Cholera in Venezuela: 118 Infektionen offiziell bestätigt

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Datum: 26. Januar 2011
Uhrzeit: 20:22 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Seuche aus Dominikanischer Republik eingeschleppt

118 Personen sind in Venezuela mit der Cholera infiziert. Dies teilte die venezolanische Gesundheitsministerin Eugenia Sader in Caracas mit. Nach ihren Angaben infizierten sich die Menschen bei einer Hochzeitsfeier in der Dominikanischen Republik. 341 Personen, welche sich ebenfalls auf der Feier befanden, werden noch gesucht. Inzwischen haben die Behörden den Notfallplan aktiviert und die Kontrollen am Flughafen Simón Bolívar de Maiquetía verstärkt.

Sader teilte mit, dass sich eine Gruppe von mehr als 452 venezolanischen Staatsbürgern zu einer Hochzeitsfeier in der Dominikanischen Republik (Santo Domingo) aufhielt und sich dort mit der Seuche infizierte. Die Ministerin warnte vor Panik und gab bekannt, dass die venezolanische Hauptstadt über Cholera-Behandlungszentren für rund 10.000 Menschen verfügt. An allen privaten Kliniken und öffentlichen Schulen sollen kostenlose Medikamente zur Verfügung gestellt werden.

Der dominikanische Gesundheitsminister Bautista Rojas Gomez hat heute mitgeteilt, dass seine Behörde bereits am Montag wusste, dass sich mehrere Personen auf einer Hochzeitsfeier in Santo Domingo mit der Cholera infizierten. Laut seinen Worten sollen unter anderem verzehrte Hummer, welche aus dem Grenzfluss Pedernales stammen, für den Ausbruch der Cholera verantwortlich sein. In diesem Fluss ist das Schwimmen und Fischen offiziell verboten.

Dass es die Behörden der Dominikanischen Republik mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, ist aus Zeiten der Schweinegrippe bekannt. Bisher sollen im direkten Nachbarland zu Haiti erst 250 Personen mit der Cholera infiziert sein, was internationale Experten anzweifeln. Ihrer Meinung nach werden die Zahlen bewusst zu tief angesetzt, da das Land vom Tourismus abhängig ist und keine Panik erzeugt werden soll. Ebenfalls soll bisher erst eine Person an der bakteriellen Infektion gestorben sein. Dies bestätigten Ärzte im Krankenhaus Señora de La Altagracia in Higüey bereits kurz nach dem Tod eines haitianischen Bürgers von 53 Jahren. Das Ministerium benötigte allerdings fast eine Woche, um dies ebenfalls zu bestätigen.

Der Vizepräsident der dominikanische Ärztekammer (CMD), Clement Terrero, hat dem Ministerium für öffentliche Gesundheit vorgeworfen, Fälle von Cholera bewusst zu verheimlichen. Nach seinen Worten entsprechen die Statistiken im beliebten Urlaubsgebiet nicht der Wahrheit und stimmen nicht mit der tatsächlichen Anzahl der Fälle überein. Terrero beschrieb in einem Interview die Haltung des dominikanischen Gesundheitsministers Bautista Rojas Gomez als unverantwortlich und beklagte den Niedergang des öffentlichen Gesundheitssystems in der DomRep.

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