innenstadt kostet 1,50 Bolivianos (umgerechnet ca.15 Cent). Will man weiter nach Obrajes oder Calacoto fahren, muss man 2 Bolivianos bis 2,30 Bolivianos bezahlen. Nach El Alto ist es das Gleiche. Am besten hat man das Kleingeld in allen Fällen direkt parat, denn Wechselgeld geben alle Fahrer sehr ungern raus da es immer knapp ist. Bis zu 20 Bolivianos an Scheinen ist o.k., alles darüber kann schwierig werden.

Als weitere Fahrmöglichkeit gibt es natürlich noch die Taxis. Man unterscheidet zwischen drei Sorten von Taxis. Normale Taxis, Radio-Taxis und Truffys. Die Radio-Taxis heißen deshalb so, weil sie immer über Funk mit ihrer Zentrale in Verbindung stehen und die Fahrer sich ab und zu mal melden müssen. Im Allgemeinen gelten diese Taxis auch als sehr vertrauenswürdig.

Auch wenn man sich ein Taxi nach Hause oder ins Hotel bestellt, kommen meistens nur Radio-Taxis in Frage. Alle anderen Taxifahrer sind nicht mit Funk ausgestattet und werden meistens durch Zurufe vom Straßenrand angehalten. Der Fahrpreis unterscheidet sich bei beiden Taxis kaum, es empfiehlt sich den Preis vor Fahrtantritt Abzufragen und bei Bedarf auszuhandeln. Für Fahrten in der Innenstadt werden meistens 10,- Bs verlangt für ein voll besetztes Auto. Für kleinere Lastentransporte wie Tische und kleine Schränke meistens zwischen 20 und 30Bs.

Als dritte Sorte währen da noch die Truffys, das sind Autos wo 5 Fahrgäste drin Platz finden. Neben dem Fahrer sitzen vorne noch 2 weitere Personen. Und auf der Rücksitzbank finden 3 Personen Platz. Die Truffys fahren immer eine feste Route, welche auf dem Schild im Fenster zu sehen ist. Die Fahrt kostet 3Bs pro Person. Auf diese Art kommt man eigentlich ganz gut in der Stadt von A nach B.

Bei den Fahrpreisen lohnt es sich beinahe kaum ein eigenes Auto anzuschaffen.

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Sascha Blodau hat im Jahr 2010 seinen Lebensmittelpunkt nach Bolivien verlagert. In seiner Kolumne berichtet er über das Abenteuer „Auswandern“ und die Herausforderungen des täglichen Lebens im südamerikanischen Binnenstaat.

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  1. ..ergänzend wollte ich noch dazu sagen: In den Abendstunden und an Wochenenden können die Taxipreise etwas anziehen. Oder besser gesagt man kann den Preis dann nicht so drücken..

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